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Marco Bayer: vom Assistenztrainer zum Sportchef
Marco Bayer: vom Assistenztrainer zum Sportchef SCL Tigers:

Der 45-jährige Marco Bayer kennt das Eishockey von der Pike auf: als Spieler, als Junioren-Trainer und zuletzt als Assistenztrainer. Nun wird er Sportchef bei den SCL Tigers.

Marco Bayer, per 1. August übernehmen Sie die Nachfolge von Jörg Reber als Sportchef bei den SCL ­Tigers – ein Wagnis?

Ich freue mich extrem auf die Riesen-herausforderung. Klar wird es etwas Neues sein, ganz so fremd wird es mir wiederum nicht vorkommen, als Trainer und Assistenztrainer arbeitet man ja eng zusammen mit dem Sportchef. Es freut mich auf jeden Fall sehr, dass die Verantwortlichen des Traditionsklubs mir diese Funktion zutrauen und mir die Chance geben.

 

Sie sprechen von einer riesigen ­Herausforderung. 

Als Assistenztrainer hat man wenig bis gar keine Verantwortung. Als Sportchef trägt man doch einige Verantwortung und hat die Möglichkeit etwas zu bewirken. Aber nicht bei allen Sportchefs geht der Weg über den Assistenztrainer, es gibt auch solche, die direkt nach ihrer Spieler-Karriere zu Sportchefs werden, wie zum Beispiel Jörg Reber das getan hatte.

 

Das NLA-Team der Tigers für die kommende Saison hat Jörg Reber schon zusammengestellt, da werden Sie dann wohl die Kritik einstecken müssen für eine Auswahl und eine Arbeit, die Sie gar nicht verantworten können?

Das ist «Part of the Game», das wusste ich, als ich mich auf diesen Posten beworben habe. Dann darf man nicht vergessen, dass ich ja schon eine Saison dabei bin, und Jörg Reber hat nicht alle Entscheide einsam und alleine getroffen, sondern sich zusammen mit Heinz Ehlers und mir abgesprochen. Die Gedankengänge und Argumente für oder gegen einen Spieler sind mir also auch schon zu Ohren gekommen.

 

Jetzt sitzen Sie auf dem heissen Stuhl, wenn die Fans und die Presse mit bestimmten Spielern nicht zufrieden sind. Macht Sie das nervös?

Wenn ich mit Angst an diese Aufgabe ginge, wäre das falsch. Vor allem hoffe ich den eingeschlagenen Weg des Klubs weiterbeschreiten zu können und in seinem Sinn Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Und da habe ich das Gefühl, dass mir auch der Verwaltungsrat der SCL Tigers, mit ihren Traditionen und gefestigten Strukturen, den Rücken stärken wird.

 

Wird Ihre erste Amtshandlung die Verpflichtung Ihres Nachfolgers sein?

Momentan haben wir noch keinen Assistenztrainer. Das Sommertraining mache ich also noch. Parallel werde ich von Jörg Reber in die Sportchef-Rolle eingearbeitet. Das wird dann ein fliessender Übergang werden. Wir werden jemanden finden, der zum Klub und natürlich zu Heinz Ehlers passt. Es ist klar, dass ein Assistenz-Trainer gewisse Erfahrungen und gewisse Eigenschaften haben muss, um in dieser Struktur Fuss fassen zu können. Auf den Saisonbeginn, spätestens werden wir jemanden haben.

 

Was wollen Sie anders machen als Jörg Reber?

Vorneweg möchte ich betonen, dass er einen sehr guten Job gemacht hat. Es ist sehr schwierig in seine Fussstapfen zu treten. Aber ich denke, es gibt schon ein paar Strukturfragen, die ich anschauen werde, wie ich die SCL Tigers weiter vorantreiben kann. Konkret werde ich sicher ein Augenmerk auf den Nachwuchs legen. Das ist unsere Chance: dass wir einerseits den eigenen Nachwuchs heranziehen können, andererseits anderen jungen Spielern die ersten Erfahrungen in der NLA geben können. Wir sind in der Lage, den Jungen Eiszeit zu geben, damit sie ihr Spiel und das nötige Selbstvetrtrauen für die höchste Liga festigen können. 

 

Und wenn sie dann im besten Alter sind, ziehen sie weiter...

Klar, dann bleiben sie zwei, drei Jahre bei den Tigers, bevor sie zu den gros-sen Klubs wechseln. Aber wir können dann stolz sein, dass sie von uns gelernt haben. So wie die Beispiele von Zryd oder Albrecht. Man muss natürlich auch sagen, dass es für uns nicht nur mit den Jungen getan ist. Wir brauchen auch die Routiniers, Spieler mit Erfahrung und Vorbildfunktion, von denen wiederum die Jungen lernen können.

03.05.2018 :: Olivia Portmann
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