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«Manchmal trainieren die Piccolos dasselbe wie Ciaccio und Punnenovs»
«Manchmal trainieren die Piccolos dasselbe wie Ciaccio und Punnenovs» SCL Tigers:

Er ist einer, der im Hintergrund viel bewirkt, ohne dass die grosse Masse davon Notiz nimmt: Dusan Sidor, Goalie-Trainer der SCL Tigers. Seine Methoden funktionieren.

«Ich mache meine Arbeit sehr gerne, mit Leidenschaft.» Das ist die Antwort von Dusan Sidor, auf die Frage ob er in Langnau immer noch zufrieden sei. Der 62-jährige Slowake, welcher zwischen dem Emmental und  Südtirol pendelt, wirkt glücklich. Man sieht, dass er mit ganzem Herzen die Goalies aller Altersstufen der SCL Tigers betreut. «Es ist schön, mit den Kleinen zu trainieren, da sieht man die Resultate sehr schnell», erklärt Dusan Sidor, welcher vor seinem Engagement in Langnau in Lugano tätig war. «Manchmal mache ich mit den Piccolos die gleichen Übungen wie mit Punnenovs und Ciaccio», berichtet er und lächelt. Klar sei die Intensität bei den grösseren Junioren und bei den NLA-Torhütern viel höher – aber die Basisarbeit eines Goalies sei die gleiche. In der Hockeyszene wird Dusan Sidor als akribisch arbeitender Mechaniker und Professor seiner Materie betitelt. Er bezeichnet sich selber als ein ein Trainer mit einem bisschen von allem: «Ich bin hart, aber ich bin auch ein Freund. Ich bin flexibel und passe mich der Situation an. Denn es blockiert die Energie, wenn man mit Sturheit etwas durchziehen möchte, das nicht funktioniert». Für ihn sei es in jedem Training wichtig, egal ob mit den Kindern, den Jugendlichen der Elite oder mit den zwei NLA-Herren, dass er am Schluss sagen könne, sie seien zufrieden mit dem was sie gemacht haben. 

 

Es braucht zwei Starke Goalies

Seine Methoden funktionieren. Wirft man einen Blick auf die Statistik so sieht man, dass Ciaccio und Punnenovs sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert haben. Hatten sie in der Saison 2015/2016 noch eine Abwehrquote von 90,7 Prozent und einen Gegentordurchschnitt von 3,20, so weisen sie heuer eine Abwehrquote von 92,5 Prozent aus und müssen pro Spiel durschnittlich 1,88 Tore hinnehmen. «Ich habe grosse Freude daran, dass wir auf diese Saison hin, jeweils vor den Trainings und den Spielen eine Viertelstunde nur für uns, die Torhüter, haben. So können wir in Ruhe an der Basis arbeiten und uns auf die Spiele einstellen.» 

Auf die Goalie-Hierarchie angesprochen, bleibt Sidor gelassen: «Wir brauchen zwei starke Goalies. Es gibt Zeiten, da hat einer mehr Energie als der andere. Mir ist egal wer spielt, ich will einfach gute Resultate sehen. Deshalb soll derjenige, der nicht spielt, ruhig bleiben, aber bereit sein für einen möglichen Einsatz.» Wenn es zwischen den beiden Goalies zu negativen Gefühlen käme, erklärt Sidor weiter, würde das an der Konzentration nagen. «Der Torhüter muss für seinen Einsatz mit leerem Kopf aufs Eis können».

 

Ideale Grundvoraussetzungen

«Torhüter müssen immer vorausschauen», erklärt der 62-Jährige und meint damit nicht nur Spielsituationen, sondern auch das Eishockey an sich. Schon als Jugendlicher habe er sich eine spezielle TV-Box organisiert, mit der er die Eishockey-Spiele aus Amerika, während der Nacht habe registrieren können, um tags darauf die Goalie-Passagen zusammenzuschneiden und die Bewegungen zu analysieren. «Vor 30 Jahren hätte ich mir immer eine Kamera gewünscht, mit der ich auf den Torhüter hinzoomen und den Puck scharf sehen könnte. Jetzt ist das Realität und die Bilder sind für uns sehr wertvoll», schwärmt er. Nach den Trainings und den Spielen investiert Dusan Sidor viel Zeit in seine Videoanalysen und bereitet Sequenzen für seine Schützlinge vor.

15.11.2018 :: Olivia Portmann
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