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«LUpiter18»: Ein Pfadilager der Superlative
«LUpiter18»: Ein Pfadilager der Superlative Escholzmatt:

2200 Luzerner Pfadfinder landeten mit ihrer Rakete in Escholzmatt, wo sie ihr eigenes Lager-Universum «LUpiter18» aufbauten – das Lager der Superlative.

In Escholzmatt entstand Mitte Juli auf einer Fläche von 140’000 Quadratmeter ein Dorf, scheinbar über Nacht. Dahinter stand jedoch eine zweieinhalbjährige Vorbereitungszeit des Vereins «KaLa Luzern 2018», der vom 14. bis 28. Juli in der Biosphäre sein Kantonslager durchführte.  

In der Mehrzweckhalle Ebnet waren die Büros der Staff untergebracht. Pfadfinder Goofy (mit bürgerlichem Namen Martin Lustenberger), einer von zehn Lagerleitern, war auch zur Mittagszeit noch am Arbeiten. «Wir wollten das erste ‹Luzerner KaLa› im Kanton durchführen, aber nicht in den Wohngemeinden unserer Kinder», erklärte er. «Da bot sich das Entlebuch an, denn hier kennt man die Jugendorganisation Pfadi nicht, nur die Jubla (Jungwacht Blauring). Und was wir machen, kann man in der Lagerzeitung ‹Weltallwoche› nachlesen.» Diese, eine 20-seitige, reich bebilderte Broschüre, erschien fünf Mal in einer Auflage von 1600 Exemplaren und verkündete «Wir sind gelandet.»

Fünf Urplaneten und Alien-Völker 

Die weisse Ortstafel «KaLa Pfadi Luzern LUpiter18» wies den Weg in das Universum, in welchem 35 Pfadiabteilungen mit 2200 Buben und Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren, ihren Leitern und den 300 zusätzlichen Helfern landeten. «LUpiter, ein Wortspiel mit dem Kantonskennzeichen und dem Planetennamen Jupiter, der uns ins Weltall führte, war einer von drei Vorschlägen unserer Programmverantwortlichen», erklärte Goofy. 

«LUpiter 18», ein würfelförmiger Planet bildete das Zentrum des Lagers. Auch die Wege von Noemi und ihren «Wölflis», die nur eine von zwei Lagerwochen besuchten, führten hier vorbei. Die Kleinen lebten auf einem der fünf Urplaneten bei einem der fünf Alien-Völker, die eine eigene Strom- und Wasserversorgung und neben Zelten auch mehrstöckige Holzbauten besassen. Das OK verbaute zehn Kilometer Rundholz, verlegte Strom- und Wasserleitungen, installierte 195 Lampen und ein Solarpanel zum Aufladen der Handys. 

Rakete und Radio in der Galaxie

Auf einem der beiden Lagertor-Türme befand sich die Antenne des «Radio Funkloch». «Wir senden trotzt Funkloch durch die ganze Galaxie», versprachen die Radiomacher. Im Umkreis von zwei Kilometern konnte man sie hören. Wahrzeichen des Lagers war die 13 Meter hohe Rakete. Im Kiosk daneben kauften die Kinder Raketen-Glace. 

Die Lagerköche deckten sich beim Naschgarten mit Hochbeeten voller Kräuter ein. 4,3 Tonnen Brot, 1,64 Tonnen Äpfel, 1,44 Tonnen Bananen und 400 Kilogram Käse standen für sie bereit. Ein Lastwagen brachte täglich weitere frische Lebensmittel wie Kartoffeln und Rüebli, die auf die rund 40 Lagerküchen verteilt wurden.

Konzerte und Lagerromantik

Im Zirkuszelt nebenan bot Co-Lagergesamtleiterin Nora Peduzzi, mit Pfadi-Namen Tupf, eine Yogastunde an. Hilfsleiter Forte und seine Kameraden von der Pfadi Delta Ettiswil sassen lieber im schattigen Zelt. «Wir haben einen 1000-Liter-Wassertank und ein richtiges Waschbecken», sagte er stolz. «Aber gekocht wird noch mit Holz, wie es sich in der Pfadi gehört.»  Dann erzählte er von der Zwei-Tageswanderung auf den Fürstei, vom «Tuben» auf der Kleinen Emme und von den Abenden am Lagerfeuer. Die Weltallwoche ist eben auch ein ganz normales Pfadilager mit Ausflügen, Wanderungen, Spielen, Wassersport und Lagerromantik. Drei Viertel ihrer Programme organisierten die Gruppen selber, ein Viertel buchten sie bei der Lagerleitung, die auch zwei Konzertabende mit Auftritten mehrerer Bands organisierte. 

Ob sie ein solches Lager wiederholen würden, hänge davon ab, ob man genügend Freiwillige finde, sagte Goofy. «Unser Logistikverantwortliche White (Dario Muff), investierte alleine mehr als 700 Stunden in die Vorbereitung», erzählte er. «Auch wir zehn Lagerleiterinnen und -leiter arbeiteten etwa gleich viele Stunden, ganz zu schweigen von den 100 Personen, die sich im OK engagierten.»  Das Lager der Superlative wird wohl noch lange nachwirken.

02.08.2018 :: Bernadette Waser
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