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Lavendelduft, sonderbare Welten und ein paar Morde am Bücherabend
Lavendelduft, sonderbare Welten  und ein paar Morde am Bücherabend Schüpfheim:

Am Bücherabend im Entlebucherhaus stellten drei unterschiedliche Menschen drei unterschiedliche Bücher vor. Auch das Publikum hatte eine Aufgabe zu erfüllen.

Der alljährlich im September stattfindende Bücherabend ist im Entlebucherhaus in Schüpfheim zur festen Tradition geworden. Am Mittwoch letzter Woche stellten wiederum drei Menschen mit einem Bezug zum Entlebuch drei Bücher vor.   

Moderatorin und Bibliothekarin Imelda Corradini eröffnete den Abend mit dem Hesse-Zitat «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne», um dann überzuleiten auf die ersten Sätze der vorzustellenden Bücher. Das Publikum sollte im Laufe des Abends die drei verschiedenen Zitate den drei Werken zuordnen können. Vor der Büchervorstellung durften sich die drei Personen selber präsentieren. Bald wurde klar, dass die ausgewählten Bücher viel mit der Persönlichkeit ihrer Leserinnen und ihres Lesers zu tun hatten.

Lavendel und Reisefieber

Als erste war die Entlebucherin Sandra Limacher an der Reihe, die nach der kaufmännischen Lehre auf Reisen ging und mit dem Kräuterwissen fremder Länder konfrontiert wurde. Nach ihrer Rückkehr liess sie sich in den Fächern Heilkräuter und Naturkosmetik ausbilden. Als Reise- und Kräuterliebhaberin fühlte sich Sandra Limacher von Nina Georges Roman «Das Lavendelzimmer» angesprochen. Sie las sich durch die ersten 100 Seiten hindurch, bis sie den Lavendel riechen und ihr Reisefieber stillen konnte. Denn vom Reisen und Abschiednehmen handelt «Das Lavendelzimmer», dessen Bewohner auf einem Bücherschiff das ungelebte Leben hinter sich liessen. 

Ein Autist erzählt

Der im Gäu geborene und heute in Kriens lebende Thomas Bucher arbeitet seit 25 Jahren im Heilpädagogischen Zentrum Schüpfheim und leitet das offene Atelier im Entlebucherhaus. Er liest vor allem Fachliteratur. Er hat sich für den Roman «Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone» von Mark Haddon entschieden. Der in Ich-Form geschriebene Roman handelt von einem 15-jährigen autistischen Jugendlichen, der aus seiner Welt ausbrechen will. Auch die anderen fanden Gefallen an diesem Buch, das aufzeigt, mit welchen Schwierigkeiten Menschen wie Christopher zu kämpfen haben.   

Krimi aus Österreich

Die seit 15 Jahren im Entlebuch wohnhafte Sekundarlehrerin Verena Gutheinz stammt ursprünglich aus Österreich. Sie liebt Belletristik, entschied sich aber für einen Krimi von Wolf Haas, der in «Komm süsser Tod» mit österreichischem Witz erzählt, wie der Rettungssanitäter Simon Brenner mehrere Mordfälle aufklärt.   

Inzwischen waren auch die Buchanfänge aufgeklärt. Nach dem musikalischen Abschluss unterhielt sich das Publikum beim Apéro weiter über Bücher.

05.10.2017 :: Bernadette Waser
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