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«Langsam kann ich dies realisieren»
«Langsam kann ich dies realisieren» Schwingen:

Philipp Reusser: Das 21. Eichenlaub bringt Philipp Reusser auch den ersten Kranzfestsieg. Am Brünigschwinget gewinnt er  zusammen mit Bernhard Kämpf und mit Christian Stucki.

Philipp Reusser, vorweg herzliche Gratulation zum Erfolg am Brünigschwinget! Wie haben Sie den Moment erlebt, als Wenger und Kämpf im Schlussgang stellten? 
Ja, merci! Ich war in der Massage, um eine Verspannung im Rücken zu lösen. Christian Stucki sagte mir, ich soll mich bereithalten, es gehe um den Festsieg. Ich dachte natürlich ‹Chrigu› mache einen Witz, denn ich hatte meine Punkte nicht so genau im Kopf. Seine Aussage und mein erster Kranzfestsieg wurden Tatsache. Langsam kann ich dies realisieren!


Ihr Notenblatt am letzten Sonntag enthält starke Gegner, darunter auch drei Eidgenossen, wie beurteilen Sie ihre Gegner?

Andere hatten noch stärkere Konkurrenten mit teils vier Eidgenossen auf ihrem Notenblatt. Aber ja dies ist so, auch auf meinem Notenblatt standen starke Gegner, die man zuerst bezwingen muss. Es ist schön für mich, dass ich diesmal auf dem Brünig vier Gänge gewinnen konnte und zwei Duelle für mich gestellt endeten.  

Mit welchem Ziel sind Sie am Brünigschwinget angetreten?
Ich startete schon einige Male auf dem Brünig, doch zum Eichenlaub hat es mir dabei noch nie gereicht. Deshalb war für mich am vergangenen Sonntag meine Zielsetzung klar – sie hiess Kranzgewinn.

Dieser Erfolg am Brünig ist zugleich auch der erste Sieg an einem Kranzfest – was ist für Sie wertvoller, der Co-Sieg am Brünig oder die Bekränzung zum Eidgenossen in Estavayer?

Dies ist eine gute Frage! Sie ist aber für mich nicht einfach zu beantworten. Für mich sind dies zwei Paar Schuhe. Während ein Schwinger am Brünig an einem Tag eine Topleistung erbringen muss, geht diese Leistungskonstanz am Eidgenössischen über zwei Tage. Der Kranz in Estavayer und der Sieg am Brünig sind für mich zwei wunderschöne Erfolge, die ich nicht gegeneinander abwägen kann.  

Mit welchen Zielsetzungen steigen Sie jetzt noch in die restlichen Schwingfeste, besonders am prestigeträchtigen Unspunnen-Schwinget?

Für mich steht jetzt vorwiegend die Schwägalp auf dem Programm. Am Unspunnen hoffe ich dabei zu sein!  (die Selektion ist noch nicht erfolgt, Anmerkung der Redaktion). Auf der Schwägalp und allenfalls auch am Unspunnen werde ich versuchen, den Schwung mitzunehmen und mein Bestes zu geben. Wie weit dies dann reicht, werden wir sehen.  

Wie ist Ihr Abend am Sonntag verlaufen, gab es noch ein Fest?

Im Bett war ich jedenfalls praktisch nicht. Wir haben natürlich auf dem Brünig noch etwas gefeiert und im engeren Rahmen ging die Feier dann auch zuhause noch etwas weiter. Doch am Morgen war ich bei Zeiten bereits wieder im Stall.

03.08.2017 :: Martin Burri
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