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Landjugendgruppe feiert Jubiläum mit einem Stück beim Sahlenweidli
Landjugendgruppe feiert Jubiläum mit einem Stück beim Sahlenweidli Eggiwil:

 

Ein heftiges Gewitter brachte die Premiere der Landjugi Schallenberg etwas durch-einander, was aber die motivierte Truppe nicht davon abhielt, im Zelt weiterzuspielen. 

Vor dem Sahlenweidli angekommen, gilt es für die Premierenbesucher zu überlegen, von wo aus man wohl die beste Aussicht auf das Geschehen hat. Strohballen dienen als Sitzgelegenheiten. Links vom 1762 erbauten und 1873 umfassend renovierten Haus Sahlenweidli ist eine Bühne aufgebaut worden, auf der ein modernes Wohnzimmer zu sehen ist. Je näher der Start der Aufführung kommt, desto mehr wandern die Blicke der Theatergruppe gen Himmel. Dunkle Wolken ziehen auf. Von weit weg ist ein erstes Donnergrollen zu vernehmen, das aber noch durch Vogelgezwitscher übertönt wird. 

Der Dreiakter beginnt. Lisa Guggisberg blättert in Ferienprospekten, übernächste Woche will sie verreisen und sucht deshalb nach einem Last-Minute-Angebot. Das Inserat «Leben wie zu Gotthelfs Zeiten» spricht sie an. Sie will dasselbe erleben, wie einst die Familie in der gleichnamigen Fernsehserie. Kurz entschlossen mietet sie für sich und ihren Mann, der lieber Badeferien verbringen möchte, das Sahlenweidli. Evi und Emil Wunderli, ein befreundetes Ehepaar, lassen sich überreden, mitzugehen. Felix setzt alles daran, die Ferien in dieser «Wahllfahrtshütte des Schweizer Fernsehens» zu verhindern, was ihm aber nicht gelingt. 

Regen wie zu Gotthelfs Zeiten 

Für die Feriengäste steht fest, dass die Kleidung und das Essen der damaligen Zeit entsprechen müssen. Dass es nicht einfach ist, sich vom 21. ins 19. Jahrhundert zurückzubeamen, wird den Vieren bald einmal klar. Die  Männer haben vor allem mit dem «antiken Food» Probleme. Gerade als ein Team des Lokalfernsehens sowie Gaffer auftreten, fallen die ersten Tropfen und kurz darauf beginnt es wie aus Kübeln zu giessen. Regisseur Peter Liechti unterbricht die Aufführung und Spieler wie Anwesende flüchten in das Festzelt hinter dem Haus. Helfer decken derweil die Strohballen mit Blachen ab. 

Doch der Regen lässt nicht nach und die elf Theaterleute – selber zum Teil durchnässt – spielen, wie wenn nichts passiert wäre, im Festzelt zu Ende. Die Laienschauspielerinnen und -schauspielern überzeugen unter der Regie von Peter Liechti mit schauspielerischem Können, klarer Aussprache sowie Textsicherheit. 

Am Schluss des Stückes erkennen Lisa und Felix, dass man das Rad der Zeit nicht einfach so zurückdrehen kann und es höchste Zeit ist, wieder mit der Zeit zu gehen. Erwähnenswert ist, dass nebst den aktiven auch ehemalige Mitglieder der Landjugendgruppe wie Ueli Schenk, der eigentliche Besitzer und Bauer im Sahlenweidli, mitspielen. Dadurch wird die Theaterwelt zur Realität.

Der Anlass wird wiederholt:

Donnerstag, 14. Juni, Samstag, 16. Juni, jeweils um 20 Uhr. Sonntag, 17. Juni, um 13 Uhr im Sahlenweidli. Signalisation ab Eggiwil Dorf. Die Naturtribühne aus Strohballen bietet Platz für 200 Personen.


 

40 Leute gründeten vor 40 Jahren den Verein

Am 6. Oktober 1978 gründeten rund 40 junge Leute aus Röthenbach, Oberei, Schangnau und Bumbach die Landjugendgruppe Schallenberg. Zur ersten Präsidentin wurde Margrit Erb aus Oberei-Süderen gewählt.

In den letzten Jahren zählte die Landjugend Schallenberg rund 60 Mitglieder, die nun weit über die Gründungsgemeinden hinaus wohnhaft sind. Um den Verein aufrecht erhalten zu können, wird einmal jährlich ein Theater eingeübt, weiter wird am Bar und Pub Oberlangenegg eine Bar geführt. Im letzten Jahr wurde zur ersten «Hosätreger-Chiubi» eingeladen.

Zum 25-Jahr-Jubiläum führte die Theatergruppe der Landjugend Schallenberg 2003 das Stück Gabelspitz-Sage auf. Bereits im Jahr 1992 fand mit «Schratten-Sage» die erste Freilichtaufführung statt. 

 

14.06.2018 :: Christine Mader
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