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Kochakademie: wohnen und arbeiten in zwei separaten Gebäuden
Kochakademie: wohnen und arbeiten in zwei separaten Gebäuden Heiligkreuz:

Das Siegerprojekt für die geplante Kochakademie ist erkoren. Es sieht neben dem ehemaligen Ferienheim einen Neubau vor. Gerechnet wird mit Kosten von 25 Millionen.

Bis vor kurzer Zeit haben die Ingenbohler Schwestern auf Heiligkreuz ihr Ferienheim betrieben. Nachdem sie dafür keine Verwendung mehr hatten, suchte der eigens gegründete Verein «Chance Heiligkreuz» eine Nachfolgenutzung. Gemeinsam mit der Hotel & Gastro Union wurde die Idee einer Kochakademie weiterentwickelt. In der neuen Ausbildungsstätte, welche Platz für 50 Studierende bietet, sollen junge Talente in der Schweiz gezielt gefördert werden (siehe Kasten). Um das leerstehende Ferienheim in einen Campus zu verwandeln, wurden sechs Architektenteams eingeladen, Projekte auszuarbeiten. Letzten Montag nun wurde das Siegerprojekt vorgestellt. Es stammt von der Thomas Schregenberger GmbH, Zürich.

 

Eine heikle Aufgabe

Jurypräsident Marc Syfrig attestierte allen eingereichten Projekten ein hohes Niveau, obwohl die Ausgangslage nicht ganz einfach gewesen sei. Beispielsweise stehe das Ortsbild von Heiligkreuz unter Schutz; es ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos) aufgeführt. «Das macht es heikel, in der Umgebung etwas zu ändern.» Weiter, so Syfrig, sei das bauliche Erbe «kein absoluter architektonischer Höhepunkt», wohl aber von emotionalem Wert. Der Abbruch des ehemaligen Ferienheims sei zwar eine Option gewesen, wäre aber bei der Bevölkerung wohl nicht gut angekommen. «Tatsächlich hat dies kein Architekturbüro gewagt», führte der Jurypräsident aus.


Speisesaal im Zentrum

Das Siegerprojekt sieht vor, die eigentliche Kochakademie in einem alleinstehenden zweigeschossigen Neubau neben dem Ferienheim unterzubringen. Dieses Vorgehen biete etwa in Bezug auf Grösse und Einteilung ein hohes Mass an Flexibilität, nannte Marc Syfrig einen Pluspunkt dieses Plans. Der Altbau werde zum Wohnheim für Studierende und Dozenten umgebaut. Der Hof dazwischen verbinde die beiden Gebäude und diene auch als Werkhof. «Hier kann zum Beispiel auf offenem Feuer gekocht werden.» 

Das Herz des Neubaus bilde das hohe, sakral wirkende Refektorium, der Speisesaal, führte der Jurypräsident aus. Hier werde gegessen, gewohnt und auch gearbeitet. Dieser Raum ist über beide Stockwerke nach oben offen, von wo das Licht einfällt. Im Obergeschoss befinden sich Schulungsküchen und Theoriesäle. Als Besonderheit erwähnte Syfrig den Dachaufbau für die Lüftung und weitere Installationen. «Dieser verleiht dem Gebäude seine unverwechselbare Silhouette.»

 

Keine Freude an Aufstockung 

Beim Altbau sind die Balkone zu einer grossen verglasten Laube umgewandelt und als Zugang zu den Zimmern genutzt. Diese werden etwas verlängert und erhalten ein weiteres Fenster gegen Norden hin. Die benötigten zusätzlichen Zimmer werden im aufgestockten Westflügel und Kopfbau untergebracht. «Dass Altbau und Kopfbau grösser werden, wurde von der Denkmalpflege kritisch beurteilt», erläuterte Marc Syfrig, denn damit werde das Ortsbild konkurrenziert. Dieser Punkt müsse sicher weiterentwickelt werden. Vielleicht gebe es eine Möglichkeit, im Ortskern zwei, drei Holzhäuser als Unterkunft aufzustellen. Oder einige Studierende könnten in Hasle wohnen.


Gemeindeversammlung entscheidet

Nun wird mit der Ausarbeitung des Vorprojekts und des Bebauungsplans gestartet. «Weil das Ferienheim in der Kurzone steht, ist eine Umzonung nötig», erläuterte Mark Imhof von der Imhof Odinga AG, welche den Studienauftrag durchführte. Läuft alles wie gewünscht, soll die Gemeindeversammlung von Hasle im Mai 2018 über Umzonung und Überbauungsplan befinden können. Im Oktober 2018 wird die Baubewilligung erwartet. Starten soll die Kochakademie im Sommer 2020.

Die Kosten für das Projekt sind mit 25 Millionen Franken veranschlagt. Sie seien auf gutem Weg, Investoren zu gewinnen, sagte Imhof. Beat Odinga, der das Gebäude im Dezember 2016 als Zwischeninvestor gekauft hat und die Kosten bis und mit Baubewilligung trägt, werde sich mit einem Drittel an den Baukosten beteiligen.

 

Die sechs Projekte werden am Samstag, 14. Oktober, zwischen 10 und 15 Uhr im ehemaligen Ferienheim in Heiligkreuz öffentlich ausgestellt. Um 10, 13 und 14 Uhr werden Führungen durch das Haus angeboten.




Weiterbildung für talentierte junge Köche

«Der Kochberuf ist ein Handwerk, und das wollen wir fördern», sagte Andreas Fleischlin, Geschäftsführer des Schweizer Kochverbandes. Geplant ist auf Heiligkreuz eine höhere Fachschule für Kochkunst und Kochwissenschaft mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss. Talentierte junge Köche sollen nach der Lehre die Möglichkeit erhalten, sich in der Kochkunst und den Kochwissenschaften weiterzubilden. Dies sei umso wichtiger, als heute immer weniger Köche Wanderjahre absolvierten, um Erfahrungen zu sammeln, führte Fleischlin aus. Heiligkreuz biete die passende Umgebung mitten in der Natur, denn «wir wollen die Natur auch wieder in die Küche holen. Die Köche sollen wieder spüren und erleben, woher die Lebensmittel kommen.» Derzeit würden sie den Rahmenlehrplan erarbeiten. Dieser müsse beim Bund eingereicht werden.

12.10.2017 :: Silvia Ben el Warda-Wullschläger
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