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In Affoltern ist derzeit der Bär los – und über 1300 Helfer auf den Beinen
In Affoltern ist derzeit der Bär los –  und über 1300 Helfer auf den Beinen Affoltern:

Manchmal müsse man etwas Grosses wagen, findet OK-Präsident Roland Ryser. Das tut Affoltern derzeit. Während zehn Tagen ist etwas los – mit dem Höhepunkt am Schluss.  



«Die Vereine sind das, was ein Dorf ausmacht», sagt Roland Ryser. Er ist OK-Präsident des Bernisch-Kantonalen Schwingfestes. Eigentlich ist diese Bezeichnung nicht treffend. Eher müsste es heissen, Ryser leite das OK der «Affolterer Festtage». Schliesslich umfasst das Programm nicht weniger als zehn Tage. Die ersten, mit der Eröffnung des Gabentempels am Freitag, dem Nationalturntag und der Marschmusikparade am Samstag und dem «Bure-Zmorge» am Sonntag sind bereits Geschichte. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Ryser. Es kamen stets mehr Leute als erwartet und es hat insgesamt alles sehr gut geklappt. 

Die riesige Infrastruktur ausnützen

Dass das OK aus Affoltern gleich ein zehntägiges Programm auf die Beine stellen wird, war nicht von vornherein klar. Am Anfang stand natürlich das Bernisch-Kantonale Schwingfest. Als bestimmt war, dass das Kantonale nicht wie das Emmentalische Schwingfest 2009 beim Schulhaus durchgeführt werden kann, sondern etwas abseits des Dorfes, reifte die Idee, gleich ein mehrtägiges Programm zu lancieren. «So können wir die umfangreiche Infrastruktur mehrmals nutzen», sagt der OK-Präsident. Eine Schwingarena für 10’000 Zuschauer, verschiedene Zelte für die Verpflegung, Parkplätze bis hin zu den Toiletten – es gab einiges zu tun. «Wir haben unter anderem Wasser- und Abwasserleitungen mit einer Länge von drei Kilometern im Boden verlegt», nennt Roland Ryser ein Beispiel.   

Auffallend am Festgelände sind die schmucken Holzhäuser, welche anstelle der sonst üblichen Zelte aufgebaut wurden. Sogar an der Front des grossen Festzeltes wurde eine Fassade im Stile eines Bauernhauses angebracht. «Uns war wichtig, dass das Festgelände gemütlich wird», hält der OK-Präsi dent fest. 

Es geht nicht ohne viele Helfer 

Damit ein solcher Anlass über die Bühne gehen kann, sind mehr als 1300 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Ryser nennt vorab den Schwingklub Sumiswald und die Dorfvereine Affolterns als Zugpferde. «Ohne das grosse Engagement der Vereinsmitglieder sowie der weiteren Helfer würde das nie klappen», sagt Roland Ryser. Er ist aber auch überzeugt, dass dieser Grossanlass in Erinnerung bleiben wird. «Wenn man ein solches Projekt durchzieht, schweisst- das enorm zusammen. Und wir wissen, dass wir die viele Arbeit nur schaffen, wenn wir einander helfen.» 



Die 132 besten Berner und acht bärenstarke Gäste

Der Favoritenkreis beim Bernisch-Kantonale in Affoltern ist beachtlich: Insbesondere werden die Gäste-schwinger wie Samuel Giger und Armon Orlik versuchen, den Bernern ein Bein zu stellen. 

Zu einem Heimspiel wird das Kantonale für die Sumiswalder Schwinger. Zehn Aktive dieses Klubs werden starten: Einer von ihnen ist Matthias- Aeschbacher, welcher auch als Götti von Siegermuni Roi fungiert. Vergangenen Samstag gewann er in der Arena des «Kantonalen» seinen ersten Nationalturnkranz. Dennoch wird er auch künftig im Sennen-Tenü anzutreffen sein. 

Jetzt steht beim 25-Jährigen das «Kantonale» im Fokus: Fünf Kränze hat er heuer erobert, darunter den am Freiburger Kantonalen. Mit sechs gewonnenen Gängen entführte er den Festsieg ins Bernbiet und gehört damit nächsten Sonntag zum Favoritenkreis. Im Schlussgang am Freiburger-Kantonalen bezwang Aeschbacher Steven Moser, der nächsten Sonntag ebenfalls ins Sägemehl steigen wird. Er wolle ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Einzug in den Schlussgang geht, sagt Aeschbacher. «Es wird zwar hart, aber ich will es versuchen.» 

Starke Gäste und zwei Könige

Armon Orlik und Samuel Giger werden es den Bernern an ihrem Verbandsfest schwer machen. Auch die Innerschweizer Erich Fankhauser aus Hasle und Mike Müllestein vom Mythenverband haben heuer bereits je fünf Kränze geholt. Die Schwingerkönige Matthias Sempach und Kilian Wenger haben in den vergangenen Wochen je einen Festsieg verbuchen können und gehören ebenso zu den engsten Favoriten. Jedoch sind beide heuer schon über einen der Gäste gestrauchelt und haben demnach noch eine Rechnung offen: Wenger verlor gegen Giger am Ballenberg-Schwinget und Sempach gegen Müllestein am Schwarzsee-Schwinget.  

Die besten 132 Berner Schwinger und acht Gäste gehen am Sonntag an den Start. Das Anschwingen ist auf 8 Uhr angesetzt. Sandra Joder

 

Die Sitzplätze sind seit Ende April ausverkauft. Stehplatztickets sind an der Tageskasse und online erhältlich: www.schwingfestaffoltern.ch  


 

06.07.2017 :: Bruno Zürcher
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