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Immer weniger Wanderwege sollen über asphaltierte Strassen führen
Immer weniger Wanderwege sollen über asphaltierte Strassen führen Kanton Bern:

Mit der Anpassung des Sachplans Wanderroutennetz soll die Qualität der Wege verbessert werden – weniger Asphaltstrassen. Routen werden umgelegt oder aus der Karte gestrichen.

«Das Wanderroutennetz im Kanton Bern wurde von etwa 1930 bis 1960  aufgebaut. Dann ging lange Zeit – ausser Unterhalt und einzelnen Netzanpassungen – nicht mehr viel in Sachen Wanderwege», sagt Hans Ulrich von Gunten, Technischer Leiter beim Verein «Berner Wanderwege». Seither rollt über einige der damals ausgeschiedenen Wanderwege viel Verkehr, manche wurden mit einem Hartbelag versehen. 

Um die in den 1980er Jahren erlassenen Bundes- und Kantonsgesetze über Fuss- und Wanderwege umzusetzen, erarbeitete das kantonale Tiefbauamt vor sechs Jahren den ersten Sachplan Wanderroutennetz. Ist dieser Sachplan nach sechs Jahren schon veraltet? «Im 10’000 Kilometer langen Wanderroutennetz des Kantons Bern gibt es immer wieder Änderungen. Gründe sind beispielsweise Bauvorhaben, Mutterkuhherden auf der Weide, oder Naturereignisse, welche den Weg zerstören», sagt von Gunten. 

Der Lead bei den Anpassungen liegt beim Tiefbauamt des Kantons Bern, aber auch der Verein Berner Wanderwege ist involviert. Zahlreiche Anpassungen im Sachplan basieren auf den  Eingaben der «Berner Wanderwege». Für die Gemeinden läuft die Mitwirkung noch bis am 17. August.

Qualität heisst Naturstrasse 

«Der Fokus dieser Anpassungen wird auf die Qualität der Wanderwege gelegt», so Hans Ulrich von Gunten. Konkret: Wir möchten weniger asphaltierte Wanderwege haben.» Dabei sei vorgesehen, einige Wege umzulegen, relativ viele würden aus dem Plan gestrichen. Auch das Bauen von neuen Wanderwegen ist grundsätzlich  möglich. Dies sei jedoch oft schwierig zu realisieren, etwa wenn Landwirte dafür Land abtreten müssten. Möglich wurde ein neuer, mit Naturbelag versehener Wanderweg beispielsweise von Trub nach Fankhaus. Dort haben die Bauern Land zur Verfügung gestellt. 

Insgesamt leicht längeres Netz

Knapp die Hälfte der Berner Gemeinden wird kleinere oder grössere Änderungen erfahren. Wie Peter Muheim, Leiter Fachstelle Planungen beim Tiefbauamt mitteilt, kommen in der Bilanz 200 Kilometer Wanderwege mit natürlicher Oberfläche hinzu, während 174 Kilometer Wege mit Hartbelag wegfallen. Dadurch erhöht sich der Naturbelagsanteil für das gesamte Netz um zwei auf 73 Prozent.

Stark betroffen von Mutationen ist der Wanderbezirk Ballenbühl, er umfasst das Gebiet Münsingen, Kiesen, Grosshöchstetten, Worb, und Rubigen. Dort werden zahlreiche Wanderwege aus der Karte gestrichen. «Es macht nicht Sinn, ungeeignete Wege im Netz zu haben. In den meisten Fällen besteht eine bessere und schönere Alternativroute», sagt Hans Ulrich von Gunten.  

Ein Beispiel einer aufzuhebenden Route ist der Wanderweg in Konolfingen von Tonisbach über Konolfingen-Dorf nach Mirchel. Dieser führt  zu einem grossen Teil über Teerstrassen. Die Wanderer werden über den parallel verlaufenden Weg durchs Konolfinger Moos geführt. «Es ist aber niemandem benommen, weiterhin den ‹alten› Weg zu benützen. Der einzige Unterschied ist, dass er nicht mehr auf dem Sachplan Wanderwege erscheint und demzufolge nicht mehr von «Berner Wanderwege» beschildert wird», sagt Peter Muheim. 

Im Einsatz für schöne Wanderwege

«Berner Wanderwege» setzt sich seit 1937 für den Schutz und Erhalt des Wanderroutennetzes ein. Der Kanton hat den Verein mit der Beschilderung der Wanderwege beauftragt. Zudem unterstützt der Verein Gemeinden bei der Sanierung von Wanderwegen. Auch gibt er Broschüren und Wanderkarten heraus und bietet Wanderferien an. «Berner Wanderwege» zählt derzeit rund 14’000 Mitglieder und verfügt über zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeitende.

19.07.2018 :: Jakob Hofstetter
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