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Im Judo kann ein Wettkampftag nach nur 10 Sekunden schon vorbei sein
Im Judo kann ein Wettkampftag nach nur 10 Sekunden schon vorbei sein Judo: Olivia Gertsch ist mit ihren 16 Jahren schon auf einigen Podesten gestanden. Sie trainiert jeden Tag für ihr Traumziel: Die Teilnahme an Olympischen Spielen.

«Mit sechs Jahren habe ich mit Ju-Jitsu begonnen, ich wollte einfach etwas anderes machen, als meine Eltern», erklärt Olivia Gertsch, Judoka aus Sig-nau. Doch bald wurde es der jungen Olivia zu wenig, auch sie wechselte zum Judo. Und schon bald durfte sie nach den Wettkämpfen ihre ersten Medaillen entgegennehmen. 

Die Signauer Judoka weiss, was sie will: «Ich habe jeden Tag Training, donnerstags auch schon am Morgen», zählt die selbstbewusste junge Frau ihren Stundenplan auf. 

 

Sportlehre bei der Stadt Bern

Dadurch, dass sie bei der Stadt Bern die Chance bekommen habe, eine Sportlerlehre absolvieren zu können, gehe das relativ gut auf mit der Vereinbarkeit von Lehre, Schule und Training. Aber für andere Hobbys oder Freunde ausserhalb des Judo-Kreises hat Olivia weder Zeit noch Interesse übrig. «Ich mag keine Wintersportarten, weil es mir zu kalt ist.» Viele, der hiesigen, talentierten Judokas trainieren wie Gertsch an ­verschiedenen Orten. In der Regi­on Bern im Sportklub Nippon in Bern und beim RLZ (Regionales Leistungszentrum) in Biel. Somit habe sie ihre Freunde im Training und an den Wettkämpfen, beantwortet Gertsch, die Frage auf ihre sozialen Kontakte. «Bis jetzt reichten mir die Trainings auf den Matten. Da werden ja auch verschiedene Kraftübungen, vor allem für die Rumpfstabilität, eingebaut. Aber langsam muss ich mich auch um Kraft und Ausdauertrainings ausserhalb des Dojos kümmern.» Denn, wer internationale Erfolge feiern will, muss hart dafür trainieren und auf das Gewicht achten. Im Judo werden die Kämpfer in Gewichtskategorien eingeteilt. Olivia Gertsch kämpft zurzeit bis 57 kg. 

 

Ein paar Gramm

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich an der oberen Grenze der Gewichtskategorie befindet. Nur ist das gerade an den Wettkampftagen eine ziemlich schmale Gratwanderung zwischen ein paar Gramm zu viel oder zu wenig, erzählt Olivia. «An den internationalen Turnieren hat man nur eine Chance, um auf die Waage zu stehen, deshalb nimmt immer jemand vom Team eine Waage mit, damit wir vorher ausprobieren können, ob es passt oder nicht. Manchmal gibt es schon Tage, an welchen ich dann nur ein Joghurt und eine Banane essen darf. Aber nach dem Wägen kann ich ja dann wieder zuschlagen.» Deshalb sei das Thema Essen und Gewicht nicht belastend, lacht Gertsch, sie esse, was sie wolle. Bis jetzt hat das nicht geschadet, wenn man auf ihre Erfolge im In- und Ausland schaut. 

 

In Japan trainieren sie anders

Vor zwei Jahren durfte Olivia Gertsch mit ihrem Nippon-Trainer eine Trainings- und Ferienfahrt nach Japan machen, zum Ursprungsort des Judo, dem Dojo Kodokan in Tokyo. «Das hat mich beeindruckt, die trainieren dort vier Stunden lang, ganz anders als hier», das habe in ihr umso mehr den Wunsch geweckt, mit Judo erfolgreich zu sein. Dafür sei sie jetzt noch auf der Suche nach einem Sportpaten für die Sporthilfe. Denn gerade die Sportart Judo ist alles andere als lukrativ. Bis jetzt ermöglichten ihre Eltern Olivia die Ausübung der Sportart, inklusive der Reisen ins Ausland. Und gerade bei den langen Reisen, stelle sich manchmal schon die Frage, ob es sich lohnt, denn ein Judowettkampf kann nach zehn Sekunden schon wieder fertig sein. «Wenn wir ins Ausland gehen, organisieren wir meistens noch ein Training, damit es sich wirklich lohnt. Und dann ist es ja doch jedes Mal aufregend, in einem anderen Land zu sein und dort an einem Turnier teilzunehmen», so Gertsch. Langfristig ist für Olivia klar, wo sie hin will: an die Olympischen Spiele. Vorerst gilt es für die unter der Flagge des Heimklubs Budo Club Langnau startende 16-Jährige auf nationaler Ebene zu punkten und weiterhin im Europa- und Weltcup Fuss zu fassen. 

22.03.2018 :: Olivia Portmann
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