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«Ihr Engagement gefällt mir!»
«Ihr Engagement gefällt mir!» Reformatoren: So wie die Reformatoren vor 500 Jahren vielerorts die Kirche veränderten, gab es auch nach ihnen Menschen, die sich für ihren Glauben und die Mitmenschen stark machten. Sie beeindrucken die Trachselwalder Konfirmanden noch heute.

Wer gehörte zu den Kirchen-Reformatoren? Mahatma Gandhi, Ulrich Zwingli, Henry Dunant, Marin Luther, Jeremias Gotthelf? Letzterer werde im Multiple-Choice-Test von seinen Unterrichtsschülern regelmäs­sig als einer der Reformatoren genannt, sagt Peter Schwab, Pfarrer in Trachselwald. In diesem Jahr sind «seine» Jugendlichen besser im Bild: Zusammen mit den Kirchgemeinden Lützelflüh, Hasle und Rüegesau nehmen sie sich dem Thema «500 Jahre Reformation» an.
In Trachselwald erarbeitete die Konfirmandenklasse Porträts von Reformatoren und auch von Menschen, die nach dem Wirken von Luther, Zwingli und Calvin sich für Menschen eingesetzt haben – auf der Grundlage ihres Glaubens. Die sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden durften aus einer Auswahl Persönlichkeiten selber bestimmen, welche sie porträtieren möchten.
Im Gottesdienst vergangenen Sonntag
in der Mehrzweckhalle Heimisbach haben sie ihre Porträts vorgestellt. Auf die Kon­fir­mation hin sollen diese in einen Metallrahmen gesteckt und im Kirchhof Trachselwald präsentiert werden.

Reformatoren und Reformierte
Die drei Reformatoren Martin Luther, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin wurden im Gottesdienst von Pfarrer Peter Schwab und der Vikarin Nina Sonderegger vorgestellt, während sich die Jugendlichen mit sieben Persönlichkeiten der Reformationsgeschichte beschäftigten. Das mutige Engagement der porträtierten Persönlichkeiten für Benachtei­ligte – oft gegen grossen Widerstand – hat die Jugendlichen beeindruckt.
Unter den zehn vorgestellten und jetzt im Saal ausgestellten Porträts ist Ernst Sieber (1929), der Obdachlosenpfarrer aus Zürich zu sehen. Auch den Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) gehört zu den Porträtierten der Konfirmandenklasse. «Als Dunkelhäutiger war er selber ein Aussenseiter und hat sich zeitlebens für die Unterdrückten eingesetzt. Das hat mich an ihm fasziniert», sagt Sarina Fuhrer, die dem Leben des Baptistenpfarrers nachgeforscht hat. Auch Frauen, die für das Christentum einstanden oder sich durch ihr von christlicher Nächstenliebe geprägtes Engagement auszeichneten, haben Konfirmandinnen für ein Porträt ausgewählt. Beispielsweise Englands Königin Elisabeth I (1533-1603), die mehr als ihr Vater dafür sorgte, dass die Kirche Englands wieder anglikanisch und protestantisch wurde. Elisabeth I sei eine starke, selbstbewusste Frau gewesen. Ihre kämpferische Natur finde sie beeindruckend, sagt Leonie Schwander. Dies sei der Grund, weshalb sie sich für die Auseinandersetzung mit dieser Königin entschieden habe. Auch Sophie Scholl gehört zu den Porträtierten. Als Widerstandskämpferin gegen das Dritte Reich wurde die damals 22-jährige Studentin am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und gleichentags hingerichtet.
Weiter haben sich die sieben Jugendlichen mit Niklaus Manuel (1484-1530) auseinandergesetzt, der im Kanton Bern die Reformation förderte. Auch den Urwalddoktor Albert Schweitzer (1875-1965) und den Theologen Karl Barth (1886-1968) hatten sie sich vorgenommen.
Den Porträtierten gemeinsam sei, dass sie alle dem christlichen Glauben und der protestantischen Lehre verpflichtet gewesen seien, sagt Pfarrer Peter Schwab.

Reformiert sein – gestern und heute
Nebst den Jugendlichen gestalteten die Mitglieder des Kirchgemeinderats den Gottesdienst mit. Dieser stand unter dem Motto: «Reformiert sein – gestern und heute.» Kirchgemeinderatspräsidentin Käthi Gfeller lud die versammelte Gemeinde ein, auf einem Blatt Papier zum Ausdruck zu bringen, was ihnen der Glaube an Jesus Christus heute bedeute. Die Antworten mit Begriffen wie Kraft, Liebe, Freiheit, trugen die Jugendlichen zusammen.
Das Motto sollte sich auch in der Liederwahl widerspiegeln. Ein Lied stammte von Martin Luther und wurde mit Orgelbegleitung gesungen. Orgeln waren hier mit der Reformation zwar aus der Kirche verbannt worden. Aber das Motto des Gottesdienstes lautete ja auch: «Reformiert sein heute».

16.02.2017 :: Jakob Hofstetter
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