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«Ich wollte raus aus diesem Nest»
«Ich wollte raus aus diesem Nest» SCL Tigers:

Am Samstag treffen die SCL Tigers im letzten Spiel des Jahres auf Zug. Beim EVZ hat der Emmentaler Fabian Haberstich seit dieser Saison einen Stammplatz.



Im Sommer 2016 wechselten mit Sandro Aeschlimann (22), Fabio Kläy (23) und Fabian Haberstich (20) drei ehemalige Langnauer Junioren in die neu gegründete «EVZ Academy», dem Farmteam des EV Zug. Während Goalie Aeschlimann, der am letzten Freitag beim 5:4-Sieg der Zuger gegen Kloten seine NL-Premiere erlebte, und Stürmer Kläy (sieben Partien) nur selten in der höchsten Liga eingesetzt werden, kommt Haberstich, der jüngste aus dem Trio, seit dieser Spielzeit regelmässig – bisher 26 Mal – in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Wenn auch nicht mit allzu viel Eiszeit, rund fünf Minuten sind es im Schnitt pro Partie. Dies weil EVZ-Trainer Kreis seine ausländischen Stürmer stark forciert und der vierten Linie kaum Eiszeit gewährt. Dass er überhaupt der ersten Mannschaft angehört, kam für den jungen Stürmer zu Saisonbeginn überraschend. Er erinnert sich: «Ich habe die ganze Vorbereitung und die ersten drei Meisterschaftsspiele mit der Academy in der Swiss League absolviert. Dann habe ich beim EVZ eine Chance bekommen und gebe dort nun mein Bestes.» Eine Zusicherung, dass er bis Ende Saison bei der ersten Mannschaft des EVZ bleiben kann, hat er jedoch nicht. «Die hat keiner der jungen Spieler», so Haberstich. «Jedes Spiel ist ein Kampf und man kann sich keine Pause leisten. Wenn ich meine Leistung nicht bringe, bin ich schnell wieder unten.»

 

Luftveränderung statt Extrawurst

Diese kämpferische Einstellung musste Haberstich, der in Häleschwand bei Schüpbach aufgewachsen ist, erst lernen. In Langnau, wo er die ganze Juniorenzeit verbracht hat, galt er schon in jungen Jahren als riesiges Talent. Aber auch als nicht besonders trainingsfleissig. Hört man sich rund um die Ilfishalle um, fällt in seinem Zusammenhang sogar hin und wieder das Wort «faul». Der 20-Jährige sagt dazu: «Ich war sicher einer, der nicht so viel trainiert hat wie andere. Vielleicht dachte ich, es reicht ja auch so.» Auch wegen diesem Ruf wurde er von den Tigers vor zwei Jahren nach seinen ersten neun Einsätzen in der damaligen NLA in die NLB zu Visp ausgeliehen, ehe es dann eben zum Wechsel nach Zug kam. «Ich wollte einmal weg von Langnau, raus aus diesem Nest», erinnert sich der Emmentaler. «Ich brauchte eine Luftveränderung, wollte weg vom Ort, wo ich immer eine Extrawurst bekam und irgendwo hin, wo ich richtig kämpfen muss.» Der Abschied aus Langnau erfolgte aber nicht im Streit, wie es da und dort heisst. «Ich würde nicht sagen, dass wir im Unfrieden auseinander gegangen sind. Der Wunsch zum Wechsel kam damals eher von mir aus.»

Beim EV Zug macht Fabian Haberstich parallel zum Sport eine zweijährige Ausbildung zum Büro-Assistenten, welche er im nächsten Sommer abschliesst. Sein Vertrag in Zug wurde vor wenigen Wochen um eine weitere Saison bis Frühling 2019 verlängert.

21.12.2017 :: Christoph Schär
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