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«Ich will wissen, wo ich Zeit gewinnen kann»
«Ich will wissen, wo ich Zeit gewinnen kann» Ski Alpin:

So nah am Daheim, wie diese Woche ist der Grosshöchstetter Ski-Athlet Luca Aerni kaum während der Saison. Trotz vollem Programm nimmt er sich die Zeit für seine Familie.

Luca Aerni, wie ist Ihre Gefühlslage über den verpatzten zweiten Lauf des Slaloms in Adelboden letztes Wochenende? 

Sicher, ich bin enttäuscht. Es wäre schön gewesen, ein gutes Resultat vor dem heimischen Publikum zeigen zu können. Aber leider habe ich eingefädelt und somit einen Fehler begangen, den ich nicht mehr korrigieren konnte. Trotzdem bin ich nicht ganz unzufrieden: Verglichen mit meiner Form anfangs Saison konnte ich mich konti-
nuierlich steigern und in Adelboden einen guten ersten Lauf zeigen.

 

Waren Sie nervöser hier vor heimischem Publikum zu fahren, und verspürten deshalb mehr Druck?

Den grössten Druck, den ich habe, mache ich mir selber. Letztes Jahr war eigentlich eine gute Saison. Da möchte ich wieder anknüpfen und habe das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Im Team haben wir immerhin drei Fahrer in den Top 15, da habe ich also eine gute Messlatte. Wenn ich in den Trainings mit meinen Kollegen mithalten kann, weiss ich, dass ich eigentlich gut dran bin. 

 

Wie ist es denn für Sie, wenn Sie wissen, dass Freunde und Familie im Publikum warten?

Es ist schon speziell hier in Adelboden und dann in Wengen zu fahren, weil natürlich mehr Freunde, Verwandte und Fans anwesend sind, die man persönlich kennt. Und dann ist natürlich auch die Stimmung super und das Panorama in Wengen einmalig. Ich freue mich auf jeden Fall nach dem Rennen mit meiner Familie einen Kaffee trinken zu können. Vor dem Start geht das nicht. Die Organisation und der Ablauf an einem Renntag lässt den Athleten nicht viel Spielraum für Privates zwischendurch.

 

Dann hilft es wahrscheinlich, dass man sich im Team gut versteht?

Ja, wir haben wirklich ein super Team. Klar sind wir während der Rennen Konkurrenten, aber während der ganzen übrigen Zeit haben wir es lustig miteinander und verstehen uns sehr gut. Wir sind schliesslich auch viel zusammen unterwegs und verbringen viel Zeit miteinander, wie diese Woche.

 

Was machen Sie denn konkret diese Woche bis es in Wengen wieder ernst gilt?

Am Montag bin ich von Adelboden nach Wengen gereist, habe ein bisschen gedehnt und am Nachmittag sind wir zusammen Schlittschuhlaufen gegangen. Dienstag und Mittwoch trainieren wir, wenn möglich auf der Piste. Wenn es das Wetter nicht zulässt, gibt es eben ein Konditionstraining indoor. Am Donnerstag machen wir Pause und am Freitag findet ja dann schon die Kombination statt, am Samstag die Abfahrt und am Sonntag der Slalom. 

 

Sie werden als Slalom-Spezialist gehandelt, ist das auch Ihre eigentliche Lieblingsdisziplin?

Ja, das Gute am Slalom ist, dass man bei fast jedem Wetter fahren kann. Bei den Abfahrten ist es immer heikler. Wenn die Sicht nicht stimmt, kann man nicht fahren. Beim Slalom können wir noch lange fahren. Ausserdem sind die Abfahrts-Tage so lang, da muss man hoch zum Start und wartet dann ewig bis man drankommt. Beim Slalom geht das alles zügiger voran.

 

Dennoch sieht es gerade beim Slalom so aus, als wären die Fahrer extrem nahe beieinander, es entscheiden
Nuancen über Sieg oder Niederlage. Empfinden Sie das auch so?

Bei der Top 30 ist die Differenz sehr gering. Es muss alles stimmen. Schon im Training muss man alles geben, sehr präzise sein und mit einem guten Timing alles rausholen. Wir analysieren auch jede Fahrt mit unserem Trainer. Da sieht man natürlich, wo man Zeit verliert, aber für mich ist es immer wichtiger, zu sehen, wo ich Zeit gewinnen kann. 

17.01.2019 :: Olivia Portmann
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