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«Ich muss Heinz keine Hilfe geben, er weiss genau, was jetzt zu tun ist»
«Ich muss Heinz keine Hilfe geben,  er weiss genau, was jetzt zu tun ist» SCL Tigers:

Seit der Einführung der Dreipunkte-Regel war bisher nur ein Coach mit den Tigers in den Playoffs: der ehemalige kanadisch-schweizerische Eishockeyspieler John Fust.

«Ich will die Playoffs erreichen», waren John Fust's erste Worte, die er im Sommertraining bei der ersten Begegnung mit seiner damaligen Mannschaft, sprach. «Einige Spieler schauten mich mit grossen Augen an und waren irritiert und schockiert», erinnert sich der damalige Trainer. «Ich war jung und etwas naiv, das war mein erster Coach-Job in der NLA», räumt John Fust lächelnd ein. «Wieso sollten wir das nicht schaffen? Ich glaube, genau deshalb haben wir das geschafft, weil wir nichts zu verlieren hatten.» Die SCL Tigers waren während den vorherigen Saisons nicht gerade das, was man Playoff-tauglich nennen würde – seit dem Wiederaufstieg in die NLA 97/98 spielten sie Ende Saison jeweils in den Playouts;  dementsprechend wurden sie von der Presse betitelt. Der Glaube fehlte. John Fust wollte eine neue Ära einläuten. «Wir hatten auf jede Challenge eine Antwort und wir erhöhten sogar das Risiko, indem wir nebst Benjamin Conz unseren Rookie-Torhüter Marc Schmid im Goal hatten». So wie John Fust über die Details spricht, könnte man meinen, es gehe um die aktuelle Saison, so Feuer und Flamme ist der heutige Lausanne Coach immer noch für die Mannschaft von damals. 

Er hatte sechs Spieler von der NLB mitgenommen, unter anderem Federico Lardi, und erinnert sich: «Wir haben hart gearbeitet, körperlich und im mentalen Bereich, der Fokus war unglaublich und der Drive sehr hoch. Die jungen Spieler getrauten sich zu glauben, dass sie 100% erreichen können.» Das habe die Mannschaft von anno dazumal ausgemacht, fasst Fust zusammen. 

 

Gute Balance im Team

Im Hinblick auf die aktuelle Tigers-Mannschaft sieht John Fust eine ähnliche Zusammenstellung: «Heinz Ehlers hat eine super Mischung, er hat viel mehr Talent dabei und eine gute Balance zwischen Arbeitern und Scorern». Ehlers wisse genau, wie er das Maximum aus der Mannschaft holen könne, meint John Fust, der Ehlers bestens kennt von den gemeinsamen Zeiten in Lausanne. «Heinz braucht keine Tipps, er weiss, was jetzt zu tun ist. Und er weiss, auch was zu tun ist, wenn die Mannschaft tatsächlich die Playoffs erreicht», fügt Fust fairerweise hinzu. Bei ihm war dann nämlich Endstation. Die SCL Tigers 2010/2011 qualifizierten sich mit 74 Punkten auf Rang 6. für die Playoffs, schieden dann aber trotzt grosser Fan-Aktion mit grünen Trikots gegen Bern mit vier verlorenen Spielen aus. «Der Tank war leer, wir hatten von A bis Z alles gegeben und dachten wohl, wir hätten schon mal was erreicht. Aber da haben wir eine wichtige Lektion gelernt: wenn man denkt, man habe etwas erreicht, muss man noch weiter kämpfen», gibt John Fust seine einzige Enttäuschung der Saison 2010/2011 zu. 

20.12.2018 :: Olivia Portmann
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