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«Ich bin überzeugt, dass wir mehr erreichen können als die Playoffs»
«Ich bin überzeugt, dass wir mehr  erreichen können als die Playoffs» SCL Tigers:

Das Ziel «Playoffs» hat die Führung der SCL Tigers offiziell nie. Man wolle sich in allen Bereichen stetig verbessern, war das Credo. In den Playoff steht das Team dennoch.

Was die SCL Tigers in der Qualifikation gezeigt haben, ist wahrlich eine kontinuierliche Verbesserung auf vielen Ebenen. Kein Wunder spricht Captain Pascal Berger nun mit gestärktem Selbstbewusstsein.

 

Pascal Berger, letzten Freitag hätte das Team in Rapperswil den Sack zumachen können. Stattdessen gabs eine 2:5-Schlappe, was war los?

Wir sind eben auch nur Menschen. Auf einmal haben wir realisiert, dass wir die Qualifikation schaffen könnten und da nahm die Nervosität bei einigen Spielern Überhand. Ich nehme eine gewisse Schuld auch auf mich, ich hätte das Thema vehementer ansprechen sollen. Aber es ist für mich als Captain auch nicht immer einfach, meine Mitspieler zu beruhigen. 

 

Dank des 4:2-Sieges gegen Bern hat es doch noch geklappt. Am Montag hat das Team gegen Lausanne den Heimvorteil und einen Platz in der Champions League verspielt. 

Es wäre toll gewesen den Heimvorteil zu gewinnen. Auch an einem Einsatz in der Champions League hätten wir alle Freude gehabt. Gegen ausländische Teams zu spielen, wäre eine ganz neue Herausforderung. Im Spiel gegen Lausanne wäre rückblickend mehr mehr möglich gewesen; wir hatten uns auf jeden Fall mehr erhofft. Aber jetzt müssen wir das abhaken und weiterschauen. 

 

Im Playoff-Viertelfinal wartet wieder Lausanne. Wie geht ihr jetzt vor?

Wichtig ist, dass wir uns vorderhand sehr gut erholen. Wir hatten vier Matches in sieben Tagen; einzelne Spieler hatten dabei sehr viel Eiszeit. Dann braucht es eine gewissenhafte Vorbereitung. Eines ist schon klar: Es gibt nicht mehr viele Geheimnisse über den Gegner, aber jetzt kommt es auf jedes Detail an. Und dann ist es besonders wichtig, dass wir uns auf -unser Spiel konzentrieren und unser Ding durchziehen. Auf diese Weise bin ich überzeugt, haben wir eine Chance, mehr zu erreichen als nur das Teilziel Playoffs.

 

Die SCL Tigers gewinnen also die Viertelfinal-Serie?

Lausanne ist klar der Favorit – aber nichts ist unmöglich. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir müssen uns auf unsere Stärken fokussieren und an uns glauben. Wir haben diese Saison oft bewiesen, dass wir mit -Willen, mentaler Stärke und unserer Taktik gegen talentiertere und auf dem Papier stärkere Teams bestehen können und durchaus Chancen haben.  

Playoff: Sportlich ein Riesengewinn, finanziell weniger

Die SCL Tigers waren diese Saison sportlich erfolgreich wie selten. Wie äussert sich dies wirtschaftlich? «Der sportliche Erfolg überträgt sich nicht 1:1 auf die Zuschauerzahlen», weiss Peter Müller, Geschäftsführer der SCL Tigers AG. Mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von mehr als 5700, weisen die SCL Tigers zwar eine sehr hohe Auslastung aus – ausverkauft waren aber erst gegen Ende der Qualifikation eine ganze Reihe von Heimspielen. Verwaltungsratspräsident Peter Jakob bestätigt: «Wir haben im Lauf der Qualifikation immer mehr aufgeholt. Genaue Zahlen haben wir natürlich noch nicht, aber wir rechnen mit einer schwarzen Null.» Auch das Tatzen-Derby habe zur derzeit ausgeglichenen Rechnung beigetragen, erklärt Jakob. Der Reingewinn sei etwas höher ausgefallen als budgetiert. 

Playoffs sind kaum ein Geschäft

Während die Playoffs für die Hockeyfans das höchste der Gefühle sind – und auch Peter Jakob wie Peter -Müller des Lobes voll sind ob des sportlichen Erfolgs – rentieren sie für das Langnauer Eishockeyunternehmen finanziell nur bedingt: «Die Mehrausgaben sind höher als die Mehreinnahmen», fasst Peter Müller zusammen. Konkret bedeutet dies, dass die Boni der Spieler mehr kosten als die Mehreinnahmen aus Sponsoring, Gastro und Tickets bringen. «Wir versuchen dieses Missverhältnis nun mit zusätzlichen Sponsoring-Paketen auszugleichen», erklärt der Geschäfsführer. 

Ambitionen trotz kleinem Budget 

Sehr gerne hätte die Führung der SCL Tigers die Playoffs mit einem Heimspiel begonnen. «Grundsätzlich hoffen wir auf möglichst viele weitere Heimspiele», hält Peter Jakob fest. «Wir haben Ambitionen, trotz des kleinsten Budgets der Liga.» Dass trotz der bescheidenen finanziellen Mittel in Langnau viel erreicht werde, sei auch andernorts registriert worden. «Langnau ist eine gute Adresse im Schweizer Eishockey», sagt Jakob. In letzter Zeit seien beispielsweise Spieler nach Langnau gekommen, die andernorts mehr verdient hätten. Das sei sicher auch das Verdienst von Trainer Heinz Ehlers. «Wir werden unseren Weg weitergehen», meint Peter Jakob. So wie auch die Mannschaft immer weiter kämpfe. 

07.03.2019 :: Olivia Portmann
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