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Hohe Ansprüche an die Überbauung am Langnauer Bärenplatz
Hohe Ansprüche an die Überbauung  am Langnauer Bärenplatz Langnau:

Zwei Häuser sollen auf dem Bärenplatz entstehen. Ein passendes Projekt für diesen historisch bedeutenden Ort zu erarbeiten, sei anspruchsvoll, sagen die Planer.

Am Bärenplatz, dort wo bis 1960 der «Löwen» und dann bis 2014 ein Migros-Gebäude stand und jetzt Parkplätze sind, sollen zwei unterschiedlich grosse Häuser mit Wohnungen und Gewerberäumen entstehen. «Auf diesem Platz etwas zu bauen, das den Anforderungen aller Anspruchsgruppen entspricht, ist eine grosse Herausforderung», sagt Bernhard Gerber, zuständig für das Planungswesen im Gemeinderat Langnau. Weshalb? «Das Areal ist von besonderer städtebaulicher Bedeutung. Es liegt im historischen Dorfkern von Langnau und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche und zu historischen und schützenswerten Gebäuden (Sängerhaus, Gasthof Bären, Chüechlihus)», steht in den Vernehmlassungsunterlagen zur Arealentwicklung «Am Bärenplatz». Der Dorfkern von Langnau ist als Ortsbild von nationaler Bedeutung im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz -aufgeführt und mit den maximalen Er-haltungszielen ausgestattet. 

Gutachter begleiteten die Planung

Zur Sicherstellung einer passenden Bebauung hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der Projektträgerschaft I-Plus AG ein Gutachterverfahren durchgeführt. Die vier externen Gutachter (Städtebau- und Landschaftsarchitekten, Denkmalpfleger) haben zusammen mit den Akteuren unter anderem die optimalen Überbauungsmöglichkeiten und das Nutzungsmass ausgelotet. 

Geplant sind nun zwei Gebäude: Das grössere ist 30 Meter lang, 15 Meter breit und 18 Meter hoch. Das andere misst zwölf mal elf Meter und ist auch rund elf Meter hoch. Im grösseren Baukörper entstehen im Erdgeschoss Produktions-, Verkaufs- und Nebenräume wie Lager, Büros und Garderoben. In den Plänen zum Richtprojekt ist bereits eine Confiserie und ein Restaurant eingetragen. Wird die Confiserie Wisler dort einziehen? «Wir sind sehr interessiert und stehen im Gespräch mit den Projektträgern», bestätigt Christoph Wisler von der benachbarten Confiserie, «entschieden ist aber noch nichts.»

Das erste Geschoss ist je hälftig zum Arbeiten (Dienstleistung, Praxis, Büros) und zum Wohnen bestimmt. Im zweiten, dritten und im Dachgeschoss entstehen ausschliesslich Wohnungen. 

Im Erdgeschoss des kleineren Gebäudes sind Arbeitsräume – beispielsweise ein Atelier – vorgesehen. Im ersten und zweiten Stockwerk gibts Wohnraum. Insgesamt 15 Wohnungen in der Grösse von 3,5 bis 5,5 Zimmer sind auf dem Areal geplant. Zwischen den beiden Liegenschaften entsteht ein Innenhof, die Autos werden in der Tiefgarage parkiert. 

Was ein gelungenes Projekt ausmacht

«Was nun auf diesem Platz gebaut wird, passt optimal dorthin», ist Gemeinderat Bernhard Gerber überzeugt. Was gefällt ihm an diesem Projekt? «Die beiden Liegenschaften strahlen eine Einfachheit aus, die sehr gut in die Umgebung passt», sagt er spontan. Insbesondere die Dachform – das grosse Haus mit Satteldach und Querfirst, das kleinere mit Walmdach und kurzer First, gefallen ihm. Das grössere Gebäude komme genau am Platz des einstigen «Löwen» zu stehen, mit fast identischen Dimensionen. Das kleinere Haus nehme die «Körnung» der umliegenden Häuser auf und gliedere sich somit gut ins Dorfbild ein, so Gerber. Wichtig sei auch, dass auf diesem Areal zwei Häuser und nicht bloss eines gebaut werde. «Die Fassade würde sonst ein zu dominantes Bild abgeben.»

Kommt gut an, aber es fehlt an Parkplätzen

Derzeit sind die Zone für Planungspflicht IX (ZPP) und die Überbauungsordnung (ÜO) für das Zentrum am Bärenplatz in der Vernehmlassung. Am Dienstagabend informierten Gemeinderat, Bauverwaltung und die Projektträgerschaft über das Vorhaben.

Die Erläuterungen von Thomas Kaufmann und Stefan Lehmann von der Projektträgerschaft I-Plus kamen mehrheitlich gut an. Ein Kritikpunkt waren die lediglich zwölf vorgesehenen Parkplätze in der Einstellhalle für die 15 Wohnungen sowie Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe der beiden Liegenschaften (siehe Haupttext). Thomas Kaufmann informierte, dass sie mehr Parkplätze anstrebten. Voraussetzung hierzu sei, dass auch die Nachbarn mitmachen würden. 

Weitere Fragen und Anregungen betrafen die Gebäudehöhe sowie die Detailausführung des Projekts.

Die Mitwirkung läuft bis am 13. Juli.

Laut Gemeinderat Bernhard Gerber ist geplant, dass in einem Jahr der GGR über die ZPP IX und der Gemeinderat über die ÜO beschliesst. Ziel sei es, im Herbst 2019 das Baugesuch einreichen zu können.

 

14.06.2018 :: Jakob Hofstetter
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