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Historischer Derby-Sieg beim Meister
Historischer Derby-Sieg beim Meister SCL Tigers: Langnau verwandelte den 0:3-Rückstand noch in einen 5:3-Sieg. Während der Grossteil der 16’003 Fans irritiert den Heimweg antrat, sagte Tigers-Trainer Heinz Ehler unten im Garderobenbereich der PostFinance-Arena: «Der Unterschied zwischen dem ersten und den beiden anderen Dritteln war wie Tag und Nacht. Auf einmal sind wir gelaufen, haben die Scheibe gespielt und defensiv deutlich besser agiert.

28 Minuten waren am letzten Dienstag zwischen dem souveränen Tabellenführer Bern und den SCL Tigers gespielt, als Mark Arcobello den haushohen Favoriten mit 3:0 in Führung brachte. Die Langnauer hatten es kurz zuvor verpasst, während 74 Sekunden in doppelter Überzahl den Anschluss zu schaffen. Nichts, aber wirklich gar nichts, sprach jetzt noch für die Emmentaler.

Doch das scheinbar Unmögliche wurde Realität, Langnau verwandelte den 0:3-Rückstand noch in einen 5:3-Sieg. Während der Grossteil der 16’003 Fans irritiert den Heimweg antrat, sagte Tigers-Trainer Heinz Ehler unten im Garderobenbereich der PostFinance-Arena: «Der Unterschied zwischen dem ersten und den beiden anderen Dritteln war wie Tag und Nacht. Auf einmal sind wir gelaufen, haben die Scheibe gespielt und defensiv deutlich besser agiert.»

Den massiven Fehlstart seiner Mannschaft erklärte der Däne so: «Man kommt nach Bern und hat ein bisschen zu viel Respekt. Das passiert auch anderen Mannschaften.» Entscheidend war Langnaus Reaktion. Und die kam prompt. Keine vier Minuten nach Berns 3:0 stand es nur noch 3:2. «Nach unserem ersten Tor haben wir plötzlich wieder daran geglaubt und dann kam gleich das zweite Tor. Das hat natürlich geholfen», sagte Benjamin Neukom, der im Schlussdrittel erst das 3:3 einleitete und 28 Sekunden später zum siegbringenden 4:3 traf.

Erst zum dritten Mal in der höchsten Spielklasse gewann Langnau damit eine Partie nach 0:3-Rückstand noch. Zuvor gelang das erst im März 1988, beim 6:5 in Freiburg und im Februar 2007, beim 5:4 in Davos.

Erstaunlich: Von 14 Partien gegen die Top-6-Teams holten die Tigers 18 Punkte (1,3 im Schnitt) in den zwölf Spielen gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte jedoch nur 13 Zähler (1,1 im Schnitt). Heinz Ehlers sagt dazu: «Vielleicht ist der Druck etwas zu gross, wenn wir entscheidende Spiele gegen direkte Konkurrenten haben.» Übermorgen Samstag gastiert mit Lausanne wieder einer dieser Direktkonkurrenten in der Ilfishalle. Druck hin oder her: Die Tigers brauchen weitere Punkte. Sonst ist der Derby-Sieg in Bern nur noch halb so viel wert.

30.11.2017 :: Christoph Schär
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