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Heimweh-Emmentaler: Von der virtuellen Welt ins echte Emmental
Heimweh-Emmentaler: Von der  virtuellen Welt ins echte Emmental Trub: Am Samstag fand das erste Heimweh-Emmentaler-Treffen statt. Gut 40 Leute aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland genossen einen
unbeschwerten, sonnigen Tag.
Die Facebook-Seite des Magazins «Lebenslust Emmental» zählt mehr als 4200 Nutzerinnen und Nutzer aus aller Welt. Im Winter deponierte jemand die Idee, sich einmal im Emmental zu treffen. Die Betreiberin besagter Seite, Verena Zürcher, war gespannt, ob es möglich ist, die Leute von der virtuellen Welt ins echte Emmental zu holen und nahm die Anregung auf. Dank ihrem grossen Netzwerk war es möglich, ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. Als Austragungsort wählte die Langnauerin ihre Heimatgemeinde Trub, wo sie aufgewachsen ist.
Nach der Ausschreibung durfte die Initiantin die ersten Anmeldungen entgegennehmen. Letzten Samstag trafen bei herrlichem Sonnenschein über 40 Leute in Trub ein. Besonders erfreut war Verena Zürcher, dass sich auch ein Ehepaar aus Frankreich (Normandie) einfand. Der Urgrossvater der Frau war im 19. Jahrhundert als Küher nach Frankreich ausgewandert. Obwohl die Frau ihren Urgrossvater nie kannte, ist sie stolz, dessen Namen, Fankhauser, zu tragen. Aber auch Gerber, Siegenthaler, Heiniger und Blaser – oder Leute, deren Vorfahren so geheissen hatten – waren zu Gast. Der Familienplatz Trub war ein idealer Ort, um auf Spurensuche zu gehen.

Auf den Spuren der Mönche
Nach dem Begrüssungsapéro im «Löwen» verteilte sich die Gruppe. Fast die Hälfte begab sich unter der Führung von Christian und Susanna Zürcher auf das Pfaffenwägli nach Stauffen, um auf den Spuren der Truber Mönche zu wandern. Tatsächlich begegnete ihnen unterwegs ein Mönch, welcher der Gruppe aus seinem Leben im mittelalterlichen Kloster Trub erzählte. Der Überraschungsgast vermochte die Wanderer zu beeindrucken und noch lange diskutierten die Teilnehmer über diesen «grossartigen Philosophen», den sie da getroffen hätten. Der Brugdorfer Autor Hans Herrmann war in die Rolle des Mönchs geschlüpft.

Goldfieber im Seltenbach
Im Seltenbach dagegen brach mit Schweizermeister Serge Glatz und seiner Ehefrau Silvia bald einmal das grosse Goldfieber aus. Nachdem eine Teilnehmerin der fröhlichen Goldwäschertruppe das erste Goldflitterchen gefunden hatte, gab es kein Halten mehr. Fast war die Zeit zu knapp, um dem ausgebrochenen Goldfieber gebührend zu frönen. Denn in den Gasthäusern wartete ein feines Essen – und diejenigen Teilnehmer, die sich im Dorf umgesehen und den Heimatmärit genossen hatten.
Nach dem Mittagessen begab sich die ganze Gruppe in den «Sternensaal», wo Familie Keller Jaberg aus Sumiswald mit einer grossen Anzahl alter Instrumente wie Halszither, Häxeschyt, Geige, Langnauer Örgeli und singende Säge aufwartete. Das Konzert der vierköpfigen Truppe war ein Erfolg. Die variantenreiche Musik bildete für viele den krönenden Abschluss eines wundervollen Tages, an dem sogar das Wetter mitspielte.

Soll zur Tradition werden
Gegen 18 Uhr verliessen über 40 glückliche Heimweh-Emmentaler das Tal der Trueb – mit dem Versprechen, nächstes Jahr wieder ans Treffen zu kommen. Dieses wird am 27. August 2016 in der Region Lützelflüh-Trachselwald stattfinden. Für Organisatorin Verena Zürcher ist es klar, dass aus diesem Versuch eine Tradition werden soll. «Ich bin zufrieden, dass ich am Ende dieses wunderbaren Tages nur glückliche Leute verabschieden durfte», sagte sie. Und Teilnehmerin Cornelia Ruch zeigte beim Abschied stolz ihr Wassergläschen mit sechs schwimmenden Goldflitterchen.
02.07.2015 :: Pedro Neuenschwander
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