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«Habe die Kritik an mir mitbekommen»
«Habe die Kritik an mir mitbekommen» SCL Tigers:

Mit dem SCB wurde Aaron Gagnon Meister, in Langnau hat er einen schwierigen Start hinter sich. Am Samstag trifft der Kanadier im Derby auf alte Kollegen.

Die Erwartungen an Aaron Gagnon waren in Langnau von Anfang an sehr hoch. Immerhin wechselte der Kanadier von Meister Bern ins Emmental. Während seine ausländischen Teamkollegen zu Saisonbeginn Skorerpunkt an Skorerpunkt reihten, bekundete der 31-Jährige Anlaufschwierigkeiten. In den ersten Wochen gelang ihm nicht allzu viel, da und dort wurde bereits von einem Fehleinkauf gesprochen und geschrieben.

Beirren liess sich Gagnon dadurch jedoch nicht. Er sagt: «Ich habe die Kritik an mir mitbekommen. Aber man muss in solchen Situationen trotzdem positiv bleiben, egal was passiert. Man muss an sich glauben und weitermachen.» Die positive Einstellung hat sich ausbezahlt. In den beiden Heimspielen gegen Servette und Freiburg erzielte der zuvor Kritisierte jeweils das entscheidende Tor zum 3:2. Zuletzt profitierte er auch davon, dass die erste Sturmreihe mit Elo, Erkinjuntti und Gustafsson ins Stocken geraten war. Trainer Heinz Ehlers reagierte und ersetzte Gustafsson für die beiden Spiele am letzten Wochenende durch Gagnon.

Ehlers sagt, der Kanadier habe dadurch eine faire Chance erhalten, zu zeigen was er wirklich könne: «Ich will niemanden beleidigen, aber die jüngeren Spieler, mit welchen Gagnon zuvor zusammengespielt hat, konnten ihn nicht so gut unterstützen wie seine jetzigen Mitspieler», so der Däne. Der Spieler selber meint: «Elo und Erkinjuntti wissen genau wo ich stehe und wie sie mich anspielen können.» Dass er an der Seite der beiden Finnen zuletzt deutlich auffälliger spielte als zuvor, ist für den kanadischen Stürmer logisch: «Solch gute Mitspieler geben mir die Möglichkeit, noch offensiver zu spielen und mehr Chancen zu kreieren.»


Wiedersehen mit Meisterkollegen

Ein besonderes Spiel erwartet den Kanadier, der einst 38 NHL-Partien für Dallas und Winnipeg absolvierte, am kommenden Samstag. Mit dem SC Bern, der zum Derby in die Ilfishalle kommt, wurde Aaron Gagnon letzte Saison Schweizermeister. Mit einigen Spielern der Hauptstädter steht er nach wie vor in Kontakt: «Wenn man gemeinsam so etwas erlebt, entstehen Freundschaften. Ich freue mich darauf, die Jungs wieder zu sehen.» Der Vater zweier Buben (Mason, 3 Jahre und Kadin, 9 Monate) wechselte letzte Saison nach vier Jahren in Finnland erst kurz vor Beginn der Playoffs zum SC Bern. Und bereut dies keineswegs. «Ich denke, ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort gelandet. Manche Spieler versuchen eine ganze Karriere lang eine Meisterschaft zu gewinnen.»

Dass er nun in Langnau nicht um Titel sondern in erster Linie um den Ligaerhalt kämpft, stört Aaron Gagnon nicht. «Es ist natürlich eine andere Situation, aber ich gebe mein Bestes um die Kultur hier ein wenig zu verändern und dem Team zu helfen, vielleicht sogar die Playoffs zu erreichen.»

12.10.2017 :: Christoph Schär
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