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Grunders Bilder zeigen eine neue Realität
Grunders Bilder zeigen eine neue Realität Langnau:

An den Jazz Nights wurden ausgewählte Bilder von Urs Grunder ausgestellt. Seine fotografischen Kunstwerke fesseln den Betrachter durch eine oft ungewohnte Wahl des Sujets.

Auf manchen von Urs Grunders Bildern sind Menschen zu entdecken, jedoch nur schemenhaft oder als Umrisse. Es ist, als ob sie für einen Moment aus dem Unsichtbaren auftauchen, um im nächsten Moment wieder in einem Spiel aus Licht und Schatten zu verschwinden. Manchmal sind die Farben grau wie ein Regentag, dann wieder leuchtend orange und rot. Andere Bilder zeigen Impressionen aus einer Stadt; wie ein Kontrast sind nun klare Konturen zu sehen, Details werden betont. Eine Eigenschaft teilen aber alle Bilder des Künstlers aus Bolligen: Sie wecken die Aufmerksamkeit des Betrachters. «Ich möchte mit meinen Werken zeigen, dass es möglicherweise verschiedene Realitäten und Wirklichkeiten gibt», sagte Urs Grunder an der Vernissage, die von den Langnau Jazz Nights in der Kupferschmiede organisiert wurde. 

Eröffnet wurde die Ausstellung von Simone Thalmann Wenger, die den Künstler und sein Werk vorstellte und dazu einlud, sich bei einem guten Gespräch oder auch in stiller Betrachtung von der Bilderwelt inspirieren zu lassen. 

Am Computer entsteht etwas Neues

Bei einem Gespräch erklärte Urs Grunder, wie seine Bilder entstehen: «Es ist Fotografie im weitesten Sinne, entfernt sich aber auch wieder von ihr, es ist ein Malen mit Licht.» Und weiter: «Bei der Herangehensweise lasse ich mich auch von Gefühlen leiten und achte dabei auf Kleinigkeiten wie etwa ein beleuchteter Tulpenstrauss mit einem Taxi im Hintergrund. Dann wieder finde ich Schattenbilder und versuche, eine neue Realität in sie hineinzuzaubern.» Urs Grunder entdeckte die Fotografie bereits mit zehn Jahren. Nach der Aufnahme sei ein Bild aber nicht fertig, betonte der Künstler, denn nun beginne ein zweiter kreativer Prozess: «Je nach Stimmung hole ich zuhause ein Foto hervor und bearbeite es am Computer.» Dies sein indes keine Bildbearbeitung im herkömmlichen Sinne. Urs Grunder bezeichnet die Retouche als intensiven und kreativen Prozess, bei dem aus der Fotografie etwas Neues entsteht. «Ich gestalte wie ein Maler, der an einem bestehenden Werk weiterarbeitet.»

Eine veränderte Blickweise

Urs Grunder verriet, dass er beim Gestalten gerne Blues hört, Jazz gefalle ihm aber auch. Besucher der Jazz Nights hatten die Gelegenheit, mit dem Künstler zu diskutieren und in der stimmungsvollen Atmosphäre der Jazz Nights das Geschehen mit einer veränderten Blickweise zu beobachten – so wie Urs Grunder es macht. Die Jazz Nights seien dazu ein idealer Ort, erklärte Simone Thalmann, gerade im Miteinander der Menschen könne man erfahren, dass die Realität mehr sei, als man sehen oder hören könne.

Neuer Besucherrekord

Die 28. Langnau Jazz Nights dauerten vom 24. bis zum 28. Juli. Die Geschäftsführerin Angela Schenker sagte auf Anfrage, dass sie mit den Besucherzahlen sehr zufrieden sei. «Wir konnten dieses Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnen, viele Konzerte waren ausverkauft.» Den Abschluss des Festivals bildeten am vergangen Samstag Auftritte auf der Krompholzbühne, ein Piano-Wettbewerb und ein Konzert der Band «Judy Niemack Project» in der reformierten Kirche.

02.08.2018 :: Benjamin Stocker-Zaugg
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