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Grosse Werke, Feier der Farben und gefundene Heimat
Grosse Werke, Feier der Farben  und gefundene Heimat Schüpfheim:

Ein Fest der Farben und Formen ist die Werkausstellung des Ateliers des Heilpädagogischen Zentrums Sunnebüel  im Entlebucherhaus. Auch Texte wurden vorgetragen.



Mit einer Vernissage eröffnete letzten Donnerstag das Entlebucherhaus die Sonderausstellung des Ateliers des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Sunnebüel. 20 Künstler präsentieren 52 Arbeiten aus ihrem letztjährigen Schaffen, seien es Bilder, Skulpturen oder Texte. Musikalisch wurde die Ausstellung eröffnet vom Karaoke-Sänger Benedikt Riedweg, der sich ebenfalls mit zwei Werken an der Ausstellung beteiligt. Er gehört zur Mittwochs-Gestaltungsgruppe, die seit fünf Jahren von Thom Bucher geleitet wird und für die sich interessierte Bewohner des HPZ einschreiben können. Zu Beginn des Projekts waren es nur sieben oder acht Leute, heute sind es deren 20. Im Entlebucherhaus steht ihnen ein eigener Raum zur Verfügung, der es ihnen ermöglicht, ungestört zu arbeiten und sich ohne Ablenkung nur auf die Arbeit zu konzentrieren. 

Beziehung zur Kunst

Sieben der 20 Künstler präsentierten an der Vernissage auch Texte. Der erste Text, eine Grussbotschaft zur Ausstellungseröffnung, beschrieb die ganz persönliche Beziehung des Autors zur Kunst: «Kunst ist Feier der Farbe. Die Kunst finde ich im Farbenmeer. Ich bin ein feiernder Künstler. Leben ist ein Fest der Farben.» Armin Emmenegger schrieb zu seinem Werk, einem grossen Kreuz: «s’Heiligchrüz esch en Pelgerort. Es liet im Äntlibuch, s’gröscht Buech im Schwiezerland.» Das Heiligkreuz schaffte es auf den vierten Platz an den Jugendkulturtagen. 

Schreibwerkstatt besucht

Benjamin Abgottspon stellt sieben Arbeiten aus, die seinen künstlerischen Entwicklungsweg aufzeigen. Sein neuestes Werk «Köpfli», eine Skulptur aus Stacheldraht und Schnüren, kommentierte er so: «Defekt im Kopf, dachte ich, aber Kunst gab mir ein anderes Gesicht.» Zum Thema Heimat schrieb er: «Heimat ist dort, wo Liebe ist. Gute Menschen, die mich verstehen, geben mir ein Gefühl von Heimat. Liebe Leute schaut, dass ihr jemandem Heimat gebt!» Der junge Künstler gehört zu den Teilnehmenden der Künstlergruppe des HPZ Sunnebüel, die in Bielefeld eine Schreibwerkstatt bei «Wortfinder
e. V» besuchten. Dies ist ein Verein, der sich der Förderung des kreativen Schreibens von Menschen mit Beeinträchtigungen verschrieben hat. 

Mit seinem Text beteiligte sich Benjamin Abgottspon auch am Wortfinder-Schreibwettbewerb, an dem 600 deutschsprachige Autoren teilnahmen. «Heimat» ist einer von 60 im «Wortfinder Jahreskalender 2017» veröffentlichten Texte. 

Cornelia Burri, eine Frau von kleiner Statur, stellt zwei grosse Werke aus Holz und Eisen aus. Sie sprechen auch ohne Worte.


11.05.2017 :: Bernadette Waser.
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