Anmelden
Gott verstehen können

«In principio creavit Deus caelum et terram.» Genauso hörten die Menschen in Europa während Jahrhunderten die Bibel. Und praktisch niemand verstand auch nur ein Wort davon. Immer wieder gab es Menschen, die das ändern wollten. Luther ist uns sehr bekannt, aber einer von ihnen war auch William Tyndale. 1494 wurde er in England geboren und besuchte die besten Schulen. Eine glänzende Karriere als Priester lag vor ihm. Aber er hatte ein tiefes Anliegen: Die Menschen sollten das Wort Gottes in ihrer Sprache hören. Er begann, die Bibel ins Englische zu übersetzen, gegen das ausdrückliche Verbot der Kirche. Er flüchtete nach Deutschland und vollendete dort das Neue Testament. Es wurde gedruckt, aber die meisten Exemplare wurden vom englischen Staat vernichtet. Aber er übersetzte weiter.

Doch er wurde von einem engen Freund verraten und am 21. Mai 1535 verhaftet. Auch nach vielen Monaten im Gefängnis änderte er seine Überzeugungen nicht. Am 6. Oktober 1536 wurde er zum Richtplatz geführt. Laut rief er der grossen Volksmenge zu: «Herr, öffne dem König von England die Augen!» Dann wurde er hingerichtet.

Was Tyndale nicht mehr erlebte: Der englische König Henry VIII. änderte seine Haltung vollkommen. Kaum vier Jahre später veranlasste er, dass die englische Bibel in Tausenden Exemplaren gedruckt wurde. Er wollte, dass in jeder einzelnen Kirche diese Bibel aufliegt, damit die Menschen sie lesen können. Gott hatte das Gebet von Tyndale erhört. Und die Menschen in England konnten das Evangelium in ihrer Sprache hören und glauben.

Es ist ein Geschenk, die Bibel in unserer Sprache zu haben. Viele Menschen haben dafür alles ge-geben, sogar ihr Leben. So kann heute jeder von uns, der will, eine Bibel nehmen, sie aufschlagen und verstehen, was Gott sagt. Was für ein Privileg!



08.06.2017 :: David Jany, Pastor, FEG Sumiswald
Meistgelesene Artikel
Die beiden Brüder geben Vollgas
Zäziwil: Die beiden Brüder Yanick und Lars Oppliger haben ein nicht alltägliches Hobby: Mit ihrem...
«Hilfeeeeee...» Kurz bevor der Wecker klingelte, sass ich kerzengerade mit...
Er: «Schaatz, machst du mir bitte einen Kaffee?»  Sie: «Tut mir leid, ich...
So, jtz geits wyter mit Gschichte us Trachsuwaud. Mir gö ueche, ufe Bärg hinger em...
Mit grünen Kühen braucht man uns hier im Emmental nicht zu kommen, die hat der Eggimann...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr