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Gemeinderat will klare Bedingungen schaffen in Sachen Schule
Gemeinderat will klare Bedingungen schaffen in Sachen Schule Oberhünigen:

Die Schule soll nach Zäziwil–Grosshöchstetten ausgerichtet werden, der Schulstandort Oberhünigen erhalten bleiben. Ab Sommer gehen die Kindergärteler nach Zäziwil.



Dass sich die Schule Oberhünigen neu ausrichten muss, ist schon länger bekannt. Grund sind die ruckläufigen Schülerzahlen. Sind es heute noch 48 Kinder, welche den Kindergarten bis 9. Klasse besuchen, verbleiben im Schuljahr 2021/22 voraussichtlich noch 30. Klar ist, dass ab diesem Sommer kein Kindergarten mehr geführt werden kann, was auch das Aus für die Basisstufe bedeutet. Es habe rasch eine Lösung gefunden werden müssen, sagte Gemeinderätin Beatrice Wittwer an der Gemeindeversammlung letzten Mittwoch. «Der Gemeinderat hat eine Auslagerung des Kindergartens an die Gemeinde Zäziwil beschlossen.» Weshalb denn noch abstimmen, wenn dies bereits beschlossen sei, wollte ein Bürger wissen. Die Eröffnung und Schliessung von Klassen liege in der Kompetenz der Gemeindeversammlung, erklärte Beatrice Wittwer. «Wir müssen deshalb form- und rechtshalber abstimmen, obwohl eigentlich keine Wahl besteht.» 46 der 58 Stimmberechtigten folgten dem Antrag des Gemeinderates.

Klare Bedingungen schaffen

Weit mehr zu diskutieren gab die künftige Ausrichtung der Schule Oberhünigen. Die Strategie des Gemeinderates sei es, eine längerfristige Lösung zu finden, sagte Beatrice Wittwer. «Es sollen vom Kindergarten bis in die 9. Klasse für alle klare Rahmenbedingungen herrschen.» Der Gemeinderat schlug den Stimmberechtigten vor, die Schule in Richtung Zäziwil (Primar- und Realschule) sowie Grosshöchstetten (Sekundarschule) auszurichten. «Voraussichtlich würden ab Sommer 2019 die Primarschüler beider Gemeinden in Zäziwil und die Realschüler in Oberhünigen unterrichtet.» Der Schulstandort Oberhünigen bliebe also erhalten. Sekschülerinnen und -schüler gingen dann nur noch nach Grosshöchstetten und nicht mehr nach Konolfingen. 

Mit dieser Auslagerung werde der Aufgabenbereich Bildung an Zäziwil beziehungsweise Grosshöchstetten übertragen. «Wir haben dann keine eigenständige Schule mehr.» Allerdings könne in der Schulkommission mitbestimmt werden, betonte Beatrice Wittwer. Der Schülertransport werde durch die Gemeinde organisiert und finanziert. «Für den Kindergarten streben wir ab Sommer vorerst eine Lösung mit Privatpersonen an.» Wie sich die Auslagerung finanziell auswirken wird, ist noch nicht klar. «Das variiert stark je nach Schülerzahlen. Tendenziell kostet der auswärtige Unterricht etwas mehr.»

Es war dies nicht das erste Mal, dass die Bevölkerung von Oberhünigen in Sachen Schule mitreden konnte; es gab mehrere Informations- und Mitwirkungsanlässe. Von den ursprünglich vier Varianten schafften es zwei in die engere Wahl: Zäziwil–Grosshöchstetten und Niederhünigen–Konolfingen. Bei letzterer wären keine Schüler mehr in Oberhünigen unterrichtet worden, das Schulhaus hätte umgenutzt werden müssen. 70 Prozent der Leute, die sich zu den Varianten äusserten, sprachen sich für Zäziwil–Grosshöchstetten aus.  

Zäziwil braucht Schulraum

An der Gemeindeversammlung gab es kritische Voten zum Vorschlag des Gemeinderates. Was, wenn Zäziwil in fünf Jahren entscheide, Oberhünigen zu schliessen? In Zäziwil habe es nicht genügend Schulraum für alle Kinder, weshalb es das Schulhaus Oberhünigen brauche, antwortete Gemeindepräsident Bruno Stalder. Dies bestätigte der anwesende Zäziwiler Gemeinderat Walter Flühmann. «Unsere Gemeinde wächst und wir brauchen neuen Schulraum. So können beide Seiten voneinander profitieren.» (Siehe auch separater Artikel zur Gemeindeversammlung Zäziwil.) Einige Bürgerinnen und Bürger meinten, die andere Variante biete genauso viele Vorteile. Den meisten gehe es doch nur um den Erhalt des Schulhauses und nicht um die Kinder. «Heute gehen alle Sekschüler nach Konolfingen, warum will man das ändern? Die Eltern sollen selber entscheiden dürfen, wo ihr Kind die Sekundarschule besucht.» 

Die Arbeit geht weiter

Ihnen gehe es darum, Stabilität zu schaffen, erwiderte Gemeindepräsident Bruno Stalder. Sie wollten eben gerade nicht mehr alle Jahre neu über Anträge für Schulwechsel entscheiden. «Jetzt schaffen wir ein Gesamtregelwerk, das für die nächsten Jahre für alle Klarheit bringt.» Schliesslich folgte eine klare Mehrheit von 44 Stimmberechtigten dem Gemeinderat, zwölf stimmten dagegen. 

Als nächstes geht es ans Ausarbeiten des Reglements und des Vertrags. Am 24. Oktober wird zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung beider Gemeinden eingeladen. Im Dezember dieses Jahres kommt das Geschäft vor die Gemeindeversammlung in Zäziwil. Im Dezember 2018 wird den Stimmberechtigten beider Gemeinden die definitive Anpassung des Organisationsreglements für die Aufgabenübertragung vorgelegt. 



15.06.2017 :: Silvia Ben el Warda-Wullschläger
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