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Gemeinde hilft bei «Adler»-Verkauf
Gemeinde hilft bei «Adler»-Verkauf Schüpfheim:

Die Gemeinde übernimmt die Führung beim Besitzerwechsel des Gasthofs Adler und prüft eine breit abgestützte Trägerschaft. Besitzerin will sie aber nicht werden. 



«Heute Ruhetag» liest man an der Eingangstür des seit Mitte Februar geschlossenen Gasthofs Adler in Schüpfheim. Das Pächterpaar Thomas Dissler und Yvonne Bieri verzichtete nach Ablauf seines fünfjährigen Pachtvertrags auf die Verlängerung. «Zu vermieten Hotel/Restaurant» prangt auf einem Plakat an der Fassade. Von Pacht-Interessenten war die Rede, aber auch davon, dass die Grösse des Betriebes diese abschrecken könnte. Inzwischen wurden Restaurant und Hotel Adler sowie die Bar Adlerhorst öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Als «Preisschild» wird von der Verkäuferschaft 2,8 Millionen Franken genannt, wobei auch einzelne Liegenschaftsteile erworben werden könnten. 

Adlersaal läuft unabhängig

Der Gasthof Adler hat für die Gemeinde Schüpfheim eine besondere Bedeutung, gehört ihr doch der angebaute, vor zwei Jahren renovierte Gemeindesaal Adler. Zusammen mit dem neu erstellten Foyer investierte sie dort 3,5 Millionen Franken. Der Betrieb im Adlersaal läuft unabhängig vom Restaurant weiter. Benützer und Mieter müssen nur das Catering selber organisieren, die Infrastruktur ist vorhanden. 

Trotzdem ist die baldige Neueröffnung des Gasthofs ein wichtiges Anliegen des Gemeinderates. Dieser prüft nun die Möglichkeit einer breit abgestützten Trägerschaft. Zu diesem Zweck hat er mit der Besitzerin, der Gabael AG, eine Absichtserklärung zum Erwerb des «Adlers» abgeschlossen. Der Gemeinde wird bis nach den Sommerferien Zeit eingeräumt, Abklärungen zum Erwerb der Liegenschaft zu treffen.

Gemeinde als Brückenbauerin

«Wir denken daran, eine Gemeinde- oder Dorf AG zu gründen, an der sich Gemeindebürger und Gewerbe beteiligen können. Auch die Gemeinde könnte mit einem bescheidenen Betrag einsteigen», erklärt Gemeindepräsidentin Christine Bouvard Marty. Die Gemeinde sieht sich aber nicht als Besitzerin. «Wir nehmen eine Brückenbauer-Funktion wahr und wollen uns nachher zurückziehen», präzisiert sie und ergänzt: «Unser Engagement soll Leute ermuntern, mitzumachen.» Eine temporäre Arbeitsgruppe unter der Führung des Gemeinderates wird bis Ende Mai eine professionelle Objektprüfung veranlassen. Weiter muss die «Kerngruppe Adler» die Trägerschaft initiieren und einen Finanzierungsplan erstellen. Die Gabael AG verpflichtete sich, die Gemeinde Schüpfheim über allfällige andere Interessenten und Verkaufsverhandlungen mit Dritten zu orientieren. 

Der traditionsreiche «Adler» mit seinem Weinkeller aus dem 18. Jahrhundert ist bis heute ein Ort des sozialen Kontakts, ein Dorftreffpunkt. Mit ihrem Engagement will die Gemeinde nicht nur ihre Investition schützen, sondern auch einen wichtigen Begegnungsort, für die Bevölkerung erhalten. 

 

Der Arbeitsgruppe gehören an: Christine Bouvard Marty (Gemeindepräsidentin); Rony Bieri (Kommunikation, PR, Marketing); Walter Imbach (Unternehmer, Gastrobereich); Erwin Röösli (Finanzen, Immobilien); Markus Zemp (Gewerbe, Vereine).


20.04.2017 :: Bernadette Waser
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