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Gelebt und gelitten wie nie zuvor
Schüpfheim:

Die dritte szenische Lesung aus Stefan Zweigs «Sternstunden der Menschheit» war dem grossen Musiker und Komponisten Georg Friedrich Händel gewidmet.

 

Letzte Woche las im Entlebucherhaus das «Entle-liest-Buch-Team» seinen zweiten Text aus «Sternstunden der Menschheit». Wie Sterne in der Nacht leuchten die Personen und Ereignisse dieser 1927 erschienenen Sammlung historischer Miniaturen von Stefan Zweig. Gekleidet als Hausmeister und Putzfrau betraten Ruedi Sorg und Kerstin Hurni das Bühne-Musikzimmer. Auf einer grossen Tafel entdeckten sie die Noten von Händels «Halleluja» und im Büchergestell zwei Manuskripte von Stefan Zweig. Die szenische Lesung «Georg Friedrich Händels Auferstehung» konnte beginnen.

Händel schrieb drei Wochen lang

«Der Diener vertrieb sich die Zeit mit Seifenblasen», las Hausmeister Sorg, während Putzfrau Hurni zur Seifendose griff und den Raum mit Blasen füllte. «Da – plötzlich – ein dumpfer Schlag». Mirjam Vogel, welche die Lesung musikalisch begleitete, entlockte dem Cello dumpfe Töne. Die Geschichte spitzte sich zu und erreichte ihren Höhepunkt, als der Meister auf seinem Schreibtisch einen Brief fand. Der Absender, Jennens, schrieb schon den Text zu den Oratorien «Saul» und «Israel in Egypt». «Es war wieder ein Orato-rium, «The Messiah», stand darauf. «Da klang es, das Wort ‹Halleluja, halleluja›», las Sorg weiter. Händel griff zur Feder und schrieb die Noten auf. So bahnte sich das schicksalshafte Ereignis an, die Geburt des 1742 uraufgeführten Oratoriums «Der Messias» mit dem weltberühmten «Halleluja». «Händel kannte weder Zeit noch Stunde. Er schrieb und schrieb, drei Wochen lang. Nie hatte er so gelebt und so gelitten. Nur wer viel gelitten hat, weiss über die Freude der Auferstehung.» 

Für Gefangene und Kranke

17 Jahre lang führte Händel den «Messias» zugunsten der Kranken und Gefangenen auf. «Der 13. April war der Tag, als der ‹Messiah› ertönte. Am Tag danach, als die Osterglocken erklangen, starb von Georg Friedrich Händel, was von ihm sterblich gewesen war.»

Das unsterbliche Oratorium «Der Messias» aber, erklang zum Schluss der Lesung von der CD. Am 7. November wird das «Entle-liest-Buch-Team» eine weitere berührende Geschichte aus «Sternstunden der Menschheit» lesen, in Begleitung eines Sängers. 



 

05.07.2018 :: wbe.
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