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Gefangen in der Sackgasse
Gefangen in der Sackgasse SCL Tigers:

Beim 4:2-Sieg am Dienstag in Lugano gelang Flurin Randegger das zweite Saisontor. Viel zu lachen hat er momentan aber nicht, Trainer Heinz Ehlers setzt kaum noch auf ihn.

Das Spiel im Tessin widerspiegelt die momentane Situation von Flurin -Randegger ziemlich gut. Der polyvalente Verteidiger, der für diese Partie aufgrund von verletzten Spielern als Stürmer aufgestellt wurde, erzielte früh das wegweisende 1:0 für sein Team. Trotzdem bekam er von Trainer Heinz Ehlers im weiteren Verlauf kaum noch Eiszeit, ganze sechs Minuten waren es am Ende. Im ersten Jahr bei den Tigers waren es im Schnitt noch um die 19 Minuten pro Partie, in der aktuellen Spielzeit nicht einmal mehr die Hälfte. Obwohl Randegger, der die Saison bei Langenthal in der Swiss League begonnen hatte, ein zuverlässiger Arbeiter ist, setzt Ehlers kaum noch auf ihn. Ein Vereinswechsel im Sommer – trotz Vertrag bis 2020 – scheint derzeit die wahrscheinlichste Option.

 Der 30-Jährige ist in seiner dritten Saison im Emmental in einer Sackgasse angekommen. Er redet offen über seine aktuelle Situation, möchte das Gesagte aber lieber nicht in der Zeitung lesen. Der dreifache Schweizermeister ist Profi genug, um zu wissen, dass eine unbedachte Wortwahl in dieser für den Verein enorm wichtigen Phase der Saison unnötig Staub aufwirbeln würde. Seine positive Einstellung und regelmässige Yoga--Übungen helfen ihm dabei, ruhig zu bleiben. «Yoga tut dem Körper gut, hilft einem aber auch meditativ», sagt Randegger.

Meistertitel mit dem Bruder

Das Tor am Dienstag war erst sein zweites der Saison. Das erste gelang ihm im «Tatzen-Derby» gegen den SC Bern, dem Freiluftspektakel im Wankdorf-Stadion. «Es hat mir gut getan, endlich wieder einmal ein Tor zu schiessen», sagt er. Morgen Freitag reisen die SCL Tigers zum nächsten Mal nach Bern. Dieses Mal aber wieder – wie üblich – auf die andere Seite der Papiermühlestrasse, in die Eishalle. Ein Ort, den Randegger gut kennt, absolvierte er von 2012 bis 2016 doch selber vier Saisons beim SCB. Und gewann dabei zwei Meistertitel. «Beim ersten 2013 war ich noch recht jung, beim zweiten hatten wir viele Verletzte und ich kam öfter zum Zug. Es ist cool, wenn man aktiv etwas dazu beitragen kann», blickt er, der mit den einstigen Teamkollegen Krueger, Gerber, Blum und Ebbett immer noch in Kontakt steht, zurück. «Zudem war der zweite Titel sehr speziell, weil ich ihn zusammen mit meinem Bruder gewonnen habe.»

Der zwei Jahre ältere Gian-Andrea Randegger hat seine Karriere nach der letzten Saison beendet, weil er in Bern keinen neuen Vertrag mehr erhielt. Dass ihn bald schon das gleiche Schicksal ereilen könnte, darüber verschwendet Flurin Randegger noch keine Gedanken. So gross der Frust über die persönliche Situation auch ist, aktuell zählt nur das Wohl des Vereins. «Um in Bern gewinnen zu können, braucht es eine sehr gute Mannschaftsleistung. Jeder muss dazu beitragen.» In dieser Saison ist dies den Langnauern gut gelungen, zwei von vier Partien gegen den ewigen Rivalen aus der Hauptstadt konnten gewonnen werden. «Es kommt eben nicht nur auf das Budget an», sagt Randegger. «Man kann seine Ziele auch mit einem starken Teamgeist erreichen.» 

31.01.2019 :: Christoph Schär
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