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Geburtstagseinladung zu einer afrikanischen Kaffee-Zeremonie
Geburtstagseinladung zu einer  afrikanischen Kaffee-Zeremonie Sumpfwald:

Im «Neuhof» an der Spitalstrasse wohnt eine Gruppe Asylbewerber aus Eritrea. Kürzlich feierte Samri ihren
33. Geburtstag mit einer ostafrikanischen Kaffee-Zeremonie. 



Mit dem Ziel, die vorwiegend stadtnahen Flüchtlingszentren etwas zu entlasten, haben sich Annemarie Hirsbrunner und ihr Mann Kurt Wüstefeld aus Sumiswald dazu entschlossen, eine Wohnung zur Verfügung zu stellen. Seit letztem November wohnen nun im «Neuhof», einem stattlichen Bauernhaus mitten im Dorf, vier Asylbewerber. Sie kamen aus Eritrea über die sogenannte Balkanroute, oder als Bootsflüchtlinge via Libyen übers Mittelmeer, in die Schweiz. Ihr Heimatland liegt im Nordosten von Afrika und erlangte erst 1993 die Unabhängigkeit von Äthiopien. Eritrea grenzt ans Rote Meer und seine Bevölkerung besteht je zur Hälfte aus Muslimen und Christen. Kriegerische Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Not veranlassen viele, meist jüngere Einwohner, zur Flucht nach Europa. 

Kaffee-Zeremonie

Vier dieser Flüchtlinge sind zurzeit von der zuständigen Heilsarmee bei Familie Hirsbrunner untergebracht. Sie haben den Status «Vorläufig aufgenommen» und warten auf einen positiven Asylentscheid oder die drohende Rückweisung. Die 33-jährige Samri arbeitet momentan im Rahmen eines Integrationsprogramms in Burgdorf als Putzfrau. Anlässlich ihres Geburtstages lud sie ihre Mitbewohner, die Gastfamilie und einige Nachbarn zu einer spontanen ostafrikanischen Kaffee-Zeremonie ein. Eigentlich war das zweistündige Ritual unter freiem Himmel in der Hofstatt geplant. Wegen einsetzendem Regen musste auf die Terrasse ausgewichen werden. Auf einem roten Teppich im Zentrum standen Schalen mit Popcorn, Nüssen, allerlei Gebäck und frischen Erdbeeren. Daneben röstete Samri auf offenem Feuer grüne Café-Bohnen aus Afrika. Zum Mahlen brauchte sie die alte Kaffeemühle von Annemarie Hirsbrunner – so funktioniert multikulturelle Integration im Emmental. 

Ein anderes Zeitgefühl

Kurt Wüstefeld lobte die Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft seiner fremdländischen Mieter. «Heute hat mir zum Beispiel Shushay beim Reinigen der Honigwaben geholfen. In den nächsten Tagen hilft er im Unteren Emmental beim Ausreissen von invasiven Neophyten. Sie sind willig, haben aber ein komplett anderes Zeitgefühl und mit der Nachtruhe nehmen sie es manchmal auch nicht so genau», erklärte der pensionierte Bauer beim binationalen Sumiswalder «Kaffee-Chränzli» mit ernstem weltpolitischem Hintergrund. 



06.07.2017 :: Ulrich Steiner
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