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Esther entscheidet sich und verändert die Welt
Esther entscheidet sich und  verändert die Welt Schüpfheim:

 

Das Adonia-Musical «Esther» berührte Jung und Alt mit seiner biblischen Geschichte aus alter Zeit, mit moderner Musik, Chorgesang und aktuellen Lebensfragen. 


Anfang April gastierte im Gemeindesaal Adler in Schüpfheim einer von 19 Adonia-Teens-Chören und Live-Bands, die in 82 Ortschaften der Deutsch- und Westschweiz mit je rund 70 Mitwirkenden das Musical «Esther» aufführten. Die insgesamt über 1000 Jugendlichen im Alter von 13 bis 20 Jahren studierten an verschiedenen Orten während dreier Tage Gesang, Mundarttexte und Choreographie ein. 18 Songs und Theatertexte übten sie zuhause mit einer CD.

Das biblische Musical mit den tiefgründigen Texten zum Sinn des Lebens und der poppigen Live-Musik dauerte 90 Minuten. 2500 Jahre zurück ging die Zeitreise, in das Land Persien, wo 480 vor Christus die jüdische Waise Esther und König Xerxes lebten. «De König vo Persie söll ewig läbe. Fiired ihn!», so empfängt der Hofstaat den König zu seinem Fest, an dem nur Königin Waschti fehlt.

Existenzielle Fragen

Das Waisenkind Esther und sein Pflegevater Mordechai sitzen gerade beim Essen, als sie erfahren, dass sich Königin Waschti dem Befehl des Königs wiedersetzte. «Und ich dachte, wir müssten bis zur Emanzipation der Frauen noch 2500 Jahre warten», sagt Mordechai erstaunt. «Man muss nur schön sein, mit makellosem Make-up und trendig gestylt», erhält er zur Antwort. Und schon findet man sich in der Gegenwart wieder.

«Beauty»-Pflege und beste Ernährung erhalten die jungen Mädchen, die zum neuen Königinnen-Casting in den Palast eingeladen werden. Auch Esther gehört zu ihnen. «Es wänd doch alli schön sii, fit sii, jung sii, hübsch sii», singen die Jugendlichen und wirbeln im Sport-Outfit über die Bühne. 

Esthers Wunsch

«Ist das der Sinn des Lebens?», sinnieren die auserwählten Mädchen, «eine wird Königin und die anderen bleiben als Nebenfrauen im Palast?» – «Säg, bin i wärtvoll, wo nume Schönheit zellt, wo nor Leistig zellt», singt der Chor dazu. Diese Frage quält auch die von Xerxes zur neuen Königin auserwählte Esther, auf die ein Leben im goldenen Käfig und Palastintrigen warten. 

Hamam will sich am jüdischen Volk rächen, weil Mordechai vor ihm nicht auf die Knie geht. Der Jüdin Esther sind die Hände gebunden. Zum König zu gehen, ohne gerufen zu werden, kann tödlich enden. «Es isch dini Entscheidig, es isch dini Zyt. Du chasch die Wält verändre!», ermutigt sie der Chor. Und Esther handelt. Sie lädt Xerxes und seinen ersten Minis-
ter Hamam zum Essen in ihre Privatgemächer ein, während der Chor singt: «Wer öpperem e Gruebe grabt, gheit sälber drii. Hochmuet chunnt vor em Fall.» Nun überstürzen sich die Ereignisse. Der König gestattet Esther einen Wunsch. Die bittet um Gnade für ihr Volk und Hamam fällt in Ungnade. 

Das jüdische Volk war gerettet und die Zuschauer im Gemeindesaal Adler waren hingerissen. Der Chor sang zum Schluss «Mir vertraued Gott» und das Publikum klatschte begeistert. Wer immer noch nicht genug hatte, konnte am Büchertisch die CD mit dem Musical Esther erwerben. 

12.04.2018 :: Bernadette Waser
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