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Erwachsene Kinder

In der Woche nach dem ersten Sonntag nach Epiphanias (Fest der Erscheinung) begleitet uns ein Bibelvers aus dem Römerbrief: «Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder» (8,14).

Die Lutherübersetzung des griechischen «Hyioi theou» (heisst «Söhne Gottes») mit «Gottes Kinder» hat zur Verniedlichung eines Sachverhalts beigetragen, der für den Apostel Paulus ganz wichtig ist: Durch die Taufe auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, erhält ein Mensch einen neuen Status in seinem Leben. Er wird durch die Vermittlung von Jesus Christus zum Sohn oder zur Tochter des Gottes Israels. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung. Der Getaufte wird nicht verkindlicht, sondern wird als mündiger Sohn, als mündige Tochter ins Haus des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs aufgenommen mit allen Rechten und Pflichten. Durch die Taufe erhält ein Mensch Anteil an Gottes Geist. In diesem Geist wird er nun seinen Platz einnehmen in dem Haus, in das er hineingetauft ist. In diesem Geist wird ein Mensch überhaupt mündig, kann und wird Gott anrufen «Abba, Vater». Es ist der Vater, wie Jesus ihn im Gleichnis vom verlorenen Sohn schildert: ein Vater, der den Sohn, wenn er nach Hause kommt, nicht klein macht und zum Baby degradiert, sondern ihn auszeichnet mit dem Ring, der zur vollmächtigen Vertretung des Vaters ermächtigt. Der Sohn und die Tochter werden zu Erben. Der ganze Schatz des Hauses ist ihnen verheis-sen. Paulus erinnert nun seine Gemeinde daran, dass für die Christen zum Erbe Gottes auch das Erbe Christi gehört: der Schatz der Leiden Christi. Ja, er betrachtet den Schatz der Leiden Christi sogar als Tor, durch das wir erst Zugang haben zu allen Herrlichkeiten des Hauses. Wer in dieser Welt mit Christus mitleidet, auf den wartet der geschmückte Festsaal. 


11.01.2018 :: Ursula Trösch, ref. Pfarrerin, Affoltern
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