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Er steht mit dem Rücken zum Spiel
Er steht mit dem Rücken zum Spiel SCL Tigers:

Das Spiel vom kommenden Sonntag gegen Bern ist bereits seit Wochen ausverkauft. Zu den Derbys kommen viele Fans gerne, auch die «Modefans», erklärt Stefan Hofstetter.

«Ich habe einen Vertrag mit Ricola», grinst ‹Hoschi› alias Stefan Hofstetter, der sechzig Minuten nonstop ins Megafon schreien kann und kein bisschen heiser wird. Seit 2007 ist der Tiger-Fan Capo in der Langnaukurve. Der Capo steht immer mit dem Rücken zum Spiel und mit dem Megafon in der Hand. Gerade an den Derbys kommen viele «Modefans», bemerkt der 33-jährige Langnauer, «das ist schade, die machen nicht wirklich Stimmung.» 

 

Nur zehn Spiele verpasst

«Hoschi» hat in 17 Jahren nur zehn Spiele verpasst. «Ich bin SCL-Fan seit mein Vater mich zu meinem ersten Match mitgenommen hat. Was anderes kommt nicht in Frage», gibt er zu verstehen. «Klar hat es auch in Langnau solche, die nur wegen des Rausches kommen, aber die wahren Fans verfolgen das Spiel konzentriert und wissen Bescheid.» Sie diskutieren intensiv über Aufstellungen, Spieler und Transfers vor dem Spiel. Die Informationen kommen von den Fan-Freundschaften zu den anderen Klubs, erklärt der Capo. Ein wahrer Fan ist nur während den 60 Minuten des Spiels gegnerisch eingestellt. «Vorher und nachher können wir gut miteinander reden.» Da scheiden sich heutzutage aber die Geister, bedauert «Hoschi». Bei den jüngeren merke man einen gewissen Fanatismus, der immer extremer werde. Solche Fans  sind in der Langnaukurve nicht gern gesehen. «Wir sind eine Familie, wir schauen zueinander.» In Langnau regulieren sich die Fans sehr gut selber, bemerken die Verantwortlichen seitens des Fanclubs. «Klar, wenn ein Spiel schlecht läuft, ist die Stimmung schlecht. Wenn die Tigers wie beim Cupspiel gegen Ajoje spielen, dann werde ich hässig und kann fast nicht mehr für Stimmung sorgen», gibt der Capo zu. Trotzdem halte er für immer zu den Tigers: «Nach einem Heimmatch bleiben wir im Tigersaal und analysieren das Spiel, manchmal kommen sogar die Spieler rauf, das ist schön und familiär, so was gibt es kaum bei anderen Klubs.»  

 

Fan vor und während des Spiels

«Wir haben bei den SCL Tigers unseren Kontakt, den wir jederzeit anrufen können, sei es weil wir wissen wollen, wie der Einlauf ist oder weil wir wegen einer Choreo ein bestimmtes Licht haben müssten. Die Tigers-Geschäftsleitung informiert uns auch über Ehrungen oder spezielle Aktionen, die wir dann rechtzeitig in unsere Choreo-Planung aufnehmen können», erklärt der oberste SCL-Tiger-Fan weiter. Dann werden Leute zum Malen organisiert und das Material wird bereitgestellt. Die Melodien der Lieder sind bekannt, die Fans vom harten Kern kennen die Texte und tragen sie nach aussen. Die Sirene ertönt, die Spieler sind wieder auf dem Eis, das Megafon bereit: «die Hände in die Höhe, klatschen! Scha-la-la...SCL...», schreit der Capo, der keine Sekunde stillgestanden ist und nicht nur gut geschmierte Stimmbänder hat, sondern auch Energie, die manchen Spieler auf dem Feld neidisch werden lässt.

05.01.2018 :: Olivia Portmann
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