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Eine neue Quelle fassen, um für Trockenzeiten gewappnet zu sein
Eine neue Quelle fassen, um für  Trockenzeiten gewappnet zu sein Wasen:

2014 wurde die Wasserversorgung Höchschwendi vom Unwetter beschädigt, im Sommer versiegte die Quelle nahezu. Nun soll eine neue gefasst werden, was einigen Aufwand bedeutet.

Der Brunnen auf der Alp Höchschwendi im Hornbachgraben plätschert, die Rinder lassen sich den Rücken von der Wintersonne wärmen. «Jetzt fliesst wieder genug Wasser, aber im Sommer wussten wir nicht, ob die Quelle plötzlich ganz versiegt», sagt Simon Eggimann, der die Tiere auf der 1088 Meter über Meer gelegenen Alp tagtäglich, Sommer wie Winter, versorgt.  Nicht nur für die 25 bis 35 «Gusti» braucht es Wasser, sondern auch für die Mieterin der Wohnung. Pro Tag werden im Schnitt 1500 Liter benötigt. Als im Sommer nur noch zwei Deziliter Wasser pro Minute flossen, reichte das natürlich hinten und vorne nicht mehr. «Die Tiere konnten bei der Quelle unterhalb des Hauses trinken, zudem musste ich Wasser zuführen», erzählt der 70-jährige Landwirt. Nach den Niederschlägen habe sich die Situation wieder entschärft.

Verzögerung als Glücksfall

Das Versorgen des Betriebs Höchschwendi mit Wasser bereitet Simon Eggimann nicht erst seit diesem Sommer Sorgen. Am 28. Juli 2014 beschädigte ein heftiges Unwetter die Fassungen zweier Quellen sowie eine Verbindungsleitung, so dass seither nur noch von der dritten Quelle Wasser fliesst. «Wenn es genug regnet, reicht dies aus, sonst wirds knapp.» Schliesslich entschieden die beiden Besitzerfamilien der Alp, die Eggimanns und die Oppligers, die 80-jährige Wasserversorgung wieder instand zu stellen. Zuvor standen umfangreiche Abklärungen an. Wegen der grossen Unwetterschäden war nämlich lange nicht klar, ob die Alp weiterhin bewirtschaftet werden kann. Weitere Monate verstrichen, bis der Kanton zusagte, die Sanierung finanziell zu unterstützen. Weil es zu diesen Verzögerungen kam, konnte noch kein Gesuch eingereicht werden. «Rückblickend war das unser Glück», sagt Simon Eggimann. «Als die Quelle in diesem Sommer praktisch versiegte, war uns klar, dass wir eine andere Lösung finden mussten.» Wenn schon 60’000 bis 70’000 Franken investieren, dann in eine nachhaltige Lösung. 

Wasser mit einem Wermutstropfen

Sie hätten zum Glück nicht Wasser suchen müssen, betont der Bio-Bauer. Rund 60 Meter unterhalb der Alpliegenschaft sprudle seit Jahr und Tag eine Quelle. «Diese ist sehr ergiebig und liefert auch in Trockenzeiten mehr als genug Wasser. In diesem Sommer waren es immer noch zwei Liter pro Minute.» Simon Eggimann hält einen Messbecher an die Röhre des Weidbrunnens, innert dreier Sekunden ist der Literbecher voll. Das ergibt pro Minute 20 Liter oder 28’800 pro Tag – Wasser im Überfluss also. Der einzige Wermutstropfen: Es muss hochgepumpt werden, was Strom benötigt. Das ist wohl der Grund, weshalb 1941 nicht hier in der Nähe Wasser gefasst wurde, sondern deutlich weiter entfernt, auf Luzerner Boden, an einer höher gelegenen Stelle. So konnte es von selber fliessen. «Heute stellt das kein Problem mehr dar. Bis die Brunnstube, das Pumpwerk und das Reservoir sowie die Leitungen erstellt sind, dauert es etwa einen Monat», sagt Eggimann. Weit mehr Zeit nahm das Administrative in Anspruch. Sie hätten das Gesuch in zwölffacher Ausführung einreichen müssen, und dann sei von den Amtsstellen noch dies oder das verlangt worden. So habe etwa alles genau vermessen werden müssen. 

Ausnahmen sind nötig

Aufwändig wurde es unter anderem, weil die Quelle am Waldrand liegt; das Bauen in Waldnähe bedingt eine Ausnahmebewilligung. Zudem befindet sich das Gebiet im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN). «Dass der Aufwand so gross wird, hätte ich nie gedacht, zumal sowohl das Quellgebiet als auch der Wald in Besitz der Alpengemeinschaft ist», sagt der Landwirt. Er hoffe nun, bald die Bewilligung zu erhalten und die Arbeiten im Frühling ausführen zu können. «Wir möchten vorbereitet sein, sollte es wieder einen trockenen Sommer geben.»

10.01.2019 :: Silvia Ben el Warda-Wullschläger
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