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Ein Umzug der Verwaltung ins Schulhaus Thal ist vom Tisch
Ein Umzug der Verwaltung ins Schulhaus Thal ist vom Tisch Trachselwald:

Vor einem Jahr lehnte die Gemeindeversammlung den Verkauf des Schulhauses Thal ab. Nun diskutierten die Stimmberechtigten über die Nutzung des Gebäudes.

Vor genau einem Jahr besuchten rekordverdächtige 171 Stimmberechtigte die Gemeindeversammlung. Sie durchkreuzten – unter Federführung des im März 2017 gegründeten Vereins «Trachselwald.info» – die Pläne des Gemeinderates. Damals wurde der Antrag für einen Verkauf des seit 2014 teilweise leerstehenden Schulhauses Thal mit grossem Mehr abgelehnt. Als Folge dieses Beschlusses setzte der Gemeinderat eine vierköpfige Sonderkommission unter der Leitung von Fritz Fuhrer, Vereinspräsident von «Trachselwald.info», ein. Diese hatte binnen Jahresfrist ein Nutzungskonzept auszuarbeiten und dabei auch ein Umzug der Gemeindeverwaltung ins ehemalige Schulhaus zu prüfen.

Gemeindeverwaltung zügelt nicht

«Für die Gemeindeverwaltung besteht kein zusätzlicher Raumbedarf. Investitionen für deren Umzug ins Schulhaus Thal und eine Umnutzung des bisherigen Standortes in Chramershaus lassen sich nicht rechnen», hielt Fritz Fuhrer gleich zu Beginn seiner Ausführungen fest. Die Sonderkommission habe nun ein Konzept präsentiert, welches in Anbetracht künftiger Entwicklungen keine Risiken berge und eine maximale Handlungsfreiheit für alternative Nutzungen vorsehe. Die Wohnungen, die Werkstatt und vier Schulräume seien bereits vermietet worden. Für zwei weitere Schulräume und den Estrich würden noch Nutzer gesucht. Der Mehrzweckraum und die Turnhalle sollen öffentlich zugänglich bleiben und nach dem Gebührenreglement stundenweise vermietet werden. Wesentliche Investitionen seien nicht geplant, erläuterte Fritz Fuhrer. 

Der Gemeinderat unterstützte den Antrag der Sonderkommission und die von 44 Stimmberechtigten besuchte Gemeindeversammlung genehmigte das vorgeschlagene Nutzungskonzept ohne Gegenstimme.

Was bringt die Zukunft?

Parallel zur Arbeit der Sonderkommission liess der Gemeinderat für das 1963 gebaute ehemalige Schulhaus Thal eine Kostenschätzung für den Unterhalts- und Sanierungsbedarf erstellen. Insbesondere für die Mietwohnungen, die öffentlich genutzten Räume, die Heizung und die Gebäudehülle hätte sich Handlungsbedarf gezeigt, mit Kostenfolgen von gut 900’000 Franken, wusste Matthias Moser, für die Finanzen zuständiger Gemeinderat, zu berichten. 

Mitreden und mitbestimmen

Ein Votant wollte wissen, warum dieses Geschäft nicht mit dem Nutzungskonzept der Sonderkommission verknüpft worden sei. Matthias Moser erläuterte, dass die zuständigen Gremien noch nicht soweit seien. Als nächstes müsse nun die Baukommission und danach der Gemeinderat Trachselwald die Vorschläge des Gutachtens und die sich daraus ergebenden Konsequenzen beraten. Danach sei der Finanzplan entsprechend anzupassen. 

«Bei kommenden Budgetberatungen kann die Gemeindeversammlung mit Sicherheit mitreden und mitbestimmen, wie es mit dem ehemaligen Schulhaus Thal mittelfristig weitergehen soll», schloss Gemeinderat Matthias Moser seine Ausführungen.

Rechnung 2017: Ein Plus statt ein Minus

Das Budget sah für 2017 im Gesamthaushalt ein Defizit von 127’000 Franken vor. Die Erfolgsrechnung schloss nun bei einem Umsatz von rund 3,5 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 52’000 Franken ab. Beim steuerfinanzierten allgemeinen Haushalt resultierte ein ausgeglichenes Rechnungsergebnis. Tiefere Lehrergehaltskosten und Abschreibungen sowie etwas höhere Entschädigungen aus dem Lastenausgleich konnten geringere Steuereinnahmen wettmachen. Bei den über Gebühren finanzierten Spezialfinanzierungen resultierte ein Ertragsüberschuss von 52’000 Franken. Zu diesem Ergebnis trug die Abwasserentsorgung mit 44’000 Franken wesentlich bei. Die Nettoinvestitionen betrugen im vergangenen Jahr rund 449’000 Franken. Die Jahresrechnung 2017 wurde einstimmig genehmigt.

05.07.2018 :: Walter Marti
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