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Ein Buch mit 19 Autoren
Ein Buch mit 19 Autoren Langnau:

Ein Jahr lang hat die 5. und 6. Klasse von Therese Hulliger an einem Kinderbuch gearbeitet. «Das Pilgerwochenende» handelt von Kindern, die in die Vergangenheit reisen.



«Ich wollte den Kindern einen echten Anlass zum Schreiben bieten», sagt Therese Hulliger, Lehrerin der 5. und 6. Klasse im Höhewegschulhaus Langnau. «Die Idee mit einer Klasse ein Buch zu schreiben, hat mich schon seit Jahren beschäftig.» Mit dem Langnauer Jubiläumsjahr kam schliesslich die perfekte Gelegenheit, um das Projekt in die Tat umzusetzen. 

Zum Inhalt des Buches: An einem Pilgerwochenende wollen fünf Schüler ihren Mitschülern und dem Pfarrer einen Streich spielen. Dafür verstellen sie die Turmuhr der Kirche. Als sie aber an der Kurbel drehen, öffnet sich ein Zeitfenster und sie landen in der Vergangenheit. Auf ihrer Reise besuchen sie die Schauplätze der verschiedenen diesjährigen Jubiläen in Langnau. Sie feilschen mit den Marktfahrern im Mittelalter und erleben die Auswirkungen der Reformation vor 500 Jahren wie den Bildersturm in der Kirche. Sie treffen die Schriftstellerin Elisabeth Müller, die vor 75 Jahren das Buch «Die sechs Kummerbuben» geschrieben hat, und schliesslich lauschen sie den Sternsingern, die in Langnau vor 20 Jahren das erste Mal aufgetreten sind. 

Eine Schulklasse auf Zeitreise

In einer Projektwoche haben sich die Schüler intensiv auf das Schreiben vorbereitet. Sie haben geschichtsträchtige Orte, wie das Kloster Trub besucht und Fachleute haben Vorträge über die jeweiligen Epochen gehalten. So gewannen die Schüler Einblick in die Vergangenheit von Langnau.

Aber möchten die 5. und 6. Klässler auch selbst in die Vergangenheit reisen? «Ich möchte am liebsten den Markt vor 550 Jahren besuchen. Mich interessiert, wie die Leute dazumal gehandelt haben», sagt Nico Salvisberg. «Ich möchte lieber die Autorin Elisabeth Müller kennenlernen», erwidert Mohamad Sadat. «Mir haben die sechs Kummerbuben besonders gefallen.» In der Vergangenheit leben, das möchte aber keiner der Schüler. «Ich würde vor allem mein Handy vermissen», sagt Manuel Barthlome. «Mir würde es fehlen Musik zu machen», meint Lena Jörg. «Das war während der Reformation verboten.» Auch auf den heutigen Lebensstandard möchten die Schüler nicht verzichten. Da sind sich alle einig. Vor allem die warme Dusche, die man heutzutage jederzeit nehmen kann, würde ihnen fehlen. 

«Mich hat der Durchhaltewillen der Schüler beeindruckt», lobt Therese Hulliger ihre Klasse. «Wir haben über ein Jahr hinweg an den Texten gearbeitet. Die Schüler haben sich nie darüber beklagt. Auch wenn sie die gleichen Stellen viele Male überarbeiten mussten. 

Zum Weitermachen animiert

Am liebsten würde ich mit jeder Klasse ein Buch schrei-
ben!» Vielleicht sitzt ja sogar die nächste Elisabeth Müller in der 5. und 6. Klasse im Höhewegschulhaus. Die Arbeit am Buch hat die Schüler nachhaltig beeindruckt. Einige gaben an, dass sie nun auch in ihrer Freizeit gerne Texte schreiben. 

Illustriert wurde das Buch von der Künstlerin Maya Delaquis. Bekannte und markante Sehenswürdigkeiten von Langnau stehen im Mittelpunkt der zahlreichen Bilder.

 

«Das Pilgerwochenende» ist im Landverlag erschienen und für 30 Franken in Buchhandlungen erhältlich.


13.07.2017 :: Barbara Badertscher
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