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E längi Gschicht, e Burg u ds Wörtli «Ober»

Was stört die Yheimische a Oberdiessbach am meischte? 

Ds «Ober» am Afang vo däm Ortsname. Das trifft hüt aber äue o nume no bir eutere Generation zue, die rede no hüt vo «Diessbach». Bi de jüngere isch «Oberdiessbach» äbefaus gebrüchlech. 

Die Gmein het e längi Gschicht. Nächschts Jahr wird ds 800-Jahr-Jubiläum gfyret. Dä Ort, konkret dr Diessebärg, isch natürlech scho lenger besidlet worde. Im Jahr 1218 toucht «Diessbach» aber ds erscht Mau imene Dokumänt uf. Dr Graf Hartmann IV. vo Kyburg het denn usem Erb vom Zähringer, Berchtold V, dr «curiam de Tiecebach» übercho. «Curiam» bedütet, das är d Grichtsbarkeit het gha – dr Bsitz Diessbach het auso däm Kyburger ghört.

Rund zwänzg Jahr speter toucht de i de Dokumänt dr «Rodolfus de Deizbach» uf, wo unger angerem o «Diezbach» gschribe wird – auso scho rächt ähnlech wie hüt. 

Was meint aber «Diess»? Da gits zwo Müglechkeite: Es chönnt vom authochdütsche Wort «diozan» abstamme u das meint «tose». Müglech isch aber o e Ursprung imene mittuauterleche Personename wie «Diezo». I cha mi i dere Frag nid rächt entscheide: Uf dr einte Syte toset dr Diessbach nid eso starch u d Chise ersch rächt nid, angerersyts gits ke Hiwys uf ne Bsitzer, wo Diezo het gheisse. 

Klar isch, wie dr lokau Regänt het gheisse: Dr Rudolf vo Diessbach het für d Kyburger zur Herrschaft Diessbach gluegt. Gwohnt het är nid im Tau, sondern obe ufem Diessebärg. Die Burg isch us Stei gsy – auso nid nume es eifachs Houzbürgli – u o däm entsprächend sehr wehrhaft. Bärn het die Burg im Jahr 1331 belageret. Die Sach isch zäh Tag lang gange, was sehr läng isch. Dr Historiker Peter Vogel schrybt, dass die Burg nid im Sturm het chönne ygno wärde. Wahrschynlech syg de Burglüt ds Wasser u d Nahrig usgange. 

Öppis vo de Kyburger gits aber no hüt z Oberdiessbach: Die zwe Löie u drzwüsche dr Querbauke ufem Wappe. 

Itz chumeni no zu Oberdiessbach. Offizieu ygfüehrt worde isch ds Wörtli «Ober» 1870 – für dass es kener Verwächslige meh mit Diessbach by Büre git. 

Aber scho i einzelne Dokumänt us dr Mitti vom 15. Jahrhundert steit «Oberdiesbach»; eifach nume mit eim «s». Brucht worde isch öppe o «Diessbach bi Thun».

 

Queue: «Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch»

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29.12.2017 :: Bruno Zürcher
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