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«Diese klare Niederlage ist gesund»
«Diese klare Niederlage ist gesund» SCL Tigers:

Beim 3:10 in Freiburg kassierte Langnau die höchste Niederlage seit fast neun Jahren. Trainer Heinz -Ehlers sah das Unheil bereits in den Tagen zuvor kommen.

Im Dezember 1987, als die Stars beim SC Langnau noch Res Meyer, Gregor Horak oder Merlin Malinowski hiessen, kamen die Emmentaler in Freiburg mit 1:10 unter die Räder. Es war 31 Jahre lang das letzte «Stängeli», welches die Tigers in der Saint-Léonard-Halle hinnehmen mussten – bis zum letzten Samstag und der deutlichen 3:10-Pleite. Die Analyse von Trainer Heinz Ehlers fiel nach der höchsten Niederlage seiner zweijährigen Amtszeit ebenso klar aus: «Bis im Mitteldrittel waren wir die bessere Mannschaft. Doch dann haben wir die Disziplin und den Respekt völlig verloren.» Und Captain Pascal Berger sagt: «Wir leisteten uns Undiszipliniertheiten, welche wir zuvor in dieser Saison nicht oft gezeigt haben. Am Schluss sind wir wie ein Kartenhaus eingestürzt.»

«Wir müssen zurück zur Basis»

Wie schon am Tag zuvor im Heimspiel gegen Lugano holten die Tigers einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Doch anders als am Freitag wurde das gegen Gottéron nicht mit Punkten belohnt. Im Gegenteil, das letzte Drittel verloren die Tigers gleich mit 0:5. Etwas, das es zuvor in 120 Partien unter Ehlers nie gegeben hat. Für den Dänen, der sein letztes «Stängeli» vor ziemlich genau zehn Jahren mit Biel gegen Bern kassierte (2:10), kam die klare Niederlage jedoch nicht überraschend. «Was in Freiburg passiert ist, habe ich schon länger erwartet. Ich habe zuletzt im Training gespürt, dass alles ein bisschen zu locker war und die Demut verloren ging».

«In falscher Sicherheit gewiegt»

Das 3:10-Debakel hatte sich angedeutet: In den letzten vier Partien lagen die Tigers keine einzige Minute mehr in Führung. «Dass wir dabei trotzdem ein paar Punkte geholt haben, hat uns vielleicht eine falsche Sicherheit gegeben», glaubt Pascal Berger. Tatsächlich scheint den Langnauern die Entschlossenheit, mit der sie zu Saisonbeginn zu begeistern vermochten, abhanden gekommen zu sein. «Vielleicht haben einige gedacht, dass es einfach so weitergeht», glaubt Berger. Sein Rezept um in die Erfolgsspur zurückzufinden? «Wir müssen zurück zur Basis. Das heisst, hart arbeiten und alles für den Erfolg machen. Wir müssen uns wieder bewusst werden, wo wir herkommen und was uns Anfang Saison stark gemacht hat.»

Trainer Ehlers hofft, dass das erste Langnauer «Stängeli» seit Januar 2010 (2:10 in Rapperswil) seinen Spielern die Augen geöffnet hat. «Ein 3:10 sieht zwar nicht schön aus, aber so versteht jeder, dass die Lage ernst ist. Bei einem 3:5 hätte man gesagt, dass es nicht so schlimm sei. Deshalb ist diese klare Niederlage sehr gesund für uns», bilanziert der Headcoach der SCL Tigers. Captain Berger pflichtet ihm bei. «Nun merkt der Hinterste und Letzte, dass wir so nicht weiterfahren können. Wir müssen nun in den nächsten Spielen zeigen, dass dieses Team Charakter hat.»

Es folgen wegweisende Wochen 

Die Lage der SCL Tigers ist den jüngsten Auftritten zum Trotz immer noch gut. Der Vorsprung auf den Tabellenstrich ist grösser als der Rückstand zur Spitze. Aber die Mannschaft steht nun vor wegweisenden Wochen. Eine länger andauernde Negativserie liegt nicht drin, zu schnell würde die Mannschaft in dieser ausgeglichenen Liga nach hinten durchgereicht. Das ist sich auch Pascal Berger bewusst. «Je länger die Saison dauert, umso besser werden die anderen Mannschaften», sagt er. «Dann reicht es nicht mehr, wenn man gleich weitermacht. Darum müssen wir noch härter arbeiten.»

22.11.2018 :: Christoph Schär
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