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Die verborgene und private Seite des Christian Rubi
Die verborgene und private Seite  des Christian Rubi Rüegsauschachen: Die Bilderbörse Gallery gewährt mit einer Ausstellung Einblick in eine weniger bekannte Seite des Bauernhausforschers und Denkmalpflegers Christian Rubi.
«Mit dieser Ausstellung wollen wir den kreativen und künstlerischen Christian Rubi darstellen. Viele kennen ihn vor allem als Restaurator und Pfleger der ländlichen Kultur», weiss Ernst Roth über seinen Schwiegervater. Gezeigt werden Christian Rubis Werke als Maler und Zeichner, welche nun in die Roth-Stiftung Burgdorf integriert werden. Christian Rubi, geboren 1899 in Grindelwald, besuchte nach der Primarschule das Seminar Hofwil. In seiner Ausbildungszeit lernte er die verschiedensten Techniken der darstellenden Kunst. Der Sohn eines Bauern und Zimmermanns erkannte, dass man ein Bauwerk oder Arbeitsgeräte nur dann richtig begreifen und erfassen kann, wenn man sie zeichnet. Diesen Lehrsatz setzte er später auch in seinen Kursen für Kerbschnitzerei und Holzbemalen um. Die von ihm dazu verfassten Lehrbücher werden bis heute in Kursen verwendet.

Vermittlung des Kulturempfindens

Über 20 Jahre arbeitete Rubi als Lehrer in Matzwil, Bowil und in Bern. Die Landwirtschaftsdirektion Bern erkannte das Potenzial seines unermüdlichen Schaffens und gründete Anfang der 40er-Jahre eigens die «Stelle für Kulturpflege», die Christian Rubi viele Jahre vollamtlich belegte. Er verstand es, der ländlichen Bevölkerung den Zugang zu ihren Kulturgütern zu schaffen. «Es gelang ihm, die Bauern vom Erhaltungswert zu überzeugen, in dem er ihnen zeigte, wie sie dieses selber erhalten können.» Die Wiederbelebung des fast verlorenen Kulturempfindens war ihm ein wichtiges Anliegen. Mit seiner Authentizität und pädagogischem Einfühlungsvermögen weckte er den Stolz der Landleute am Reichtum ihrer Volkskunst.

Vielfältiger Nachlass
Von Bowil aus startete Christian Rubi seine Entdeckungsreise ins Emmental, wo auch einige der nun ausgestellten Aquarelle, Ölmalereien und Kunsthandwerke entstanden. Diese zeugen von der hohen Beobachtungsgabe, Detailliebe und dem Erfassen, die Rubi sein gesamtes Leben begleiteten. Die Bilder und Publikationen aus dem Nachlass von Christian Rubi werden nun laufend in die 1986 gegründete Roth-Stiftung Burgdorf integriert. «Als mein Schwiegervater 1990 starb, räumte ich sein gros­ses Büro auf. Dadurch befasste ich mich intensiver mit den Arbeiten und trat in Kontakt mit den Stellen, die sich für seinen Nachlass interessierten», beschreibt Ernst Roth, der auch Präsident der Roth-Stiftung ist.

Privates bleibt in der Familie

Ernst Roth nahm auch selbst an einem Kurs für Urkundenlesen bei Christian Rubi teil. «Das war sogar noch bevor ich seine Tochter Katrin kennenlernte, die später meine Frau wurde», erinnert sich Ernst Roth. Die Familie entschied, dass das Private aus dem Nachlass bei der Nachkommenschaft bleiben soll. Die offiziellen Dokumente wie Inventarisierungen und Archivierungen werden bei der Denkmalpflege und im Staatsarchiv des Kantons Berns aufbewahrt. «Wir freuen uns, dass wir mit dieser Ausstellung den Besuchern eine Einsicht in eine verborgene und private Seite Christian Rubis bieten können

Die Ausstellung «Der unbekannte Bekannte» ist noch bis zum 20. April 2014 in der Bilderbörse Gallery in Rüegsauschachen zu besuchen. Einige Werke stehen auch zum Verkauf.
20.03.2014 :: Veruschka Jonutis
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