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«Die Trainer wissen, was sie an mir haben, ich spiele stets konstant»
«Die Trainer wissen, was sie an mir haben, ich spiele stets konstant» SCL Tigers: Mit 30 Jahren gehört Claudio Cadonau nicht mehr zu den Jungen der Mannschaft, dennoch hat er sich mit seiner konstanten und soliden Spielart im Team etabliert.

«Um Topskorer zu sein, spiele ich auf der falschen Position. Aber solange wir als Mannschaft gut arbeiten, spielt es keine Rolle, wer was macht», sagt der 30-jährige Verteidiger Claudio Cadonau und lacht. Mit Kappe und flauschigem Jäckchen sitzt er entspannt im Bistro 46 und beantwortet geduldig alle Fragen. Der Zürcher mit Bündner Wurzeln gehört weniger zu denen, die sich im Rampenlicht bewegen, sondern vielmehr zur Fraktion der fleissigen Arbeiter, die im Hintergrund ihren Mann stehen. So erstaunt es nicht, dass die Nr. 34 mit zehn Punkten in 35 Spielen (ein Tor, neun Assists) solid im Mittelfeld seines Teams ist und nach Anthony Huguenin und Andrea Glauser punktemässig der drittbeste Verteidiger der SCL Tigers ist. «Die Spieler wissen schon, was sie für eine Bilanz haben», gibt Cadonau zu, der selber auch mal ein Auge auf die Statistik wirft. «Für mich ist es nicht so schlimm, wenn ich mit einer Minusbilanz vom Eis muss, solange wir als Team gewinnen. Es gibt Spieler, die mehr an ihren Punkten gemessen werden als wir Verteidiger».

 

Schweizermeister mit dem ZSC

Der über 90 Kilogramm schwere Verteidiger hat mehrfach bewiesen, dass er hart arbeiten kann. Nachdem er seine Jugendjahre bei den GCK Lions verbracht hat, durfte er in der Saison 2006/2007 erstmals NLA-Luft schnuppern und wurde nach 13 Einsätzen mit den ZSC Lions Schweizermeister. Den Grossteil der Zeit verbrachte Cadonau aber für die GCK Lions in der NLB. Seine Karriere lief nicht linear in der NLA weiter. Nach verschiedenen Stationen bei Lausanne, dem HC Thurgau und dem SC Langenthal schaffte Cadonau den Sprung in die NLA, wo er unter Kevin Schläpfer zwei Saisons für den EHC Biel auf dem Eis stand. Weil Biel seinen Vertrag nicht verlängern wollte, gings zurück in die NLB zum SC Langenthal.

 

Etwas tun fürs Glück

Vom ganzen Hin und Her liess sich der kompakt spielende Cadonau nicht beirren, sondern blieb immer dran, getreu seinem Motto «Don’t depend on your luck, work for it» (Verlass dich nicht auf dein Glück, arbeite dafür.) «Nach dem Essen bei einem Chinesen erhielt ich mal ein Glückskeks mit diesem Spruch; seitdem ist er mein Leitmotiv.» Dieses Motto passt natürlich genau zur Arbeits- und Handlungsweise von Coach Heinz Ehlers. Wer fleissig arbeitet, bekommt die Chance, sich zu beweisen. So erstaunt es nicht, dass Ehlers Claudio Cadonau eine weitere Chance in der NLA geben wollte. «Heinz kennt mich schon seit Jahren, daher war der Weg hierher schon etwas vorgespurt». So, wie die Zahlen aussehen, hat Cadonau den Anforderungen des Trainers entsprochen, denn im Penaltykilling erhält er nach Lardi und Erni am drittmeisten Eiszeit. Sein Vertrag läuft bis 2020. «Die Trainer wissen, was sie an mir haben. Ich spiele konstant, ohne viele Ups and Downs. Das ist sicher einer der Gründe, weshalb ich viel Eiszeit bekomme», meint der Verteidiger, der sich bei seinen ersten Spielen (er wurde vom SC Langenthal 2017/2018 ausgeliehen) für die SCL Tigers eine Verletzung am Knie zuzog und dennoch den Wechsel von der NLB in die NLA schaffte. Dass er nicht mehr zu den Jüngsten im Team gehöre, sei klar, aber er arbeite täglich hart für seinen Erfolg.


Reine Schweizer Verteidigung

Einer allein kann kein Team zum Erfolg führen, dass aber die reine Schweizer Verteidigung bei den SCL Tigers eine der besten Formationen der NLA ist, ist unbestritten. «Ich weiss nicht, weshalb wir in der Verteidigung als einzige NLA-Mannschaft keine Ausländer haben. Wahrscheinlich wollte Heinz fünf starke Stürmer haben, die untereinander rotieren müssen. Das Konzept scheint ja aufzugehen.» Er glaube, der Erfolg gründe auf ihrem Spielsystem: «Nicht nur die Verteidigung, sondern die ganze Mannschaft versucht, aus einer starken defensiven Leistung die offensiven Chancen zu kreieren», versucht Cadonau den Weg zum Erfolg zu erklären. «Wir haben einen guten Goalie und alle wissen, was ihre Rolle ist. Alle führen ihren Job aus und so können wir uns kontinuierlich steigern.» Klar, würden sie mittlerweile an die Playoffs denken und immer mal wieder auf der Tabelle schauen, ob die Punktekonstellation zu ihren Gunsten stehen würden, gibt Cadonau mit einem verschmitzten Lächeln zu. So eng, wie diese Saison, war es schon lange nicht mehr. «Deshalb zählt jedes Spiel und jeder Punkt und am Schluss hoffen wir, dass wir am richtigen Ort stehen.»

24.01.2019 :: Olivia Portmann
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