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Die Gelüste nach mehr Einfluss im Rat und Parlament
Die Gelüste nach mehr Einfluss im Rat und Parlament Langnau:

Am 29. Oktober finden die Gemeindewahlen statt. Ein Gemeindepräsident, acht weitere Gemeinderatsmitglieder und das 40-köpfige Parlament sind neu zu bestellen.



In Langnau scheint die Bereitschaft, ein politisches Amt zu bekleiden, hoch zu sein. Vier Männer bewerben sich um das freiwerdende Amt des Gemeindepräsidenten (siehe Beitrag unten). Einen Sitz im Gemeinderat streben 14 Frauen und 22 Männer an. Mit Ausnahme des Gemeindepräsidenten Bernhard Antener (SP) und Hanspeter Schenk (BDP) treten alle Bisherige wieder zu den Wahlen an. 

Welche Ziele haben sich die Parteien gesetzt? Fangen wir bei der grössten, der SVP, an. Alle ihre Bisherigen, Bernhard Gerber, Jürg Gerber und Walter Sutter, stellen sich erneut der Wahl. «Wir hoffen, dass Walter Sutter die Wahl als Gemeindepräsident schaffen wird. Dann möchten wir seinen freiwerdenden Sitz als Ratsmitglied natürlich behalten und künftig mit vier Personen in der Exekutive vertreten sein», sagt Beni Hofer, zuständig für die Presse bei der SVP Langnau. Als Neuer kandidiert Beat Gerber, der bei der parteiinternen Ausmarchung für das Gemeindepräsidium unterlegen ist. Und mit Monika Kühni schickt die SVP auch eine Frau ins Rennen.

Antener ersetzen, ist anspruchsvoll

Die SP als zweitstärkste Partei ist bisher ebenfalls mit drei Personen vertreten. Weil Präsident Bernhard Antener zurücktritt, kann sie nur zwei Bisherige präsentieren, Susanne Kölbi und Renate Strahm. «Wir wollen die drei Sitze verteidigen», sagt Thomas Schilt vom SP-Parteivorstand. Er räumt ein, dass hierzu grosse Anstrengungen nötig seien, da Antener jeweils viele Stimmen gebracht habe. Als Neue sind Niklaus Müller auf der Liste, der gleichzeitig auf den Präsidentensessel möchte, sowie Martin Lehmann, Danielle Lemann und Nazim Rexhepi. Für die Exekutivwahl sind die SP und die GLP eine Listenverbindung eingegangen.

Mit vereinten Kräften

Ebenfalls kein Kinderspiel wird es für die BDP sein, ihre beiden Sitze halten zu können. Hans Peter Schenk tritt nicht mehr an. Als Bisheriger bleibt Thomas Gerber, der auch als Gemeindepräsident kandidiert. Neu auf der Liste sind: Peter Lehmann, Yvonne Battanta Stämpfli, Doris Jäckli, Jasmin Jenni, Chantal Lauenstein und Hannes Stämpfli. Eine Prognose wagt Parteipräsident Hansueli Hofmann nicht abzugeben. «Man muss auf alles gefasst sein, aber wir hoffen, dass es klappt», sagt er. Damit die Chancen steigen, hat sich die BDP mit der FDP auf eine Listenverbindung eingelassen. 

Natürlich hofft auch die FDP, dass sie es ist, die von der Listenverbindung profitieren kann. Bei den letzten Wahlen seien sie nur um drei Prozentpunkte hinter der BDP gelegen. «Und wenn wir den Erfolg der nationalen FDP in letzter Zeit in Betracht ziehen, haben wir durchaus das Potenzial, zuzulegen», sagt FDP-Präsident Toni Rösli. Nebst dem Bisherigen Johann Sommer liessen sich Toni Liechti, Jürg Römer, Toni Rösli und Melanie Althaus aufstellen.

Eine eigene EVP-Liste solls richten

Die EVP hat vor vier Jahren ihren Sitz im Gemeinderat verloren und auch im Parlament musste sie Federn lassen. «Viele Wähler gôutierten nicht, dass wir zusammen mit der EDU auf einer Liste waren. Wir beide vertreten zwar denselben Glauben, politisch sind wir aber recht weit auseinander», sagt EVP-Parteipräsident Kurt Herren. Diesmal gehen die beiden christlichen Parteien einzeln ins Rennen. Die EVP bewirbt sich gar mit acht Leuten für einen Sitz. Nebst Christoph Utiger (Gemeindepräsidentschaftskandidat) sind dies Martin Kohler, Doris Baumann, André Röthlisberger, Claudia Herren, Erich Wolfensberger, Elisabeth Wüthrich und Matthias Wyss.  

Erstmals kandidiert auch die EDU für einen Gemeinderatssitz – mit ihrem einzigen Parlamentsmitglied  Rebekka Hofer sowie mit Simon Heiniger und Svenja Heiniger. Auch wenn die beiden Parteien mit eigenen Listen antreten, eine Listenverbindung gehen sie ein. «Wenn jemand davon profitieren sollte, wäre es wahrscheinlich die EVP», glaubt Rebekka Hofer von der EDU: «Wir sind zufrieden, wenn wir den einen Parlamentssitz halten können.»

Ebenfalls zum ersten Mal nimmt die GLP an den Gemeinderatswahlen teil. Auch sie erachtet einen Sitz als wenig realistisch. Für die Exekutivwahlen haben sich ihre Kandidaten, der Parlamentarier Michael Moser sowie Andreas Müller, für eine Listenverbindung mit der SP entschieden. «Vielleicht können wir so das Zünglein an der Waage sein», sagt GLP-Vorstands- und Parlamentsmitglied Sam Brechbühl.

Stand halten oder ein bisschen mehr

Bezüglich der Sitze im Parlament träumen fast alle Parteien davon, ihren Einfluss ausbauen zu können. Beispielsweise die GLP wittert Chancen auf einen dritten Sitz: «Den haben wir vor vier Jahren nur knapp verpasst», so Sam Brechbühl. Die EVP und auch die FDP würden gerne ihre vor vier Jahren eingefahrenen Verluste wieder gutmachen. SP, BDP und EDU fassen ihr Ziel ähnlich zusammen wie Beni Hofer von der SVP. «Unser Ziel ist es, die Sitze halten zu können. Wenn etwas dazu kommt, freuen wir uns darüber.» 

12.10.2017 :: Jakob Hofstetter
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