Anmelden
Der Ring in der Schullandschaft Stalden soll das Wir-Gefühl fördern
Der Ring in der Schullandschaft  Stalden soll das Wir-Gefühl fördern Konolfingen: Die Jury des Studienauftrags für das geplante Schulhaus entschied sich für ein ringförmiges Gebäude. Voneinander und miteinander lernen, soll dort im Mittelpunkt stehen.

«Einen Ring als Schulgebäude: Das hätten die meisten nicht erwartet – wir auch nicht.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeinderätin Ursula Steffen zur Vernissage des Siegerprojekts Schullandschaft Stalden. «Auch wir hatten anfänglich keinen Ring im Visier», sagte Bertram Ernst vom Architektur- und Städtebaubüro Ernst Niklaus Fausch Partner AG aus Zürich. Die komplexen Anforderungen an das Projekt hätten sich aber mit dieser Form am besten umsetzen lassen. Die vier anderen zum Wettbewerb eingeladenen Büros präsentierten Lösungen mit einem, zwei oder drei rechteckigen Gebäuden. 

Optimal für Lernatmosphäre

Die symbolisch geprägte Grundform des Rings widerspiegle den Wunsch nach einem Zentrum für eine moderne Bildung und einem damit verbundenen ausgeprägten ‹Wir-Gefühl›», schreibt das Beurteilungsgremium im Bericht zum Studienauftrag. Es sei ein hervorragender Lösungsvorschlag, der das von- und miteinander Lernen in den Mittelpunkt stelle. Wie Bernhard Bacher, Abteilungsleiter Bildung der Gemeinde Konolfingen und Projektleiter Schulraumplanung, ausführte, bietet das geplante Schulgebäude für die Basis und Primarschulstufen sowohl Raum für gemeinsames als auch für individuelles Arbeiten. Die Anlage hat grosszügige Aussenräume, im Innenhof des Rings für die jüngeren, im Aussenbereich für die älteren Schüler.

Mal weniger, mal mehr Schüler

Bereits seit 25 Jahren beschäftigt sich die Gemeinde Konolfingen immer wieder mit der Schulraumplanung. «Um die Jahrtausendwende ging es noch um sinkende Schülerzahlen und allfällige Schliessungen von Schulhäusern», sagte Gemeinderätin Ursula Steffen. Die rege Bautätikeit in der Gemeinde schuf eine neue Ausgangslage. Spätestens ab dem Jahr 2021 müsse die Gemeinde zusätzlichen Schulraum für vier Klassen bereitstellen können. Bis dann seien nämlich etwa 100 Kinder mehr eingeschult als heute. 

Eine Planung für 50 Jahre

Im Jahr 2015 nahm der Gemeinderat das Thema Schulraumplanung erneut auf und stellte sich die Frage: Wie sieht eine Schule aus, die auch in den nächsten 50 Jahren den wachsenden Anforderungen genügen kann? Sein Fazit war, dass die Schliessung von Aussenschulhäusern und Kindergärten zugunsten eines zentralen Schulgebäudes das Richtige wäre. Die Gelegenheit eines Landabtausches, der auf der Parzelle Hübeli in Stalden den Bau eines grossen Schulhauses ermöglicht, lieferte zusätzliche Argumente für nur einen Schulstandort der Basis- und Primarschulstufen.

Aus der Bevölkerung, insbesondere aus Gysenstein, hat sich aber Widerstand formiert. Die «IG Schule mitgestalten» wollte an den dezentralen Schulstandorten Gysenstein und Konolfingen-Dorf festhalten. 

Einführung Basisstufe entscheidend

Vor knapp einem Jahr haben die Stimmberechtigten Konolfingens der flächendeckenden Einführung des Basisstufenmodells zugestimmt. «Dies war einer der wichtigsten Entscheide für die pädagogische wie bauliche Ausgestaltung der zukünftigen Schule», steht in der Medienmitteilung der Gemeinde Konolfingen. 

Der Ring auf der Parzelle Hübeli neben dem Staldenschulhaus-Areal soll nun so gebaut werden, dass sämtliche 24 Basisstufen- und Primarschulklassen der Gemeinde darin unterrichtet werden könnten. Die Architekturbüros mussten zudem sicherstellen, dass als Option zu einem späteren Zeitpunkt auf dieser Parzelle auch noch eine Dreifachhalle gebaut werden könnte. 

Über die Kosten des Projekts wurde an der Vernissage nicht informiert. Diese soll das Volk mit der Botschaft zur Abstimmung erfahren. Der Zeitplan sieht vor, dass das Geschäft im November 2018 an die Urne kommt. Bei dieser Abstimmung können sich die Bürger entscheiden, ob sämtliche Basisstufen und Primarlassen im Ring in Stalden zentralisiert werden sollen oder ob zwei Basisstufen geführt werden sollen, eine in Stalden, die andere in Konolfingen-Dorf. Am Bau des Rings würde auch die Variante Konolfingen-Dorf nichts ändern.

«Das Projekt ist schön, aber...»

Daniel Gygax von der «IG Schule mitgestalten» schaute sich das Siegerprojekt kritisch an. «Als Architekt finde ich den Ring ein schönes und gelungenes Werk. Ob dies für Kinder die ideale Form darstellt, ist eine andere Frage», sagte er nach der Vernissage gegenüber der «Wochen-Zeitung». Er befürchte, dass das Projekt nicht mehrheitsfähig sei. Woher seine Befürchtung? «Einen solchen Ring kann man nicht kleiner bauen als ge­plant. Wenn die Stimmbürger an den dezentralen Schulstandorten und somit am Schulhaus Konolfingen-Dorf festhalten wollen, wird in Stalden mehr gebaut als nötig. Das kommt teuer zu stehen.» Dass die komplette Zentralisierung beim Stimmvolk eine Chance hat, bezweifelt er. «Einerseits hätten wir dann viel ungenutzen Raum in den bestehenden Kindergärten und Schulhäusern, andererseits müsste die Mehrheit der Kinder transportiert werden», begründet er seine Skepsis.

Noch haben die Bürgerinnen und Bürger ein halbes Jahr Zeit, sich eine Meinung zur Schulraumplanung und insbesondere zur Schullandschaft Stalden zu bilden. Ursula Steffen warb an der Vernissage dafür, sich mit der Schule zu befassen: «Das nächste Grossereignis ist das Schulfest am 29. und 30. Juni», lud sie die Anwesenden ein.

Vom 23. bis 27. April können die Projekte bei der Abteilung Bau im Gemeindeverwaltungsgebäude 
2. Stock während der Öffnungszeiten (Mittwoch bis 20.00 Uhr) besichtigt werden.

12.04.2018 :: Jakob Hofstetter
Meistgelesene Artikel
Der grosse Sieger am Seeländischen heisst Matthias Aeschbacher
Schwingen: Für Matthias Aeschbacher ist es der fünfte Kranzfestsieg. Der 26-jährige Emmentaler...
Die jüngste der Schwestern tanzt aus der Reihe und springt über Hürden
Leichtathletik:   Die 13-jährige Yogani Yogalingam aus Langnau führt derzeit die Schweizer...
Die GLB ist stetig gewachsen und hat auch Krisenzeiten überwunden
Emmental:   Die GLB kann dieses Jahr ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Die Hilfe zur...
Kolumne: Im Radio läuft irgend so ein Song mit Banjo. «Steig in den Wagen, Baby, wir fahren weg,...
«Das grosse Ganze haben wir im Griff, jetzt kommts noch auf die Details an»
Turnen:   In gut einer Woche wird Langnau den Turnern und den Turnerinnen gehören. Das...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr