Anmelden
«Der Papst drückte jedem die Hand und sagte einen Gruss»
«Der Papst drückte jedem die Hand und sagte einen Gruss» Kanton Luzern:

An der Vereidigung der Schweizergardisten im Vatikan waren auch Gäste aus dem Entlebuch mit dabei. Vroni Thalmann ist von der Begegnung mit dem Papst beeindruckt.

32 neue Schweizergardisten wurden am 6. Mai im Vatikan vereidigt. Gastkanton war dieses Jahr Luzern. Der Regierungsrat reiste geschlossen nach Rom, mit dabei war auch Kantonsratspräsidentin Vroni Thalmann aus Flühli. Nebst der offiziellen Delegation nahmen 500 Besucherinnen und Besucher aus dem Kanton Luzern an der Zeremonie teil, darunter zahlreiche Entlebucher.

 

Frau Thalmann, Sie reisten in ihrer Funktion als Kantonsratspräsidentin nach Rom. Wären Sie auch als Privatperson gegangen? 

Wahrscheinlich hätte ich mir die Zeit dafür nicht genommen. Nicht aus Desinteresse, sondern weil es in meinem Präsidialjahr nicht einfach gewesen ist, alles zu organisieren, habe ich doch sehr viele Termine wahrzunehmen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt.

 

Sie hatten ein umfangreiches Programm zu absolvieren, das bereits vor der eigentlichen Vereidigung am Sonntag, 6. Mai, begann. 

Es ging wirklich Schlag auf Schlag. Am Freitag besuchten wir die Schweizergarde, am Samstagabend gab es eine Messe mit Kranzniederlegung; dabei wurde der gefallenen Gardisten gedacht. Das war sehr eindrücklich. Am Sonntagmorgen besuchten wir die Frühmesse und um zehn wurden wir in den Frühstücksraum des Papstes geführt.

 

Und haben mit Papst Franziskus gefrühstückt? 

Er war nicht dort. Wir mussten uns in einer Reihe aufstellen. Ich dachte noch, dass dies aber ein spezielles Foto gebe. Dann hiess es plötzlich, dass in fünf Minuten der Papst komme. Das wussten wir zuvor nicht, es war nicht geplant, dass wir ihn persönlich treffen werden. Wir erfuhren dann, dass er es sich nicht habe nehmen lassen, uns zu grüssen.

 

Was sagt man, wenn man dem Papst gegenüber steht? 

Er drückte jedem die Hand und sagte einen Gruss. Da ich nicht italienisch kann, verstand ich nicht alles. Ich sagte «Buongiorno» und «Grazie mille». Mit manchen sprach er ein paar Worte in seiner Muttersprache spanisch. 

 

Wie hat er auf Sie gewirkt? 

Es war sehr eindrücklich, auch wenn die Begegnung nur kurz war. Papst Franziskus hat eine grosse Ausstrahlung. Er wirkte sehr freundlich, nicht todernst, sein Blick war fast etwas schelmisch. 

 

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sahen Sie ihn noch einmal. 

Ja. Es waren sehr viele Leute dort, manche hielten ein Fähnchen ihres Landes in die Höhe. Der Papst begrüsste die Leute und die einzelnen Nationen. Auch Lucerna hat er erwähnt. 

 

Der eigentliche Anlass der Reise, die Vereidigung der 32 neuen Schweizergardisten, fünf aus dem Kanton Luzern, fand am Sonntagabend statt. 

Auch das war ein eindrückliches Erlebnis. Alles war minutiös geplant, jeder wusste genau, was er zu tun hatte. Die Männer in ihren Uniformen war ein nicht alltäglicher Anblick. Es waren sehr viele Gäste anwesend, vor allem Familienmitglieder, Freunde und Bekannte der Gardisten. Insgesamt waren es etwa 1200 Personen. Für sie gab es anschliessend ein Apéro, das wir als Luzerner Delegation mitgebracht hatten. Es wurde von einem Ex-Gardisten organisiert, Wirt David Unternährer vom «Rebstock», Wolhusen.

 

Was war denn da alles dabei? 

Wir haben hauptsächlich Produkte aus der Biosphäre Entlebuch mitgebracht: Fleisch- und Käseplatten, Apfelringli und weitere Dörrfrüchte, Biosphären-Würstli, verschiedene Brote. Es hat allen gut geschmeckt. 

 

Die Begegnung mit dem Papst war sicher der Höhepunkt der Reise. Was bleibt ihnen sonst noch gut in Erinnerung?

Nebst der Vereidigung hat mir die Besichtigung der Sommerresidenz des Papstes sehr gut gefallen. Wir durften die Räumlichkeiten und auch den Garten sehen. Dieser ist sehr schön angelegt, alles perfekt ausgerichtet und zurechtgeschnitten.

 

Am Montag traten Sie die Heimreise an. Mit welchen Gefühlen?

Müde, aber sehr zufrieden und glücklich. In dieser kurzen Zeit habe ich enorm viel erlebt. Schon die Reise an sich war für mich etwas Besonderes; ich bin sicher seit 30 Jahren nicht mehr in einem Flugzeug gesessen. All die Eindrücke müssen auch verarbeitet sein. So habe ich auf die Rom-Rundfahrt am Montagmorgen verzichtet, damit ich noch etwas zur Ruhe kommen konnte. 

Der 6. Mai ist für die Schweizergarde ein Gedenktag

Seit mehr als 500 Jahren steht die Schweizergarde im Dienste der Päpste und bewacht den Vatikan. Begonnen hat alles im Jahr 1506, als die ersten Schweizer auf Anfrage des damaligen Papstes Julius II. eintrafen. Ein einschneidendes Ereignis war der 6. Mai 1527. Damals wurde die Ewige Stadt von den eindringenden Landsknechten von Kaiser Karl V. überfallen. Heute spricht man auch vom «Sacco di Roma», der Plünderung Roms. Bei diesem Überfall hatten die Schweizer keine Chance, obwohl sie verzweifelt versuchten, Widerstand zu leisten. Von den 189 Schweizergardisten überlebten nur deren 42. Ihnen gelang es in letzter Minute, Papst Klemens VII. über einen Geheimgang in Sicherheit zu bringen. Noch heute wird zum Gedenken an dieses historische Ereignis die alljährliche Vereidigung der neuen Rekruten am 6. Mai abgehalten. 

Sicherheit und Ehre

Die Schweizergarde versieht nebst
Sicherheitsdiensten (Eingangskontrolle, Ordnungsdienst, Wachdienst und Personenschutz) auch Ehrendienste (Audienzen, Empfänge, Heilige Messen). Hauptaufgabe des Korps ist es, «ständig über die Sicherheit des Heiligen Vaters und seiner Residenz zu wachen». 

 

Quelle: www.guardiasvizzera.va

 

17.05.2018 :: Silvia Ben el Warda-Wullschläger
Meistgelesene Artikel
Kolumne: Meine Freude war gross, als ich den Brief eines grossen Discounters erhielt, in dem ein Gutschein...
Singen im Songline-Musical und  Kindern etwas weitergeben
Rüegsau: Bei einer Probe des diesjährigen Songline-Musicals sangen 126 Kinder und Jugendliche vom Leben...
Ei grossi bärneschi Erfindig ir Chuchi geit nid uf die herrschaftlechi Chuchi vo de...
Junge Gärtnerin gibt in SRF-Sendung «Hinter den Hecken» Tipps
Lauperswil: Als Expertin in der Sendung «Hinter den Hecken» gibt Céline Gurtner Tipps zu...
Dä Ortsname kenne nume no weni Lüt
Bimene Haar wäri dä Ortsname, wos hüt drum geit, äue für geng verlore...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr