Anmelden
Der Kolibri-Chor bringt sein 20. Musical auf die Bühne
Der Kolibri-Chor bringt sein 20. Musical auf die Bühne Grosshöchstetten: Zum 20. Mal findet am kommenden Wochenende ein Musical des Kolibri-Chors statt. Dieses handelt von Krankheit und Heilung sowie
von Lüge und Wahrheit.  
«Alle aufstehen und Sch...sch...sch..!» Die letzte Chorprobe im Schulhaus Rosig in Grosshöchstetten beginnt mit dem Einsingen. Chorleiterin ist Annina Gfeller, eine von mehreren Erwachsenen, die jeweils zum guten Gelingen der Aufführungen beitragen. Im Zentrum stehen aber die jungen Sängerinnen und Sänger, Solisten, Theaterleute und Tänzer. Die Zweit- bis Neuntklässler sind voll bei der Sache. Soeben stimmen sie das erste Lied des Musicals «Namaan» an. Die Geschichte aus dem Alten Testament handelt vom aramäischen Feldhauptmann Namaan, der an Aussatz erkrankt. Den Tod vor Augen erfährt er durch eine hebräische Magd, dass ein Prophet in Israel Krankheiten heilen könne. Mit dem Segen seines «Chefs», dem König, macht er sich auf die lange Reise. Dabei erlebt er so einiges — im Guten wie im Schlechten.

«Ich singe einfach gern»

«Diese Wundergeschichte», sagt der Gesamtleiter des Projekts, Stephan Loosli, «regt zu Diskussionen an rund ums Thema Krankheit und Heilung sowie Wahrheit und Lüge.» Die Hauptrolle von Namaan wird vom Viertklässler Jonatan verkörpert. «Ich habe mir eine mittlere bis grosse Rolle gewünscht und dann die Hauptrolle bekommen», erzählt er. Stephan Loosli ergänzt: «Jonatan bewies schon mehrmals, dass er gut Theater spielen kann.» Bei den Solistinnen und Solisten fallen die reinen Stimmen auf. «Wir machen jeweils ein Casting», verrät Loosli. So wolle man vermeiden, dass Kinder blossgestellt würden. Diese sind mit Herzblut dabei. «Ich singe einfach gern», ist eine häufige Begründung für die Teilnahme am Projekt. So auch für Zweitklässlerin Moira: «Seit ich das Musical zum ersten Mal gesehen habe, wollte ich unbedingt mitmachen», erzählt sie begeistert. Endlich ist sie alt genug und darf sogar ein Solo singen.

 

Tipps von hier und da

Begleitet von der Band singen sich die Kinder durchs Musical. Dann und wann wird eine Passage oder Choreographie wiederholt. Noch ein paar Tipps von hier und da, schon ist die Chorprobe vorbei. Doch nein, nicht ganz. Für den letzten Teil wird Stephan Loosli höflich hinausgebeten, um nicht zu sagen, vor die Tür gesetzt. Spätestens dieses Wochenende bei den Auftritten in der Kirche wird er den Grund seines überraschenden «Time outs» erfahren.


Aufführungen: Freitag, 17. März; Samstag, 18. März,
je 19.30 Uhr, Kirche Grosshöchstetten.
«Bei uns sind alle gleich wichtig»
Das Kolibri-Projekt entstand im Jahr 1998 als eine moderne Form der Sonntagsschule. Das jährliche Angebot fand grossen Anklang und so melden sich seit dem dritten Jahr jeweils rund 50 Schülerinnen und Schüler an. Geprobt wird von Januar bis zu den Aufführungen im März. «Nur mit Kindern kann man ein Musical in so kurzer Zeit einstudieren», weiss der Gründer und heutige Gesamtleiter des Projekts, Stephan Loosli. «Ihnen geht es in erster Linie um die Freude am Auftreten und ums Erlebnis, etwas zusammen zu gestalten.»
Vom Macher zum Organisator
In der Anfangszeit des Projekts wirkte der passionierte Sozialdiakon und Katechet noch selber an vorderster Front mit, leitete den Chor und begleitete ihn mit Gitarre und Klavier. «Jetzt organisiere ich nur noch», meint er bescheiden. Chor-, Theater- und Tanzleitung übernimmt jeweils ein Teammitglied. Team und Band werden jedes Jahr neu zusammengestellt. Auch die Schüler melden sich jeweils neu an. Ziel des Projektes sei unter anderem, dass sich jedes Kind wahrgenommen fühle und entsprechend seiner Begabung gefördert werde, sagt Stephan Loosli. So ist denn auch der Leitsatz der Kolibri-Familie: Wir sind alle gleich wichtig.
16.03.2017 :: Rebekka Schüpbach
Meistgelesene Artikel
Von Langnau nach Rüegsauschachen: Ein Metzgerwechsel im Jakob-Markt
Zollbrück: 22 Jahre führte Rudolf Lüthi von der «Hübeli-Metzg» in Langnau die...
Wohär chönnt äch dr Ortsname «Fälbe» cho? Villech vo...
Die Zahl der Menschen, die Informationen und Neuigkeiten dergestalt zurechtbiegen und...
Dr Heilig Oswaud isch nid grad e Heilige, wo me im erschte Momänt a ds Ämmitau...
Sollten Sie mich demnächst mit einem grossen Kinderwagen in einem Zug oder Bus antreffen, so...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr