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Der Holzsteg wird durch eine Hängebrücke ersetzt
Der Holzsteg wird durch eine  Hängebrücke ersetzt Flühli:

Eine Hängebrücke soll den alten Holzsteg im Gebiet Chessiloch ersetzen. Die Gemeindeversammlung bewilligte den dafür erforderlichen Kredit – und auch weitere Ausgaben. 

«Etwa alle fünf Jahre müssen wir den bestehenden Holzsteg im Gebiet Chessiloch ersetzen», informierte Gemeindeammann Hans Lipp an der Gemeindeversammlung am vergangenen Montag. Unzählige Male wurde er beschädigt, oftmals auch ganz weggeschwemmt. Ebenfalls der zur Brücke führende Wanderweg wurde jeweils in Mitleidenschaft gezogen. Bereits vor sechs Jahren traf der Gemeinderat Vorabklärungen, die Linienführung der Wanderwege anzupassen und den Holzsteg über den Seebenbach zu ersetzen. 

An der Gemeindeversammlung konnten die Stimmberechtigten nun über ein konkretes Projekt befinden. Dies beinhaltet die Erschliessung des grossen Wanderwegnetzes mit einer Hängebrücke über den Seebenbach. Der vorgesehene Standort der neuen Brücke – rund 40 Meter oberhalb der bestehenden – sei sicherer und für die Wanderer attraktiv, warb Hans Lipp für das Projekt. 

Der rund ein Meter breite und 62 Meter lange Steg führt am höchsten Punkt 40 Meter über den Seebenbach. Die Seilkonstruktion weist eine länge von 600 Metern auf. Der Boden besteht aus einem Gitterrost. Die Brücke, inklusive Anpassungsarbeiten des Wanderwegs, kostet 365’000 Franken. 76 der 80 Anwesenden folgten dem Antrag des Gemeinderats diskussionslos. Die Baueingabe soll bereits im Juni und der Baustart im August erfolgen. Der Plan der Ingenieure sieht die Inbetriebnahme für Oktober vor. Doch Hans Lipp ist skeptisch: «Dieser Terminplan ist sehr, sehr sportlich.»  

Marode Kanalisationsleitung

Die Stimmberechtigten bewilligten einstimmig zwei weitere Sonderkredite: 570’000 Franken sind nötig, um die Gebäudehülle beim 45-jährigen Schulhaus Sörenberg zu sanieren. Die erste Etappe wurde bereits im Jahr 2002 ausgeführt. In erster Linie geht es darum, die Wärmedämmung zu verbessern. Zudem soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden.

Geld ausgeben muss Flühli auch für die Sanierung der Kanalisationshauptleitung. In einer ersten Etappe soll das Teilstück vom Tennisplatz Sörenberg bis zum Regenüberlaufbecken bei der Ochsenweidbrücke angegangen werden. Wie der Gemeindeammann erläuterte, wären diese Arbeiten längst fällig gewesen.  Der Gemeinderat habe aber zugewartet, weil er Synergien mit dem geplanten Kleinwasserkraftwerk Rischlisäge habe nutzen wollen. «Das Wasserkraftwerk wurde inzwischen vom privaten Initianten abgeschrieben. So wollen wir die Sanierung nun angehen», informierte Lipp. Kosten soll das Unterfangen 320’000 Franken. 

Seit zwölf Jahren positive Rechnung

All diese Investitionen bereiten der Gemeinde Flühli aus finanzieller Sicht keine Sorgen. Zum zwölften Mal in Folge konnte der Gemeindeammann eine positive Rechnung präsentieren. Bei einem Aufwand von gut zwölf Millionen Franken schliesst die Rechnung 2017 mit einem Ertrags­überschuss von 1,5 Millionen Franken ab. Sämtliche Finanzkennzahlen sind im grünen Bereich. Das gute Ergebnis sei zu einem schönen Teil auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen, erklärte Lipp. Der Gemeinderat beantragte den Anwesenden, fürs nächste Jahr 546’000 Franken des Ertragsüberschusses als Steuerrabatt den Bürgern zurückzugeben. Somit liegt der Steuerfuss bei 2,0 Einheiten. 800’000 Franken werden dem Eigenkapital gutgeschrieben und der Rest für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen verwendet. Der Gemeinderat rechnet damit, dass mit der Aufgaben- und Finanzreform zwischen dem Kanton und den Gemeinden ab 2020 für Flühli Ein­bussen hinnehmen muss. «Wir müssen dann schon schauen, dass wir nicht unter die Räder kommen», sagte Hans Lipp.

Wasserversorgung soll an Gemeinde

Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger informierte, dass die Wasserversorgungsgenossenschaft Flühli-Dorf ein neues Gebührenmodell einführen werde. Hierzu sei sie auf rechtliche Beratung und auch auf Daten und weitere Unterstützung der Gemeinde angewiesen. Dem Vorstand der Wasserversorgung fehle zunehmend die Kapazität, all die neuen Aufgaben zu bewältigen. Deshalb sei er mit der Bitte an den Gemeinderat gelangt, dass die Gemeinde die Wasserversorgung Flühli-Dorf übernehme. Die Bürger werden sich an der Gemeindeversammlung im Mai nächsten Jahres dazu äussern können. Eine Übernahme würde voraussichtlich auf Anfang 2020 erfolgen.

Weiter informierte die Gemeindepräsidentin, dass der Besitzer des Kurhauses Flühli gedenke, den Saal zu sanieren. Die Vereine von Flühli und Sörenberg hätten an einer Besprechung ihre Bedürfnisse einbringen können. «Einige Vereine möchten unbedingt selber wirten, andere gar nicht», so Wermelinger. Es werde nun geprüft, ob der Saal von der Gastronomie abgekoppelt werden und ein Office eingebaut werden solle.  Auch die Frage nach einer versenkbaren Bühne werde geprüft und die Frage, ob sich die Gemeinde engagieren werde, ähnlich wie die Gemeinde Schüpfheim beim Adler-Saal. 

31.05.2018 :: Jakob Hofstetter
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