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Der historische Schlossturm wird zur Galerie für zeitgenössische Kunst
Der historische Schlossturm wird zur Galerie für zeitgenössische Kunst Schlosswil: Mit dem Konzept «Kunst im Turm» setzt die Steinmann-Stiftung Schloss Wyl einen Kontrastpunkt zu den übrigen 373 bereits im Schloss ausgestellten Bildern. 
Wie soll der Turm im Schloss Wyl künftig genutzt werden? Diese Frage haben wir aufgeschoben, bis alles andere fertig war», sagte Stiftungsrätin Sophie Steinmann an der Orientierungstagung für Medien und Behördenmitglieder. Nun ist alles im Schloss nach der Vorstellung der Stiftung hergerichtet. Zum Fünf-Jahr-Jubiläum konnte der Stiftungsrat nun auch über die neue Nutzung des Turms informieren. «Kunst im Turm» nennt die Stiftung das Konzept. «Der Turm wurde in diesem Jahr zu Ausstellungsräumen renoviert und soll künftig wechselnden Ausstellungen dienen, vor allem zeitgenössischer Kunst, sagte Sophie Steinmann, die an der Tagung ihren Vater und Stiftungsratspräsident Matthias Steinmann vertrat. Unterstützt beim Konzept «Kunst im Turm» wird die Stiftung künftig durch Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern. Er gehört neu dem Beirat der Stiftung an.

«Viele Themen sind im Turm möglich»

Bereits an der Tagung setzte die Stiftung ein Zeichen, dass es ihr Ernst ist mit zeitgenössischer Kunst: Daniel Spanke, Kurator im Kunstmuseum Bern, setzte sein Referat unter den Titel «Zeitgenössische Kunst sammeln im Museum».
Bezüglich der «Kunst im Turm» könne er sich viele Themen und Ausstellungsformen vorstellen, die sich für diese Räume eignen könnten, sagte Spanke im Anschluss ans Referat gegenüber der «Wochen-Zeitung». «Interessant sind sicher Werke, die noch nirgends ausgestellt waren und somit ganz neu diskutiert werden können».

Halluzinationen im Gefängnis
In der ersten Ausstellung sind neue Bilder ausgestellt, fast alle drehen sich ums Schloss. Der 23-jährige Künstler Ian Douglass aus New York – ein Studienkollege von Sophie Steinmann – hat von Mai bis August  zwei ehemalige Gefängniszellen in Schlosswil zu einem Malatelier umgewandelt und darin 27 Bilder gemalt. Das Thema der Ausstellung: «Halluzinationen im Schlossgefängnis».    

Besuchszeiten: jeden Donnerstag von 14 bis 20 Uhr.
Der Schloss-Turm wurde vielfältig genutzt
Die Wände des 43 Meter hohen Turms, gebaut aus Findlingen, sind unten zirka vier Meter dick, oben drei Meter. Erstellt wurde er Ende des 12. Jahrhunderts durch die Herren von Wyler und Zähringer, (Vasallen). Zuerst war er Wachturm und Zeichen von Adel und Herrschaft, dann Jahrhunderte lang Gefängnis mit auch zum Tod ver-urteilten und vielleicht gefolterten Menschen. Nach dem Einmarsch der Franzosen im März 1798 war dies vorbei. Die grosse Änderung kam mit der Übernahme durch den Kanton: Der Turm wurde ab 1812 die Kornkammer des Amtes, aber 1847 bis 1881 doch wieder Ge-fängnis. Dann diente der Turm bis 2010 als Archiv.

Quelle: Steinmann-Stiftung Schloss Wyl 
Ein grosser Schatz «zurückerobert»
Nebst der zeitgenössischen Kunst im Turm (siehe Haupttext) konnte die Steinmann-Stiftung Schloss Wyl an der Tagung einen weiteren Glanzpunkt ihrer noch jungen Geschichte präsentieren. Ende 2014 konnte Matthias Steinmann von einem Antiquitätenhändler in Bremen ein Bild von Gabriel von Frisching erwerben. Frisching hatte 1718 das Schloss Wyl gekauft. Er verantwortete um 1730 die Neuanlage des Parks und der Allee. «Dass es Herrn Steinmann gelungen ist, dieses Werk wieder dahin zu holen wo es hingehört, ist für mich – wenn vielleicht auch nicht in finanzieller Hinsicht – das grösste Ereignis der Stiftung im vergangenen Jahr», sagte Stiftungsrat Sigmund von Wattenwyl. Apropos «finanzer Hinsicht»: Der Nettoaufwand der Stiftung betrug letztes Jahr rund 570’000 Franken, der Bruttoertrag knapp 50’000 Franken. «Es lohnt sich, aber es rentiert nicht», zitierte von Wattenwyl den Stifter Matthias Steinmann. «Rendite war aber auch nie vorgesehen.» 
03.09.2015 :: Jakob Hofstetter
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