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Der FC Zollbrück verliert 0:1 und schrammt erneut am Aufstieg vorbei
Der FC Zollbrück verliert 0:1 und schrammt erneut am Aufstieg vorbei Fussball: Im Rückspiel der Auf­stiegsbarrage zur 2. Liga ­Regional hat Zollbrück den Kürzeren gezogen. Für das Team von Trainer Marco Di Romualdo geht eine lange ­Leidensgeschichte weiter.
Der Gegentreffer in der Nachspielzeit zum 2:2 im Hinspiel war ärgerlich, darf trotzdem nicht überbewertet werden. Ein Sieg in Münsingen würde den FCZ in die 2. Liga katapultieren. Im Vergleich zum Heimspiel ist Zollbrück auf vier Positionen verändert, neu in die Mannschaft gerückt sind Torwart Luca Günter sowie die Routiniers Althaus, Aegerter und Blaser. Der neue Schlussmann des FCZ muss nach neun Minuten Kopf und Kragen riskieren. Mit letztem Einsatz ist er vor dem heranstürmenden Angreifer am Ball und entschärft die Situation. Die 600 Zuschauer registrieren, dass Zollbrück in den Anfangsminuten wie im Hinspiel nicht präsent ist. In der 12. Minute hat Zollbrück grosses Glück, als ein Freistoss von Münsingen knapp an Freund, Feind und Tor vorbeisegelt. Es dauert gut 15 Minuten, bis die Emmentaler auf Betriebstemperatur kommen. Tim Schobers Schuss bereitet dem Keeper von Münsingen Schwierigkeiten, vom Abpraller kann jedoch niemand profitieren. Trainer Di Romualdo notiert sich viele Angriffe über die starke linke Seite des FCZ. Die Rück­kehr von Captain Yanick Blaser, nach überstandener Verletzung, macht sich deutlich bemerkbar. Zusammen mit Flügel Patrick Zürcher läuft praktisch alles über diese zwei Akteure.

Strittige Elfmeterszene
Die Mannschaft und Anhänger von Zollbrück fordern in der 30. Minute einen Elfer. Wiederum über die linke Angriffsseite sorgt eine Flanke von Zürcher für erhitzte Gemüter. Ob der Abwehrspieler Münsingens da­bei den Ball tatsächlich im Sechzehner mit der Hand berührt hat, ist schwer zu beurteilen. War die linke Seite in der ersten Halbzeit top, so muss die rechte Seite durchaus mit Kritik eingedeckt werden. In der 35. Minute hat Münsingen dort uneingeschränkt Platz und kommt zu einer hundertprozentigen Chance. Der Schuss aus nächster Distanz fliegt hauchdünn am Kasten vorbei. Die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff gehört Zollbrück. Vladislav Spunda kommt völlig alleine gelassen zum Kopfball – der Torschrei liegt allen Mitspielern auf der Zunge. Der 34-jährige Tscheche kann das Leder, nach punktgenauer Flanke von Jorda, nicht mehr genug «drücken». Der Kopfball geht knapp vorbei. Das 0:0-Pausenresultat ist ganz im Sinne des FC Münsingen. Trainer Di Romualdo nimmt in der Pause Adrian Althaus für Marc Oppliger vom Feld. Nach 55 Minuten steht ­Oppliger im Brennpunkt. Sein Tackling im Strafraum wird zurecht mit einem Penaltypfiff bestraft. Münsingens Michael Erzinger verlädt Keeper Günter und macht das 1:0 für das Heimteam. Zollbrück ist nun gezwungen eine Reaktion zu zeigen. FCZ-Stürmer Richter lässt zwei Gegenspieler mit seinen Haken ins leere grätschen, findet aber seinen Meister in Torwart Patrick Karrer. FCM-Torhüter Karrer ist in beiden Duellen ein sicherer Rückhalt. Nur Minuten später lässt sich der Bruder des 1:0-Torschützen Fabian Erzinger zu einer Dummheit hinreissen. Eine Tätlichkeit (64.) beschert ihm den vorzeitigen Gang unter die Dusche. Damit kann der FC Zollbrück die verbleibende halbe Stunde mit einer personellen Überzahl bestreiten.

Wer hat die zündende Idee?
Mit einem Mann mehr auf dem Feld sucht Zollbrück nach einer Lücke in der Abwehrreihe Münsingens. Die junge Aaretaler-Truppe ist permanent mit allen Spielern hinter dem Ball und verschiebt gut organisiert in Richtung des ballführenden Gegenspielers. Der FCZ tut sich in dieser Phase sehr schwer, die Zeit rinnt dahin. Die defensive Reihe mit Oppliger, Wüthrich und Blaser bekommt dabei im Aufbauspiel wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld. Wenn sich eine Anspielstation findet, klappt das weitere Passspiel auf den Flügel oder direkt in den Sturm meist nicht. Die vielen langen Bälle werden allesamt vom FCM zurückspediert. Trotz Unterzahl lässt sich der FC Münsingen nicht aus der Ruhe bringen und leistet ungemein viel Laufarbeit. Damit werden die Räume eng gemacht und der FCZ kann nie einen gefährlichen Ball in die Tiefe spielen. Der Abschluss von Dominik Richter (85.) wird erneut pariert und so will der An­schlusstreffer nicht fallen. Die über fünf Minuten dauernde Nachspielzeit bringt nichts Zählbares, der Fussballgott trägt heute definitiv kein schwarz-oranges Shirt. Am Ende jubelt zum vierten Mal nacheinander der Gegner, der FCZ wird weiterhin vom Fluch des Nichtaufstiegs verfolgt. Eine sachliche Fehler-Analyse fällt schwer. In beiden Spielen lief Zollbrück in den Startminuten dem Gegner gedanklich einen Schritt hinterher. Kampfgeist und Einsatzwille waren stets top, dass die Mannschaft nicht alles investiert habe, kann sicherlich niemand beanstanden. Mit einem sehr jungen Durchschnittsalter hat der FC Münsingen den Aufstieg keineswegs gestohlen, die Equipe von Coach Daniel Hofmann hat in beiden Spielen eine sehr reife Leistung abgeliefert. Sein Team hat mit Zweikampfstärke und Kompaktheit Zollbrück im Rückspiel zermürbt. Die Emmentaler werden den ­vielen ausgelassenen Möglichkeiten im Hinspiel nachtrauern, dort haben sie eine bessere Ausgangslage fürs Rückspiel verpasst. Das erfrischende und schnelle Kombinationsspiel, mit dem Zollbrück in dieser Saison ungeschlagen blieb, klappte in den entscheidenden Situationen viel zu selten. Der Frust und die Enttäuschung sind momentan enorm gross, nach der Sommerpause wird sich zeigen, ob das Team daran wachsen wird.
Münsingen – Zollbrück 1:0 (0:0)
Sportplatz Sandreutenen, Münsingen. 600 Zuschauer.
Tor: 55. (Elfmeter) 1:0. FC Zollbrück: Günter; Jorda, D. Wüthrich, Gerber, Blaser, Althaus (46. Marc Oppliger), Zürcher, Schober (88. Rehmann), Spunda, Aegerter (61. Zinniker), Richter. Bemerkungen: 64. Rote Karte gegen Münsingen. P. Wüthrich und Schürch (beide verletzt).
Resultate der Barragespiele 2015
Münsingen*– Zollbrück1:0 | 2:2
Muri-Gümligen – Meiringen*1:2 | 2:2
Boncourt a – Sloga*0:2 | 0:1
Prishtina Bern*– Courroux0:0 | 1:1
* = Aufsteiger in 2. Liga, Regional
25.06.2015 :: Adrian Frühwirt
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