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Der Blues hatte den Mühlehof fest im Griff
Der Blues hatte den Mühlehof fest im Griff Trub:

Für zwei Konzerte kehrte Bluesmusiker Philipp Fankhauser zurück an seinen Heimatort Trub. Mit einer fünfköpfigen Band brachte er die Heubühne auf dem Mühlehof zum Beben.

Autos dicht an dicht am Strassenrand. Fahrzeugnummernschilder  aus St. Gallen, Solothurn, Zürich – fast aus der ganzen Schweiz waren sie angereist, um den Weltstar Philipp Fankhauser in Trub spielen zu hören. Bereits vor Konzertbeginn lud der Mühlehof mit seinem Garten vor dem malerischen Spycher zum Verweilen ein. Ein idealer Sommerabend für ein Open-Air-Konzert, dachten sicher viele. Aber drinnen, auf der Heubühne, verloren die rund 450 Konzertbesucher schnell den Kontakt zur Aussenwelt. Hier herrschte der Blues, da ging die Post ab.

Heimspiel mit neuem Album

Philipp Fankhauser spielte mit seiner Band und unterstützt von drei Background-Sängerinnen Stücke aus seinem neusten Album «I’ll be around». Aufgenommen wurde dieses in den legendären Malaco-Studios in Jackson, Mississippi, USA. «Ein Traum», wie Fankhauser betonte. Schon schnell zeigte sich, dass der Blues aus den Südstaaten problemlos den Weg ins Emmental fand. Die «Streets of Trub» begannen schnell zu kochen, und während in den Balken die Lichtmuster tanzten, wippten auf dem Boden die Beine rhythmisch mit. Feine Klänge wechselten mit souligen Elementen, die Band ging ab und schon bald floss der Schweiss auf der Heubühne in Strömen.

Die Hitze brachte sogar das Equipment des Drummers zum Explodieren, aber Philipp Fankhauser und Band spielten bis zur Hitze-Pause begeisternd weiter.

Mit dem eigens für die Konzerte gebrauten Blues-Bier genossen viele draussen den Sommerabend. Philipp Fankhauser hingegen stand bereits hinter seinem Verkaufswagen, wo er persönlich Eistee ausschenkte. 

Persönliche Erinnerungen

Persönlich waren auch viele seiner Erinnerungen, die er nach der Pause zu einigen Liedern mit dem Publikum teilte. Berührende Momente, aber auch komische Situationen. So schilderte er seine Erlebnisse mit dem Truber Gemeindepräsidenten Peter Aeschlimann, der ihm sowohl vor vier Jahren einen Rüffel beim Parkieren erteilte wie auch dieses Jahr, als er mit einem Zürcher Nummernschild forsch vors Haus fuhr. Unter viel Gelächter begrüsste dann dieser Gemeindepräsident persönlich das Publikum und dankte Margreth und Samuel Fankhauser vom Mühlehof für das Organisieren der Anlässe.

Sonnenblumen fürs Konzert

Eigentlich hätten sie ja nach 2014 geschworen, nie mehr einen so aufwändigen Anlass wie ein Konzert von Philipp Fankhauser zu organisieren, erzählte Gastgeber Samuel Fankhauser. «Aber Margreth, meine Frau, war wieder voll motiviert für weitere Konzerte.»

Auch die Nachbarn und der Rest der 60 Helferinnen und Helfer hätten ein grosses Lob verdient. «Eine Nachbarin hat im Mai extra Sonnenblumen für die Dekoration des heutigen Anlasses gesät», sagte Samuel Fankhauser weiter.

Das Konzert endete kurz vor Mitternacht nach mehreren Zugaben – und mit einer Zusage von Philipp Fankhauser. Er und sein Bruder seien bereit, für die nächsten Truber Konzerte im OK mitzumachen.

09.08.2018 :: Kathrin Schneider
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