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Der Besuch der Tellspiele gehörte dazu
Der Besuch der Tellspiele gehörte dazu Bowil:

Für Fritz Häni wird der 6. Juli ein spezieller Tag werden, schliesst er doch nach 43 Jahren die Klassenzimmertüre der 5. und 6. Klasse zum letzten Mal und geht in den Ruhestand.

Damals vor 43 Jahren habe er mit Glück diese Stelle in Bowil bekommen, es war eine Zeit in der es viele Lehrer gab und wenige offene Stellen. Nicht weniger als 30 Schülerinnen und Schüler warteten gespannt im April 1975 im Schulhaus Dorf, auf den jungen Lehrer, welcher frisch vom Lehrerseminar kam. Nach seiner Jugendzeit im Seeland, aufgewachsen auf einem Bauernhof, fühlte er sich schnell heimisch in Bowil und zog in die Wohnung im Lehrerhaus, wo er noch heute mit seiner Frau Ruth wohnt. Mit ihr, einer gebürtigen Bowilerin, hat er zwei inzwischen erwachsene Kinder, Esther und Jonas, welche er auch unterrichtet hatte. 

Königliches Schulzimmer

Fritz Häni freute sich stets über leuchtende Kinderaugen, welche gespannt auf den Unterricht warteten. Für ihn gebe es kein Lieblingsfach, je nach Klasse und Situation habe es Jahresweise gewechselt. Schmunzelnd erzählt er, dass nach dem Wechsel, vor fünf Jahren vom Dorf ins Hübeli, einst die Mutter von Schwingerkönig Matthias Sempach in seiner jetzigen Schulstube unterrichtet worden sei. Von schweren Schicksalsschlägen sei er verschont geblieben und auch sonst seien es friedliche 43 Jahre gewesen. Ein ehemaliger Schüler hat es sogar zum Weltmeister an den World Skills geschafft. «Es gibt eigentlich nichts, was ich nicht gerne gemacht habe», sagt er. «Einzig schwierige Eltern- und Übertrittsgespräche bin ich froh in Zukunft nicht mehr führen zu müssen.» Dies sei in den letzten Jahren schwieriger geworden, da oft die Lehrpersonen von den Eltern nicht mehr als Experten akzeptiert würden.

Aber auch in Fritz Hänis Laufbahn herrschte nicht nur eitel Sonnenschein: Vor sechs Jahren habe er eine schwierige Zeit durchlebt und war kurz vor dem Aufgeben. Dank ausserschulischer Beratung, reduziertem Pensum und der Unterstützung von Schulkommission und Kollegium konnte sich Häni neu motivieren und kann nun glücklich, gesund und mit einem guten Gefühl in Pension gehen.

Brigerbad und Tellspiele

Die Ausflüge mit den Schülerinnen und Schülern seien immer vielfältig und abwechslungsreich gewesen und so hat er seinen Kindern auch Schulwägli gezeigt, die heute sonst kaum noch jemand benutzt. Der Besuch der Tellspiele in Interlaken, sowie ein Ausflug ins Brigerbad, gehörten bei ihm in jedem Schuljahr dazu. Auch Abstecher in den Wald oder den Besuch der Natureisbahn im Than und zum Chuderhüsi unternahm er gerne und blieben seinen Schützlingen in bester Erinnerung. Im Kollegium fühlte er sich wohl und unterstützte den Wintersportanlass sowie das Schulfest im Schächli jedes Jahr aufs Neue. «Ich habe mich bereit erklärt, auch im Ruhestand die Piste präparieren zu helfen, sollte dies nötig sein», erzählt er.

Reisen und singen 

Als pensionierter Lehrer wird Fritz Häni sicher auch öfters auf Reise gehen, am liebsten mit einem Wohnmobil oder der Bahn. Als langjähriger Sänger freut er sich nach einer Pause nun wieder in einem Chor aktiv mitzusingen. Fritz Häni ist Präsident des Ortsvereins und in diesem schon viele Jahre aktiv. So ist es kaum verwunderlich, dass ihn viele Leute kennen und schätzen. Man werde ihn nicht täglich im Schulhaus antreffen, sollten aber seine Dienste aushilfsweise oder Notfalls gebraucht werden, habe er ein offenes Ohr.

05.07.2018 :: Sylvia Siegenthaler
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