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Den Boden nicht vergiften

Lange Zeit hat man vielerorts giftige Abfälle unbekümmert entsorgt und sie dann mit guter Erde zugedeckt. Erst in den letzten Jahren hat man dann die verseuchten Böden für teures Geld wieder gereinigt – und hoffentlich daraus eine Lehre für die Zukunft gezogen. 

Ähnlich gehen wir oft mit dem Boden um, auf dem unser -Lebensbaum wachsen will. Wir verseuchen ihn mit giftigen Substanzen und blockieren dadurch dessen Gedeihen. Diese Gifte heissen Unzufriedenheit und Neid. Dazu eine kurze Geschichte.

Ein Forscher traf einen alten Indio, einen sehr alten Mann, der aber noch jugendlich wirkte und sich sehr heiter und gelassen gab. Der Forscher fragte ihn: «Wie kommt es, dass du immer nicht so missmutig wie viele andere deines Alters bist? Was erhält dir Körper und Seele so gesund?» Der greise Mann antwortete: «Das, was ich denke, ist es, was mir Zufriedenheit schenkt. Schau, ich bedenke, dass es Hungernde gibt, und ich habe noch nie ernsthaft hungern müssen! Ich bedenke, dass es Kranke gibt, und ich war nie ernsthaft krank! Ich bedenke, dass es Unterdrückte gibt, und ich bin doch immer ein freier Mensch gewesen. Das ist es, was mich so fröhlich macht!» Darauf der Forscher: «Das mag alles stimmen, was du sagst, aber hast du nicht auch bedacht, dass es Menschen gibt, die mächtiger sind als du und reicher und glücklicher und klüger?!» Der Indio antwortete: «Schau, fremder Mann, wenn ich an diese Menschen denke, die mächtiger sind als ich und glücklicher und klüger – dann sehe ich ja noch etwas vor mir, was ich werden kann! Das ist doch erst recht ein Grund, dankbar und fröhlich zu sein.» 

Der Forscher nickte zustimmend und ging dann nachdenklich seines Wegs. Und auch uns soll diese Geschichte zum Nachdenken anregen, besonders zu Beginn dieses neuen Jahres.



05.01.2018 :: Rudolf Vogel, röm.-kath. Pfarrer im Ruhestand, Schüpfheim
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