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Das Räbloch wird erst im kommenden Jahr entstopft werden
Das Räbloch wird erst im kommenden Jahr entstopft werden Eggiwil:

Die Schwellenkorporation Eggiwil hat die Arbeit für die Räumung des Räblochs vergeben. Mit einem Greifer will das Unternehmen, das den Zuschlag erhielt, das Material entfernen.

Die Idee ist folgende: Über die Schlucht werden Schienen verlegt und an diese ein Greifkran montiert. Das Gerät verfüge über einen Arm mit Teleskopauszug, erklärt Hans Wittwer, Präsident der Schwellenkorporation Eggiwil. Mit der Zange vorne am Arm soll das Material, das sich in der Engstelle angesammelt hat, Stück für Stück abgetragen werden.  

Über 2000 Kubikmeter Schwemmgut

Material hat sich einiges verkeilt in der tiefen Schlucht der Emme, welche an ihrer engsten Stellen lediglich 1,14 Meter misst. Seit dem Unwetter vom Sommer 2014 lagerten rund 1700 Kubikmeter Schwemmgut im Räbloch. «Die Masse wurden mit Lasern ermittelt», erklärt Hans Wittwer. In der Zwischenzeit hat sich vor dem Eingang der Schlucht noch mehr Material angesammelt. Schätzungen gehen von 500 Kubikmetern aus.  

Die Schwellenkorporation hat die Räumung des Räblochs öffentlich ausgeschrieben – «weil es in der ganzen Schweiz keine vergleichbare Situation gibt», wie Wittwer festhält. Die Unternehmen mussten nicht nur berechnen, was die Räumung ihrer Meinung nach kosten wird, sie mussten auch aufzeigen, wie sie beabsichtigen vorzugehen. Elf Firmen hätten sich schliesslich für die Arbeiten beworben und Konzepte für die Arbeiten eingereicht. Den Zuschlag erhielt die Lauber & Co. Forstunternehmung aus Frutigen. Die Leute dieser Unternehmung hätten in ähnlichen Projekten Erfahrungen gesammelt und wüssten, um was es beim Räbloch gehe, hält der Präsident der Schwellenkorporation fest. 

«Im Winter zu gefährlich»

Die Arbeiten werden erst im Frühjahr 2019 beginnen. Dies, weil erst die entsprechende Baubewilligung eingeholt werden muss. Dabei müssen nicht nur diverse kantonale Amtsstellen wie das Amt für Gemeinden und Raumordnung oder das Fischereiinspektorat ihren Segen zu dem Vorhaben geben, sondern auch eidgenössische Stellen, weil das Räbloch im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vermerkt ist. «Bis die Bewilligung vorliegt, wird es einige Zeit dauern, zumal bestimmte Fristen eingehalten werden müssen», erklärt Hans Wittwer. Hinzu komme, dass die Arbeiten im Winter nicht ausgeführt werden könnten. «Zum einen ist oft alles vereist, was das Lösen einzelner Stämme erschwert, zum andern lösen sich beim Einfrieren und Auftauen immer wieder Steine von der senkrechten Nagelfluh und fallen in die Tiefe. 

Per Seilbahn aus der Schlucht

Obwohl ein Greifkran zum Einsatz kommt, um das Schwemmmaterial zu lösen, werden unten auch Menschen im Einsatz stehen. «Mit dem Kran wird das Material an eine Stelle gehievt, an der dieses an eine Forstseilbahn angehängt werden kann. Diese wird das Material auf einen Platz Richtung Pfaffenmoos transportieren. Dort wird es sortiert», erklärt Hans Wittwer das Vorgehen, «Aus frischem, gutem Holz können eventuell noch Schnitzel gemacht werden, altes Holz und sonstiger Abfall wird entsorgt werden.» Die Schwellenkorporation hat für die Räbloch-Entstopfung einen Kredit von einer Million Franken genehmigt, wobei Bund und Kanton den Grossteil tragen werden. Das Forstunternehmen, das die Arbeiten vornimmt, wird nicht pauschal, sondern nach Kubikmeter geborgenem Material entschädigt – könnte ja sein, dass sich ein Teil des Materials plötzlich löst und von selber emmeabwärts schwimmt.

05.07.2018 :: Bruno Zürcher
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