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Das Heimatbuch ist fast fertig, doch einige Informationen fehlen noch
Das Heimatbuch ist fast fertig, doch einige Informationen fehlen noch Signau:

Im Gasthof zum Roten Thurm drehte Hans Minder am vergangenen Samstag die Zeit zurück. Er orientierte über die Fortschritte, die das Heimatbuch von Signau macht.

Bücher, gross und schwer wie alte Bibeln, liegen auf dem Tisch. Es sind die drei bisher erschienenen Heimatbücher des Lokalhistorikers Hans Minder. Hunderte von Seiten mit Geschichten zu Liegenschaften und Burgernamen, Anekdoten und Dokumenten, feinsäuberlich in Kapiteln geordnet und umrahmt von alten und neueren Fotos. Aktuell arbeitet Minder an vier Heimatbüchern gleichzeitig, darunter jenes von Signau. «Rund 800 Seiten lang wird es sein», verriet er. 600 Seiten sind bereits fertig. Mit Unterstützung von anderen Geschichtsinteressierten durchstöberte der Lokalhistoriker Archive und Kirchenbücher, sah sich auf Dachböden um und analysierte alte Fotos. Zudem führte er zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen. «Oft ergeben erst viele Puzzleteile ein ganzes Bild», erläuterte Hans Minder. Für ihn ist jeder Hinweis wertvoll. Sogar alte Kinderaufsätze, die vom Leben damals berichten, oder Alltagsgegenstände können helfen, eine Geschichte zu vervollständigen.

Als die Emme kanalisiert wurde

Auch alte Landkarten sind aufschlussreich. So fand Minder heraus, dass um 1830 die Emme im Gebiet Schüpbach-Schachen kanalisiert wurde. Dies ermöglichte den Bau von drei Wasserrädern – zusätzlich zu den zehn bereits vorhandenen zwischen Steinen und Schüpbach-Dorf. Mit den neuen Wasserrädern wurde im Schachen unter anderem eine Mühle, eine Öle und eine Sägerei in Betrieb genommen. Alle drei Gebäude entstanden auf dem neu urbanisierten Land.

Spannend sei auch die über Jahre dauernde Planung und Realisierung der Umfahrungsstrasse, erzählte Hans Minder. Sogar Morde und deren Aufklärung fand er in Gerichtsakten. 

Lücken bei Schule und Landwirtschaft

Um das Buch zu vervollständigen, brauche er jedoch noch die Hilfe von gebürtigen Signauern. Insbesondere fehlten ihm Daten zu den Schulhäusern, kleine Geschichten aus dem Schulalltag, von Schulfesten und so weiter. Wer etwas weiss, darf sich gerne bei Hans Minder melden. Er sucht ausserdem dringend einen pensionierten Landwirt, der über die Entwicklung der örtlichen Landwirtschaft von seiner Kindheit bis heute Auskunft geben kann. «Vielleicht erinnert er sich auch noch an Geschichten, die sein Grossvater von früher erzählte», hofft Minder. 

Das Heimatbuch wird in einer Auflage von 100 bis 180 Exemplaren erscheinen. Wer eines erwerben möchte, muss es vorher auf der Gemeindeverwaltung Signau oder bei Hans Minder reservieren.

Die Mühle und was aus ihr geworden ist

 

Die Geschichte der Mühle wird im Heimatbuch von Signau sehr ausführlich beschrieben. Hier eine kurze Zusammenfassung. Um 1830 erwarb Christian Bieri das neue, unbebaute Grundstück. 1942 wurde die Mühle gebaut. Über vier Generationen blieb sie im Besitz von den Bieris, bis 1893 der Ziegler Ernst Moser die Liegenschaft erwarb. Wegen eines Brandes wurden die Mühle, ein Wohnhaus mit Bäckerei sowie Ställe neu aufgebaut. 

 

1920 kauften Christian und Franz Siegenthaler das Wohnhaus mit Bäckerei, später übernahm Franz die Liegenschaft im Alleineigentum. 1937 erwarb der Küfermeister Robert Steiner die Liegenschaft und baute das Wohnhaus in die «Mechanische Küferei und Fassfabrik Nr. 86» um. Zudem errichtete er weitere Gebäude.  1944 wurde die Robert Steiner AG, Fass und Turbinenfabrik, Eigentümerin des Grundstücks. Die Firma wurde 1947 in Stefag Aktiengesellschaft umbenannt. Wegen zu hoher Schulden musste sie Jahre später ihre Tore schliessen.  1961 erwarb Werner Krebs das Grundstück mit dem Gebäude und baute es zur heutigen WK Paletten AG aus. 

04.10.2018 :: Rebekka Schüpbach
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