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«Das grosse Ganze haben wir im Griff, jetzt kommts noch auf die Details an»
«Das grosse Ganze haben wir im Griff, jetzt kommts noch auf die Details an» Turnen:

 

In gut einer Woche wird Langnau den Turnern und den Turnerinnen gehören. Das Verbandsturnfest Bern Oberaargau-Emmental findet nach 24 Jahren wieder in Langnau statt.


Paul Zürcher, werden Sie mit Ihrem Amt als OK-Präsident überhaupt Zeit haben, um mitzuturnen?

Ja, ja klar, die Zeit nehme ich mir. Jetzt war ich drei Jahre lang im Einsatz für das Turnfest. Also nehme ich mir die Freiheit mitzuturnen – denn als Turner ist die Teilnahme am Turnfest der Lohn für das ganze Jahr Training. Wir vom OK haben ja alle Stellvertreter. Falls also just in den Momenten, in denen ich meine sportlichen Einsätze habe, etwas zu entscheiden wäre, sind genügend Kompetenzträger vor Ort.

 

In gut einer Woche gehts los. Wie ist der Stand der Vorbereitungen? 

Meine Gefühlslage ist sehr gut. Das grosse Ganze haben wir im Griff, jetzt kommt es noch auf die Detailarbeiten an. Beispielsweise müssen wir die Anlieferungen des Materials koordinieren. Wir erwarten acht bis zehn Lastenzüge mit dem Turngerätschaften und Material für die Festwirtschaft. Und dann steht natürlich noch der Aufbau auf dem Programm.

 

Was stellte bei der Planung die höchste Hürde dar?

Für mich ganz klar, das Sicherheitskonzept. Für dieses Konzept brauchte ich einige Bürostunden. Leider ist es in unserer Zeit notwendig geworden, dass alles durchorganisiert wird. Bis ins Detail ist nun bestimmt, was man in den verschiedenen Notfällen machen muss. Zum Glück konnten wir mit den Behörden in Fragen der Sicherheit, des Verkehrs und den Samaritern und Rettungssanitätern zusammenarbeiten, um das bestmögliche Sicherheitskonzept aufzusetzen. Aber anders als bei einer Anlage oder einer Festhütte, die man nach dem Aufbauen sieht, sehen die Besucher und Teilnehmer im besten Fall am Anlass gar nichts von diesem Konzept.

 

Gab es in der Organisation unerwartete Schwierigkeiten?

Ja, im Zusammenhang mit dem geplanten zweiten Eisfeld bei der Ilfishalle. Wir hatten ursprünglich vorgesehen, die Festaktivitäten rund um das Eisstadion durchzuführen, damit wir möglichst viel von der vorhandenen Infrastruktur hätten profitieren können. Doch dann liefen die Diskussionen um das zweite Eisfeld und man wusste nicht, ob und wann dieser Bau realisiert würde. So sind wir mit den Festlichkeiten auf die Zeughausmatte ausgewichen. Der Nachteil ist, dass wird dort die gesamte Infrastruktur selber aufbauen müssen. Der Vorteil dieser Variante ist, dass wir so mehr Platz haben, was bei den vielen Anmeldungen und den erwarteten Besucherzahlen sicher positiv ist.

 

Sie erwarten rund 4300 Turnerinnen und Turner und in etwa gleich viel Besucher. Wie werden Sie die Menschenströme durch Langnau steuern?

Unsere grösste Sorge sind die am Samstag mit dem Zug ankommenden Turnerinnen und Turner. Es wäre gefährlich und ein Platzproblem, wenn auf einmal über 2000 Menschen auf dem Bahnhof rumstehen würden. Aus dem Grund haben wir nun Helfer aufgeboten, welche die Vereine in Empfang nehmen und direkt zu ihrem ersten Einsatzort begleitet, damit der Bahnhofplatz gut passierbar bleibt. Ansonsten hoffen wir natürlich auf gutes, trockenes Wetter, damit sich die Leute draussen aufhalten können.

 

Die Einsätze der Teilnehmer sind sehr dicht getaktet und organisiert. Wie sieht es am Abend mit den Festbrüdern aus –müssen sich die Anwohner auf eine lange Nacht einstellen?

Auch für die Festerei haben wir ganz klare Regeln. Die Oberturner der Vereine sind verantwortlich für ihre Mitglieder. Es werden weiter dem Alter entsprechende Bändeli verteilt, die den Helfern an den Bars zeigen, wer was zu trinken bestellen kann. Ausserdem haften die Vereine für ihre Mitglieder. Und um 22.00 Uhr ist auf dem Zeltplatz Nachtruhe – das wird kontrolliert. Die Bewohner von Langnau haben diese Woche einen Informationsbrief erhalten, in dem alles erläutert wird. Im Übrigen festen nicht nur die Turner unter sich gerne, sondern es sind auch alle anderen als Gäste herzlich willkommen. Dies, nicht nur beim Festen, sondern auch als Zuschauer der Sportdisziplinen und der Schlussvorführung mit Rangverkündigung und Unterhaltung, die am Sonntagnachmittag im Eisstadion stattfindet.

 

Als Turner ist das Fest dann nach der Rangverkündigung vorbei, als OK-Präsident wohl kaum.

Am Sonntag werden wir um 17.00 Uhr mit den Helfern auf ein, hoffentlich, gelungenes Fest anstossen. Dann werde ich vermutlich unsere Helfer bremsen müssen beim Abbau. Ich finde es immer gefährlich, wenn man am Sonntagabend nach dem Fest, bereits müde, schon anfangen will die grossen Sachen abzubauen. Da lasse ich lieber den Sonntagabend gemütlich ausklingen, schlafe eine Nacht gut und dann können wir am Montagmorgen frisch ans Werk schreiten. Organisatorisch ist es vorgesehen, dass wir bis am Mittwoch, 4. Juli alle Anlagen abgebaut haben und die Plätze und Hallen ordentlich wieder abgegeben haben. Das Administrative wird wohl noch bis September oder Oktober dauern. Vor allem der Kassier wird dann noch zu tun haben.

21.06.2018 :: Olivia Portmann
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